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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 11 SP4

2 Erfassen der Systeminformationen für den Support

Bei Problemen wird ein detaillierter Systembericht mit dem Kommandozeilenwerkzeug supportconfig oder mit dem YaST-Support-Modul erzeugt. Beide Werkzeuge sammeln Informationen zum System, beispielsweise aktuelle Kernel-Version, Hardware, installierte Pakete, Partitionseinrichtung und einiges mehr. Hierbei wird ein TAR-Archiv mit Dateien ausgegeben. Wenn Sie eine Service-Anforderung öffnen, können Sie das TAR-Archiv für den globalen technischen Support heraufladen. Der Support hilft Ihnen, das gemeldete Problem zu lokalisieren und zu beheben.

Das Kommandozeilenwerkzeug wird im Paket supportutils bereitgestellt, das standardmäßig installiert ist. Das YaST-Support-Modul baut auf dem Kommandozeilenwerkzeug auf.

2.1 Erfassen von Systeminformationen mit supportconfig

Zum Erstellen eines TAR-Archivs mit detaillierten Systeminformationen, die Sie an den globalen technischen Support übertragen können, verwenden Sie entweder direkt das Kommandozeilenwerkzeug supportconfig oder das YaST-Support-Modul. Das Kommandozeilenwerkzeug wird im Paket supportutils bereitgestellt, das standardmäßig installiert ist. Das YaST-Support-Modul baut zudem auf dem Kommandozeilenwerkzeug auf.

2.1.1 Erstellen einer Serviceanforderungsnummer

supportconfig-Archive können jederzeit erzeugt werden. Wenn Sie die supportconfig-Daten an den globalen technischen Support übertragen möchten, müssen Sie jedoch zunächst eine Service-Anforderungs-Nummer erstellen. Diese Nummer benötigen Sie, um das Archiv an den Support heraufladen zu können.

Zum Erstellen einer Service-Anforderung wechseln Sie zu http://www.novell.com/center/eservice und befolgen Sie die Anweisungen auf dem Bildschirm. Schreiben Sie sich die 11-stellige Service-Anforderungs-Nummer auf.

Anmerkung
Anmerkung: Datenschutzerklärung

SUSE und Novell behandeln die Systemberichte als vertraulich. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie unter http://www.novell.com/company/legal/privacy/.

2.1.2 Upload-Ziele

Sobald Sie eine Service-Anforderungs-Nummer erstellt haben, können Sie Ihre supportconfig-Archive gemäß den Anweisungen in Prozedur 2.1, „Übertragen von Informationen an den Support mithilfe von YaST“, oder Prozedur 2.2, „Übertragen von Informationen an den Support über die Kommandozeile“, an den globalen technischen Support heraufladen. Verwenden Sie eines der folgenden Upload-Ziele:

Alternativ können Sie das TAR-Archiv auch an Ihre Service-Anforderung anhängen und die URL für Service-Anforderungen verwenden: http://www.novell.com/center/eservice.

2.1.3 Erstellen eines supportconfig-Archivs mit YaST

Gehen Sie wie folgt vor, wenn Sie Ihre Systeminformationen mithilfe von YaST erfassen möchten:

  1. Starten Sie YaST, und öffnen Sie das Support-Modul.

  2. Klicken Sie auf Berichts-Tarball erstellen.

  3. Wählen Sie im nächsten Fenster eine der supportconfig-Optionen in der Optionsliste aus. Die Option Benutzerdefinierte Einstellungen (für Experten) verwenden ist standardmäßig aktiviert. Wenn Sie die Berichtfunktion zuerst testen möchten, verwenden Sie Nur eine minimale Anzahl von Informationen sammeln. Weitere Hintergrundoptionen zu den weiteren Optionen finden Sie auf der man-Seite zu supportconfig.

    Fahren Sie mit Weiter fort.

  4. Geben Sie Ihre Kontaktdaten ein. Die Daten werden in die Datei basic-environment.txt geschrieben und in das zu erstellende Archiv aufgenommen.

  5. Soll das Archiv nach Abschluss der Datenerfassung an den globalen technischen Support gesendet werden, müssen Sie Upload-Informationen angeben. YaST schlägt automatisch einen Upload-Server vor. Wenn Sie diesen Server ändern möchten, erfahren Sie in Abschnitt 2.1.2, „Upload-Ziele“, welche Upload-Server verfügbar sind.

