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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Desktop 15 SP2

3 Vorbereiten des Upgrades Edit source

Vor Beginn des Upgrades muss das System ordnungsgemäß vorbereitet werden. Zur Vorbereitung gehören unter anderem das Sichern der Daten und das Lesen der Versionshinweise.

3.1 Prüfen, ob das aktuelle System auf dem neuesten Stand ist Edit source

Ein Upgraden des Systems wird nur von der jeweils letzten Patch-Stufe aus unterstützt. Prüfen Sie, ob die neuesten Systemaktualisierungen installiert sind. Führen Sie hierzu entweder zypper patch aus oder starten Sie das YaST-Modul Online-Update.

3.2 Lesen Sie die Versionshinweise Edit source

In den Versionshinweisen finden Sie zusätzliche Informationen zu den Änderungen, die seit der vorangegangenen Version von SUSE Linux Enterprise Desktop vorgenommen wurden. Informieren Sie sich in den Versionshinweisen über Folgendes:

  • Sind bei der Hardware besondere Überlegungen zu beachten?

  • Wurden erhebliche Änderungen an den verwendeten Software-Paketen vorgenommen?

  • Gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen für die vorliegende Installation?

In den Versionshinweisen finden Sie auch Informationen, die erst nach der Fertigstellung des Handbuchs bekannt wurden. Auch bekannte Probleme werden beschrieben.

Die aktuellen Versionshinweise stehen online unter https://www.suse.com/releasenotes/ bereit.

Alternativ finden Sie die Versionshinweise auf der Installations-DVD im Verzeichnis docu.

3.3 Anlegen einer Sicherungskopie Edit source

Kopieren Sie die bestehenden Konfigurationsdateien vor der Aktualisierung auf ein separates Medium (wie ein Bandlaufwerk oder eine externe Festplatte), um die Daten zu sichern. Dies gilt hauptsächlich für die in /etc gespeicherten Dateien sowie für bestimmte Verzeichnisse und Dateien in /var und /opt. Zudem empfiehlt es sich, die Benutzerdaten in /home (den HOME-Verzeichnissen) auf ein Sicherungsmedium zu schreiben. Melden Sie sich zur Sicherung dieser Daten als root an. Nur der Benutzer root verfügt über die Leseberechtigung für alle lokalen Dateien.

Wenn Sie in YaST den Installationsmodus Vorhandenes System aktualisieren ausgewählt haben, können Sie später wahlweise eine (System-)Sicherung ausführen. Sie können alle geänderten Dateien und die Dateien aus dem Verzeichnis /etc/sysconfig einschließen. Dies ist allerdings keine vollständige Sicherung, da alle anderen wichtigen, oben genannten Verzeichnisse außer Acht gelassen werden. Die Sicherungskopie befindet sich im Verzeichnis/var/adm/backup.

3.4 Auflisten installierter Pakete und Repositorys Edit source

Eine Liste der installierten Pakete ist häufig von Nutzen, beispielsweise bei einer Neuinstallation einer neuen SLE-Hauptversion oder beim Zurücksetzen des Systems auf die bisherige Version.

Denken Sie daran, dass nicht alle installierten Pakete oder verwendeten Repositorys in neueren Versionen von SUSE Linux Enterprise vorliegen. Einige Elemente wurden unter Umständen umbenannt, andere ersetzt. Außerdem könnten bestimmte Pakete weiterhin zu Legacy-Zwecken verfügbar sein, während standardmäßig ein anderes Paket herangezogen wird. Aus diesem Grund müssen die Dateien ggf. manuell bearbeitet werden. Dies können Sie mit einem beliebigen Texteditor durchführen.

Erstellen Sie die Datei repositories.bak-repo mit einer Liste aller verwendeten Repositorys.

root # zypper lr -e repositories.bak

Erstellen Sie außerdem die Datei installed-software.bak mit einer Liste aller installierten Pakete:

root # rpm -qa --queryformat '%{NAME}\n' > installed-software.bak

Erstellen Sie Sicherungskopien beider Dateien. Die Repositorys und die installierten Pakete können mit den folgenden Befehlen wiederhergestellt werden:

root # zypper ar repositories.bak.repo
root # zypper install $(cat installed-software.bak)
Anmerkung
Anmerkung: Höhere Paketanzahl bei einer Aktualisierung auf eine neue Hauptversion

Ein System, das auf eine neue Hauptversion upgegradet wurde (SLE X+1), enthält eventuell mehr Pakete als das ursprüngliche System (SLE X). Die Anzahl der Pakete ist außerdem höher als bei einer Neuinstallation von SLE X+1 mit derselben Schemaauswahl. Hierfür sind folgende Gründe zu nennen:

  • Die Pakete wurden aufgeteilt, sodass Sie die gewünschte Paketauswahl noch genauer festlegen können. Zum Beispiel wurden 37 texlive -Pakete aus SLE 11 auf 3000 Pakete in SLE 15 aufgeteilt.

