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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Desktop 15 SP2

10 Anpassen von Installations-Images mit mksusecd Edit source

mksusecd ist ein nützliches Tool zum Erstellen eines angepassten Installations-Image. Bearbeiten Sie damit die normalen Installations-Images für SUSE Linux Enterprise, um Dateien hinzuzufügen und zu entfernen, ein minimales Netzwerkinstallations-Image zu erstellen, Boot- und Repository-Optionen anzupassen und ein minimales Boot-Image als Alternative zum Booten eines Systems von einem PXE-Server aus zu erstellen.

10.1 Installieren von mksusecd Edit source

In SLE 15 befindet sich mksusecd im Development Tools Module. Sie müssen dieses Modul aktivieren, falls nicht bereits erfolgt. Suchen Sie zunächst den genauen Modulnamen mit zypper:

tux > zypper search-packages mksusecd
Following packages were found in following modules:

Package               Module or Repository
--------------------  -----------------------------------------------------------------
mksusecd              Development Tools Module (sle-module-development-tools/15/x86_64)
mksusecd-debuginfo    Development Tools Module (sle-module-development-tools/15/x86_64)
mksusecd-debugsource  Development Tools Module (sle-module-development-tools/15/x86_64)
mksusecd              Available
srcpackage:mksusecd   Available

To activate the respective module or product, use SUSEConnect --product.
Use SUSEConnect --help for more details.

Aktivieren Sie es mit SUSEConnect:

tux > sudo SUSEConnect -p sle-module-development-tools/15/x86_64

In SLE 15.1 und höher befindet es sich im Hauptaktualisierungs-Repository, das standardmäßig aktiviert ist.

Installieren Sie mksusecd wie üblich:

tux > sudo zypper se mksusecd

Führen Sie mksusecd --help aus, um eine vollständige Liste der Kommandos anzuzeigen.

Nach dem Erstellen eines benutzerdefinierten Image brennen Sie es mit Ihrem bevorzugten Brennprogramm wie Brasero oder mybashburn auf CD/DVD oder erstellen Sie ein bootfähiges USB-Flash-Laufwerk mit dem Kommando dd. Vergewissern Sie sich, dass das Gerät nicht eingehängt ist und führen Sie dann folgendes Kommando aus:

root # dd if=min-install.iso of=/dev/SDB bs=4M

Danach ist Ihr neues bootfähiges Gerät betriebsbereit.

10.2 Erstellen eines minimalen Boot-Image Edit source

Erstellen Sie mit mksusecd ein minimales Boot-Image zum Starten von Client-Rechnern von CD/DVD oder einem USB-Flash-Laufwerk statt von einem PXE-Boot-Server. Das minimale Boot-Image startet den Kernel und initrd. Danach werden die verbleibenden Installationsdateien von einem lokalen NFS-Server abgerufen (weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 12.1, „Einrichten eines Installationsservers mithilfe von YaST“).

Führen Sie zum Erstellen des minimalen ISO-Image folgendes Kommando aus:

tux > sudo mksusecd --create min-install.iso \
--net=nfs://192.168.1.1:/srv/install/ARCH/OS_VERSION/SP_VERSION/cd1  \
/srv/tftpboot/EFI/ARCH/boot

Ersetzen Sie die NFS-Server-Adresse durch Ihre Adresse. Ersetzen Sie ARCH durch das entsprechende Verzeichnis für die Zielsystemarchitektur. Ersetzen Sie außerdem OS_version und SP_VERSION (Service Pack) entsprechend Ihrer Pfade in Abschnitt 12.1, „Einrichten eines Installationsservers mithilfe von YaST“".

10.3 Standardmäßige Kernel-Boot-Parameter festlegen Edit source

Konfigurieren Sie Ihre benutzerdefinierten Kernel-Boot-Parameter in einem benutzerdefinierten mksusecd-Image anstatt auf eine Boot-Eingabeaufforderung zu warten:

tux > sudo mksusecd --create install.iso \
--boot "textmode=1 splash=silent mitigations=auto"

Überprüfen Sie durch Abfragen von /proc, ob Ihre benutzerdefinierten Parameter nach dem Start korrekt geladen wurden:

tux > cat /proc/cmdline

10.4 Module, Erweiterungen und Repositorys anpassen Edit source

SUSE Linux Enterprise 15 unterstützt Module (nicht zu verwechseln mit Kernel-Modulen) und Erweiterungen für verschiedene Produktkomponenten. Hierbei handelt es sich um Add-ons zum standardmäßigen Basissystem, wie zum Beispiel Development Tools, Desktop Applications und SUSE Linux Enterprise Live Patching. Weitere Informationen finden Sie im Handbuch Kurzanleitung zu Modulen und Erweiterungen.

Mit mksusecd erstellen Sie ein Installations-Image, das alle gewünschten zusätzlichen Module und Erweiterungen enthält. Beginnen Sie mit der Abfrage bestehender Images wie bei diesem Beispiel für SUSE Linux Enterprise 15 SP2:

tux > sudo mksusecd --list-repos SLE-15-SP2-Full-ARCH-GM-media1.iso
Repositories:
  SLES15-SP2 [15.2-0]
  SLES15 [15.2-0]
  Basesystem-Module [15.2-0]
  SUSE-CAP-Tools-Module [15.2-0]
  Containers-Module [15.2-0]
  Desktop-Applications-Module [15.2-0]
  Development-Tools-Module [15.2-0]

Erstellen Sie ein neues Installations-Image, das aus den ausgewählten Modulen, Erweiterungen und Repositorys besteht, und aktivieren Sie es automatisch:

tux > sudo mksusecd --create myinstaller.iso\
  --enable-repos auto --include-repos Basesystem-Module,Desktop-Applications-Module \
  SLE-15-SP2-Online-ARCH-GM-media1.iso \
  SLE-15-SP2-Full-ARCH-GM-media1.iso

Dadurch wird die Datei add_on_products.xml erstellt und dem neuen Image hinzugefügt. Ersetzen Sie --enable-repos auto durch --enable-repos ask, damit das Installationsprogramm ein Dialogfeld zur Auswahl von Modulen anzeigt.

Anmerkung
Anmerkung: AutoYaST-Steuerungsdatei

Wenn Sie Ihre Installationen mit AutoYaST konfigurieren, ist es nicht notwendig, diese Module in der AutoYaST-Steuerungsdatei aufzulisten, wenn Sie die Option --enable-repos verwenden.

10.5 Erstellen einer minimalen Netzinstallations-ISO Edit source

Verwenden Sie die Option --nano, um ein minimales Installations-Image zum Starten einer Netzwerkinstallation zu erstellen:

tux > sudo mksusecd --create netinstall.iso \
--nano SLE-15-SP2-Online-ARCH-GM-media1.iso

10.6 Standard-Repository ändern Edit source

Verwenden Sie die Option --net, um ein anderes Repository wie ein eigenes lokales festzulegen:

tux > sudo mksusecd --create localinstall.iso \
--net "https://example.com/local" SLE-15-SP2-Online-ARCH-GM-media1.iso
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