    Soll das Archiv erst später gesendet werden, können Sie die Upload-Informationen leer lassen.

  6. Fahren Sie mit Weiter fort.

  7. Es wird nun mit dem Sammeln der Informationen begonnen.

    Fahren Sie nach Ende des Vorgangs mit Weiter fort.

  8. Prüfen der Datensammlung: Wählen Sie den Dateinamen einer Protokolldatei aus. Der Inhalt dieser Datei wird in YaST angezeigt. Entfernen Sie bei Bedarf die Dateien, die nicht in das TAR-Archiv aufgenommen werden sollen, mit Aus Daten entfernen. Fahren Sie mit Weiter fort.

  9. Speichern Sie das TAR-Archiv. Wenn Sie das YaST-Modul als root-Benutzer gestartet hatten, schlägt YaST standardmäßig den Ordner /var/log als Speicherort für das Archiv vor (ansonsten Ihr Benutzerverzeichnis). Das Format des Dateinamens lautet nts_HOST_DATUM_UHRZEIT.tbz.

  10. Soll das Archiv direkt an den Support heraufgeladen werden, muss die Aktion Protokolldatei-Tarball an URL heraufladen aktiviert sein. Hier ist das Upload-Ziel angegeben, das YaST in Schritt 5 vorgeschlagen hat. Wenn Sie das Upload-Ziel ändern möchten, erfahren Sie in Abschnitt 2.1.2, „Upload-Ziele“, welche Upload-Server verfügbar sind.

  11. Um das Heraufladen zu überspringen, deaktivieren Sie die Option Protokolldatei-Tarball zu URL heraufladen.

  12. Bestätigen Sie die Änderungen. Das YaST-Modul wird geschlossen.

2.1.4 Erstellen eines supportconfig-Archivs über die Kommandozeile

Mit dem nachstehenden Verfahren erstellen Sie ein supportconfig-Archiv, ohne das Archiv direkt an den Support zu übertragen. Zum Heraufladen müssen Sie das entsprechende Kommando mit den zugehörigen Optionen ausführen (siehe Prozedur 2.2, „Übertragen von Informationen an den Support über die Kommandozeile“).

  1. Öffnen Sie eine Shell und melden Sie sich als root an.

  2. Führen Sie supportconfig ohne Optionen aus. Damit werden die Standard-Systeminformationen gesammelt.

  3. Warten Sie, bis das Tool den Vorgang beendet hat.

  4. Der Standardspeicherort für das Archiv befindet sich unter /var/log und hat das Dateinamenformat nts_HOST_DATUM_UHRZEIT.tbz.

2.1.5 Allgemeine Optionen für supportconfig

Das Dienstprogramm supportconfig wird in der Regel ohne Optionen aufgerufen. Zeigen Sie mit eine Liste aller Optionen für supportconfig mit -h an oder lesen Sie die man-Seite. Die folgende Liste enthält eine kurze Übersicht einiger gängiger Fälle:

Vermindern des Umfangs der erfassten Informationen

Verwenden Sie die Minimal-Option (-m):

supportconfig -m
Begrenzen der Informationen auf ein bestimmtes Thema

Wenn Sie in der standardmäßigen supportconfig-Ausgabe bereits ein Problem festgestellt haben und dieses Problem auf einen bestimmten Bereich oder eine bestimmte Funktionsgruppe beschränkt ist, können Sie die erfassten Informationen beim nächsten Ausführen von supportconfig auf diesen Bereich begrenzen. Wenn Sie beispielsweise ein Problem mit LVM erkannt haben und daher eine Änderung testen möchten, die Sie vor Kurzem an der LVM-Konfiguration hatten, reicht es völlig aus, nur die minimalen supportconfig-Informationen zu LVM zu erfassen:

supportconfig -i LVM

Eine vollständige Liste der Funktionsschlüsselwörter, mit denen Sie die erfassten Informationen auf einen bestimmten Bereich begrenzen, erhalten Sie mit dem

supportconfig -F
Aufnehmen zusätzlicher Kontaktinformationen in die Ausgabe:
supportconfig -E tux@example.org -N "Tux Penguin" -O "Penguin Inc." ...

(alle in einer Zeile)

Sammeln von bereits rotierten Protokolldateien
supportconfig -l

Dies ist insbesondere in Umgebungen mit hohem Protokollierungsaufkommen nützlich, und außerdem nach einem Kernel-Crash, wenn syslog die Protokolldateien nach dem Neubooten rotiert.