  • Wenn ein Paket aufgeteilt wurde, werden bei einem Upgrade alle neuen Pakete installiert, damit in jedem Fall derselbe Funktionsumfang wie in der früheren Version zur Verfügung steht. Bei einer Neuinstallation von SLE X+1 werden jedoch unter Umständen nicht mehr alle Pakete standardmäßig installiert.

  • Ältere Pakete aus SLE X werden ggf. aus Kompatibilitätsgründen beibehalten.

  • Die Paketabhängigkeiten und der Schemaumfang haben sich unter Umständen geändert.

3.5 Herunterfahren von VM-Gästen Edit source

Wenn Ihr Rechner als VM-Hostserver für KVM oder Xen fungiert, müssen Sie vor der Aktualisierung alle aktiven VM-Gäste ordnungsgemäß herunterfahren. Andernfalls können Sie nach der Aktualisierung wahrscheinlich nicht mehr auf die Gäste zugreifen.

3.6 Anpassen der Einrichtung Ihres SMT-Clients Edit source

Beachten Sie Folgendes, wenn der Rechner, der upgegradet werden soll, als Client bei einem SMT-Server registriert werden soll:

Prüfen Sie, ob die Version des Skripts clientSetup4SMT.sh auf Ihrem Host aktuell ist. clientSetup4SMT.sh aus älteren Versionen von SMT kann nicht zum Verwalten von SMT 12-Clients verwendet werden. Wenn Sie auf Ihrem SMT-Server regelmäßig Software-Patches anwenden, finden Sie die neueste Version von clientSetup4SMT.sh immer unter <SMT_HOSTNAME>/repo/tools/clientSetup4SMT.sh.

Falls das Upgrade Ihres Rechners auf eine höhere Version von SUSE Linux Enterprise Desktop fehlschlägt, heben Sie die Registrierung des Rechners beim SMT-Server wie in Prozedur 3.1 beschrieben auf. Starten Sie danach den Upgradevorgang neu.

Prozedur 3.1: Aufheben einer Registrierung von SUSE Linux Enterprise Client bei einem SMT-Server
  1. Melden Sie sich beim Client-Rechner an.

  2. Der folgende Schritt hängt vom aktuellen Betriebssystem des Client ab:

    • Für SUSE Linux Enterprise 11 führen Sie folgende Kommandos aus:

      tux > sudo suse_register -E
      tux > sudo rm -f /etc/SUSEConnect
      tux > sudo rm -rf /etc/zypp/credentials.d/*
      tux > sudo rm -rf /etc/zypp/repos.d/*
      tux > sudo rm -f /etc/zypp/services.d/*
      tux > sudo rm -f /var/cache/SuseRegister/*
      tux > sudo rm -f /etc/suseRegister*
      tux > sudo rm -f /var/cache/SuseRegister/lastzmdconfig.cache
      tux > sudo rm -f /etc/zmd/deviceid
      tux > sudo rm -f /etc/zmd/secret
    • Für SUSE Linux Enterprise 12 führen Sie folgende Kommandos aus:

      tux > sudo SUSEConnect --de-register
      tux > sudo SUSEConnect --cleanup
      tux > sudo rm -f /etc/SUSEConnect
      tux > sudo rm -rf /etc/zypp/credentials.d/*
      tux > sudo rm -rf /etc/zypp/repos.d/*
      tux > sudo rm -f /etc/zypp/services.d/*
  3. Melden Sie sich beim SMT-Server an.

  4. Prüfen Sie, ob die Registrierung des Client aufgehoben wurde, indem Sie alle Client-Registrierungen aufrufen:

    tux > sudo smt-list-registrations
  5. Wird der Hostname des Client in der Ausgabe dieses Kommandos noch aufgelistet, rufen Sie die Eindeutige ID des Client in der ersten Spalte ab. (Der Client ist möglicherweise mit mehreren IDs aufgeführt.)

  6. Löschen Sie die Registrierung für diesen Client:

    tux > sudo smt-delete-registration -g UNIQUE_ID
  7. Sollte der Client mit mehreren IDs aufgeführt sein, wiederholen Sie den obigen Schritt für jede einzelne ID.

  8. Prüfen Sie danach, ob die Registrierung des Client nun aufgehoben wurde, indem Sie das folgende Kommando erneut ausführen:

    tux > sudo smt-list-registrations

3.7 Festplattenspeicher Edit source

Software weist normalerweise von Version zu Version mehr Umfang auf. Folglich sollten Sie vor dem Aktualisieren den verfügbaren Partitionsspeicher überprüfen. Wenn Sie befürchten, dass der Speicherplatz nicht ausreicht, sichern Sie Ihre Daten und erhöhen Sie dann den verfügbaren Speicherplatz, indem Sie beispielsweise die Größe von Partitionen ändern. Es gibt keine Faustregel hinsichtlich des Speicherplatzes einzelner Partitionen. Die Platzanforderungen hängen von Ihrem bestimmten Partitionsprofil und von der ausgewählten Software ab.