2.2 Übertragen von Informationen an den globalen technischen Support

Zum Übertragen der Systeminformationen an den globalen technischen Support verwenden Sie das YaST-Support-Modul oder das Befehlszeilenprogramm supportconfig. Falls Serverprobleme auftreten und Sie Hilfe benötigen, müssen Sie zunächst eine Serviceanforderung öffnen. Weitere Informationen finden Sie unter Abschnitt 2.1.1, „Erstellen einer Serviceanforderungsnummer“.

In den nachfolgenden Beispielen fungiert die Zahl 12345678901 als Platzhalter für die Service-Anforderungs-Nummer. Ersetzen Sie die Zahl 12345678901 durch die Service-Anforderungs-Nummer, die Sie in Abschnitt 2.1.1, „Erstellen einer Serviceanforderungsnummer“ erstellt haben.

Prozedur 2.1: Übertragen von Informationen an den Support mithilfe von YaST

Im nachfolgenden Verfahren wird angenommen, dass Sie bereits ein supportconfig-Archiv erstellt, jedoch noch nicht heraufgeladen haben. Nehmen Sie in jedem Fall Ihre Kontaktdaten in das Archiv auf (siehe Abschnitt 2.1.3, „Erstellen eines supportconfig-Archivs mit YaST“, Schritt 4). Weitere Anweisungen zum Erzeugen und Übertragen eines supportconfig-Archivs in einem einzigen Arbeitsgang finden Sie in Abschnitt 2.1.3, „Erstellen eines supportconfig-Archivs mit YaST“.

  1. Starten Sie YaST, und öffnen Sie das Support-Modul.

  2. Klicken Sie auf Heraufladen.

  3. Geben Sie unter Paket mit Protokolldateien den Pfad zum vorhandenen supportconfig-Archiv ein, oder klicken Sie auf Durchsuchen, und wechseln Sie zu dem Ordner, in dem sich das Archiv befindet.

  4. YaST schlägt automatisch einen Upload-Server vor. Wenn Sie diesen Server ändern möchten, erfahren Sie in Abschnitt 2.1.2, „Upload-Ziele“, welche Upload-Server verfügbar sind.

    Fahren Sie mit Weiter fort.

  5. Klicken Sie auf Fertig stellen.

Prozedur 2.2: Übertragen von Informationen an den Support über die Kommandozeile

Im nachfolgenden Verfahren wird angenommen, dass Sie bereits ein supportconfig-Archiv erstellt, jedoch noch nicht heraufgeladen haben. Weitere Anweisungen zum Erzeugen und Übertragen eines supportconfig-Archivs in einem einzigen Arbeitsgang finden Sie in Abschnitt 2.1.3, „Erstellen eines supportconfig-Archivs mit YaST“.

  1. Server mit Internetkonnektivität:

    1. Führen Sie das folgende Kommando aus, um das Standard-Uploadziel zu verwenden:

      supportconfig -ur 12345678901
    2. Verwenden Sie das folgende sichere Upload-Ziel:

      supportconfig -ar 12345678901
  2. Server ohne Internetkonnektivität

    1. Führen Sie Folgendes aus:

      supportconfig -r 12345678901
    2. Laden Sie das Archiv /var/log/nts_SR12345678901*tbz manuell auf einen unserer FTP-Server herauf. Der richtige Server ist abhängig von Ihrem Standort. Einen Überblick finden Sie unter Abschnitt 2.1.2, „Upload-Ziele“.

  3. Sobald sich das TAR-Archiv im Eingangsverzeichnis unseres FTP-Servers befindet, wird es automatisch an Ihre Service-Anforderung angehängt.

2.3 Unterstützung für Kernelmodule

Eine wichtige Anforderung für jedes Enterprise-Betriebssystem ist der Grad der Unterstützung für die jeweilige Umgebung. Kernelmodule sind die wichtigsten Bindeglieder zwischen der Hardware (Controller) und dem Betriebssystem. Die Kernelmodule in SUSE Linux Enterprise umfassen jeweils das Flag supported, das drei mögliche Werte annehmen kann:

  • Ja, daher supported

  • Extern, daher supported

  • (leer, nicht festgelegt), daher unsupported

Es gelten die folgenden Regeln:

  • Alle Module eines selbst rückkompilierten Kernels sind standardmäßig als nicht unterstützt gekennzeichnet.

  • Kernelmodule, die von den SUSE-Partnern unterstützt und über das SUSE SolidDriver-Programm bereitgestellt, sind als extern gekennzeichnet.

  • Wenn das Flag supported nicht gesetzt ist, wird der Kernel beim Laden dieses Moduls unbrauchbar. Unbrauchbare Kernel werden nicht unterstützt. Nicht unterstützte Kernelmodule befinden sich in einem separaten RPM-Paket (kernel-FLAVOR-extra) und werden nicht standardmäßig geladen (FLAVOR=default||xen|...). Darüber hinaus sind diese nicht unterstützten Module im Installationsprogramm nicht verfügbar, und das Kernelpaket kernel-FLAVOR-extraist kein Bestandteil der SUSE Linux Enterprise-Medien.

  • Kernelmodule, die nicht unter einer zur Lizenz des Linux-Kernels kompatiblen Lizenz bereitgestellt werden, machen den Kernel ebenfalls unbrauchbar. Weitere Informationen finden Sie unter /usr/src/linux/Documentation/sysctl/kernel.txt und dem Status /proc/sys/kernel/tainted.

2.3.1 Technischer Hintergrund

  • Linux-Kernel: Der Standardwert für /proc/sys/kernel/unsupported bei SUSE Linux Enterprise 11 SP4 lautet 2 (do not warn in syslog when loading unsupported modules; keine Warnung im Syslog, wenn nicht unterstützte Module geladen werden). Dieser Standardwert wird sowohl im Installationsprogramm als auch im installierten System verwendet. Weitere Informationen finden Sie unter /usr/src/linux/Documentation/sysctl/kernel.txt.

  • modprobe: Das Dienstprogramm modprobe zum Prüfen der Modulabhängigkeiten und zum Laden der Module prüft den Wert des Flags supported. Beim Wert Ja oder Extern wird das Modul geladen, ansonsten nicht. Weitere Informationen, wie Sie dieses Verhalten außer Kraft setzen, finden Sie in Abschnitt 2.3.2, „Arbeiten mit nicht unterstützten Modulen“.

    Anmerkung
    Anmerkung

    SUSE bietet im Allgemeinen keine Unterstützung für das Entfernen von Speichermodulen mit modprobe -r.

2.3.2 Arbeiten mit nicht unterstützten Modulen

Die allgemeine Unterstützung ist wichtig. Dennoch können Situationen eintreten, in denen ein nicht unterstütztes Modul erforderlich ist (beispielsweise zu Testzwecken, für die Fehlersuche oder wenn der Hardware-Hersteller ein HotFix bereitstellt).

  • Zum Überschreiben des Standardwerts bearbeiten Sie die Datei /etc/modprobe.d/unsupported-modules.conf und ändern Sie den Wert der Variablen allow_unsupported_modules in 1. Falls in der initrd ein nicht unterstütztes Modul erforderlich ist, müssen Sie zur Aktualisierung der initrd auch mkinitrd ausführen.

    Falls Sie nur einmalig versuchen möchten, ein Modul zu laden, verwenden Sie die Option --allow-unsupported-modules für modprobe. Weitere Informationen finden Sie auf der man-Seite zu modprobe.

  • Während der Installation werden nicht unterstützte Module u. U. über Treiberaktualisierungs-Datenträger hinzugefügt und entsprechend geladen. Soll das Laden von nicht unterstützten Modulen beim Booten und zu späteren Zeitpunkten erzwungen werden, verwenden Sie die Kernel-Kommandozeile oem-modules. Beim Installieren und Initialisieren des Pakets module-init-tools wird das Kernel-Flag TAINT_NO_SUPPORT (/proc/sys/kernel/tainted) ausgewertet. Ist das Kernel bereits unbrauchbar, wird allow_unsupported_modules aktiviert. Damit wird verhindert, dass nicht unterstützte Module im zu installierenden System zu Fehlern führen. Wenn während der Installation keine nicht unterstützten Module vorhanden sind und die andere spezielle Kernel-Kommandozeilenoption (oem-modules=1) nicht verwendet wird, so werden die nicht unterstützten Module dennoch standardmäßig nicht zugelassen.

Beachten Sie, dass der Kernel und das gesamte System nicht mehr durch SUSE unterstützt werden, sobald nicht unterstützte Module geladen und ausgeführt werden.

2.4 Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Erfassen von Systeminformationen finden Sie in den folgenden Dokumenten:

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