Anmerkung
Anmerkung: Automatische Prüfung des verfügbaren Speicherplatzes in YaST

YaST prüft während des Aktualisierungsvorgangs den freien verfügbaren Speicherplatz und zeigt dem Benutzer eine Warnmeldung an, wenn die verfügbare Menge möglicherweise nicht für die Installation ausreicht. Wenn Sie die Aktualisierung in diesem Fall dennoch durchführen, kann das System unbrauchbar werden! Sie sollten die Warnmeldung nur dann ignorieren und mit der Aktualisierung fortfahren, wenn Sie genau wissen, was Sie tun (da Sie dies in einem Vorabtest abgeklärt haben).

3.7.1 Ermitteln des freien Speicherplatzes auf Nicht-Btrfs-Dateisystemen Edit source

Listen Sie mit dem Kommando df den verfügbaren Speicherplatz auf. In Beispiel 3.1, „Über df ‑h angezeigte Liste“ ist beispielsweise /dev/sda3 die root-Partition (eingehängt als /).

Beispiel 3.1: Über df ‑h angezeigte Liste
Filesystem     Size  Used Avail Use% Mounted on
/dev/sda3       74G   22G   53G  29% /
tmpfs          506M     0  506M   0% /dev/shm
/dev/sda5      116G  5.8G  111G   5% /home
/dev/sda1       39G  1.6G   37G   4% /windows/C
/dev/sda2      4.6G  2.6G  2.1G  57% /windows/D

3.7.2 Ermitteln des freien Speicherplatzes auf Btrfs-root-Dateisystemen Edit source

In einem Btrfs-Dateisystem kann die Ausgabe von df irreführend sein, weil ein Btrfs-Dateisystem zusätzlich zum Speicherplatz, den die Rohdaten zuordnen, auch Speicherplatz für Metadaten zuordnet und verwendet.

Folglich meldet ein Btrfs-Dateisystem womöglich, dass es keinen Speicherplatz mehr hat, obwohl anscheinend noch genügend vorhanden ist. In diesem Fall ist der gesamte Speicherplatz, der den Metadaten zugeordnet ist, belegt. Weitere Informationen finden Sie unter man 8 btrfs-filesystem und https://btrfs.wiki.kernel.org/index.php/FAQ.

Wenn Sie Btrfs als root-Dateisysteme auf dem Computer nutzen, muss ausreichend freier Speicherplatz zur Verfügung stehen. Prüfen Sie den verfügbaren Speicherplatz auf allen eingehängten Partitionen. Im schlimmsten Fall belegt ein Upgrade ebenso viel Speicherplatz wie das aktuelle root-Dateisystem (ohne /.snapshot) für einen neuen Snapshot.

Die folgenden Empfehlungen haben sich bewährt:

  • Bei allen Dateisystemen (auch Btrfs) benötigen Sie ausreichend freien Speicherplatz, damit Sie große RPMs herunterladen und installieren können. Der Speicherplatz der alten RPMs wird erst dann freigegeben, wenn die neuen RPMs installiert sind.

  • Bei Btrfs mit Snapshots benötigen Sie mindestens so viel freien Speicherplatz, wie von der aktuellen Installation belegt wird. Es wird mindestens der doppelte freie Speicherplatz empfohlen, wie von der aktuellen Installation belegt wird.

    Falls nicht ausreichend freier Speicherplatz verfügbar ist, können Sie ältere Snapshots mit snapper löschen:

    root # snapper list
    root # snapper delete NUMBER

    Dies reicht jedoch nicht in allen Fällen aus. Vor der Migration belegen die meisten Snapshots nur wenig Platz.

3.8 Vorübergehende Deaktivierung der Unterstützung mehrerer Kernel-Versionen Edit source

SUSE Linux Enterprise Desktop ermöglicht die Installation mehrerer Kernel-Versionen. Hierfür müssen die entsprechenden Einstellungen in /etc/zypp/zypp.conf aktiviert werden. Für das Upgrade auf ein Service Pack muss diese Funktion vorübergehend deaktiviert werden. Sobald die Aktualisierung erfolgreich abgeschlossen wurde, kann die Unterstützung mehrerer Versionen wieder aktiviert werden. Zur Deaktivierung der Unterstützung mehrerer Versionen müssen die entsprechenden Zeilen in der Datei /etc/zypp/zypp.conf auf Kommentar gesetzt werden. Das Ergebnis sollte wie folgt aussehen:

#multiversion = provides:multiversion(kernel)
#multiversion.kernels = latest,running

Wenn Sie diese Funktion nach einer erfolgreichen Aktualisierung wieder aktivieren möchten, entfernen Sie die Kommentarzeichen. Weitere Informationen zur Unterstützung mehrerer Versionen finden Sie in Abschnitt 17.1, „Aktivieren und Konfigurieren der Multiversions-Unterstützung“.

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