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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 11 SP4

20 Installieren von benutzerdefinierten Vorinstallationen

Durch die Verteilung angepasster Vorinstallationen von SUSE Linux Enterprise Server auf einer großen Anzahl identischer Rechner können Sie es vermeiden, die Installation auf jedem einzelnen Rechner durchführen zu müssen. Gleichzeitig erhalten die Endbenutzer ein standardisiertes Installationsverfahren. Erstellen Sie mit YaST Firstboot benutzerdefinierte Vorinstallations-Images und legen Sie den Workflow für die abschließenden Personalisierungsschritte fest, bei denen das Eingreifen der Endbenutzer erforderlich ist (im Gegensatz zu AutoYaST, das vollständig automatische Installationen zulässt; weitere Informationen finden Sie unter Kapitel 21, Automatisierte Installation).

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um eine benutzerdefinierte Installation zu erstellen, an Ihre Hardware zu verteilen und das endgültige Produkt anzupassen:

  1. Bereiten Sie den Master-Computer vor, dessen Festplatte auf die Client-Computer geklont werden muss. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 20.1, „Vorbereiten des Master-Rechners“.

  2. Passen Sie den Firstboot-Workflow an. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 20.2, „Anpassen der firstboot-Installation“.

  3. Erstellen Sie einen Klon der Festplatte des Master-Rechners und verteilen Sie das Image auf den Festplatten der Clients. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 20.3, „Klonen der Master-Installation “.

  4. Lassen Sie den Endbenutzer die Instanz von SUSE Linux Enterprise Server personalisieren. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 20.4, „Anpassen der Installation“.

20.1 Vorbereiten des Master-Rechners

Um einen Master-Rechner für einen Firstboot-Workflow vorzubereiten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Legen Sie das Installationsmedium in den Master-Rechner ein.

  2. Booten Sie den Rechner.

  3. Führen Sie eine normale Installation mit allen notwendigen Konfigurationsschritten durch und warten Sie, bis der installierte Rechner gebootet ist. Installieren Sie außerdem das yast2-firstboot-Paket.

  4. Um Ihren eigenen Workflow von YaST-Konfigurationsschritten für den Endbenutzer zu definieren oder diesem Workflow Ihre eigenen YaST-Module hinzuzufügen, fahren Sie mit Abschnitt 20.2, „Anpassen der firstboot-Installation“ fort. Fahren Sie andernfalls direkt bei Schritt 5 fort.

  5. Aktivieren Sie Firstboot als root:

    Erstellen Sie eine leere Datei /var/lib/YaST2/reconfig_system, um die Ausführung von firstboot auszulösen. Diese Datei wird gelöscht, sobald die Firstboot-Konfiguration erfolgreich durchgeführt wurde. Erstellen Sie diese Datei mit dem folgenden Befehl:

    touch /var/lib/YaST2/reconfig_system
  6. Fahren Sie mit Abschnitt 20.3, „Klonen der Master-Installation “ fort.

20.2 Anpassen der firstboot-Installation

Beim Anpassen des Arbeitsflusses der firstboot-Installation können mehrere verschiedenen Komponenten angepasst werden. Die Anpassung dieser Komponenten ist optional. Wenn Sie keine Änderungen vornehmen, führt firstboot die Installation mithilfe von Standardeinstellungen aus. Mit den zur Verfügung stehenden Optionen können Sie:

So bearbeiten Sie die folgenden Konfigurationsdateien, um diese Komponenten anzupassen:

/etc/sysconfig/firstboot

Konfiguriert verschiedene Aspekte von Firstboot (wie Versionshinweise, Skripten und Lizenzaktionen).

/etc/YaST2/firstboot.xml

Zur Konfiguration des Installations-Workflows durch Aktivierung oder Deaktivierung von Komponenten oder Hinzufügen von benutzerdefinierten Komponenten

Bietet Übersetzungen für den Workflow einer angepassten Installation wie unter Abschnitt 20.2.6, „Bereitstellen von Übersetzungen des Installations-Workflows“ beschrieben.

Wenn Sie mehr als nur die Arbeitsflusskomponenten anpassen möchten, finden Sie Informationen in der Dokumentation zu control.xml unter http://doc.opensuse.org/projects/YaST/SLES11/tdg/inst_in_general_chap.html#product_control.

20.2.1 Anpassen von YaST-Meldungen

Standardmäßig enthält eine Installation von SUSE Linux Enterprise Server verschiedene Standardnachrichten, die in verschiedenen Phasen des Installationsprozesses lokalisiert und angezeigt werden. Dazu gehört eine Willkommensmitteilung, eine Lizenzmitteilung und eine Glückwunschmitteilung am Ende der Installation. Sie können diese Meldungen durch eigene Versionen ersetzen und lokalisierte Versionen in die Installation aufnehmen. Gehen Sie wie folgt vor, um Ihre eigene Willkommensmitteilung einzubinden:

  1. Melden Sie sich als root-Benutzer an.

  2. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei /etc/sysconfig/firstboot, und wenden Sie die folgenden Änderungen an:

    1. Legen Sie FIRSTBOOT_WELCOME_DIR auf den Verzeichnispfad fest, in dem Sie die Dateien speichern möchten, die die Willkommensnachricht und die lokalisierten Versionen enthalten, z.B.:

      FIRSTBOOT_WELCOME_DIR="/usr/share/firstboot/"
    2. Wenn die Willkommensnachricht andere Dateinamen hat als welcome.txt und welcome_locale.txt (wobei locale dem ISO 639-Sprachcode entspricht, wie cs oder de), legen Sie das Dateinamensmuster in FIRSTBOOT_WELCOME_PATTERNS fest. Beispiel:

      FIRSTBOOT_WELCOME_PATTERNS="mywelcome.txt"

      Falls nicht anderweitig festgelegt, wird vom Standardwert welcome.txt ausgegangen.

  3. Erstellen Sie die Willkommensdatei und die lokalisierten Versionen, und legen Sie sie in das in der Konfigurationsdatei /etc/sysconfig/firstboot angegebene Verzeichnis ab.

Gehen Sie genauso vor, um angepasste Lizenz- und Beendigungsmitteilungen zu konfigurieren. Diese Variablen lauten FIRSTBOOT_LICENSE_DIR und FIRSTBOOT_FINISH_FILE.

Ändern Sie die Einstellung von SHOW_Y2CC_CHECKBOX in Ja, wenn der Benutzer in der Lage sein soll, YaST direkt nach dem Ausführen der Installation zu starten.

20.2.2 Anpassen der Lizenzaktion

Sie können die Reaktion des Installationssystems auf Benutzer, die die Lizenzvereinbarung nicht akzeptieren, anpassen. Das System kann auf die folgenden drei Arten auf dieses Szenario reagieren:

Halt

Die firstboot-Installation wird abgebrochen und das gesamte System wird heruntergefahren. Das ist die Standardeinstellung.

Fortsetzen

Die Firstboot-Installation wird fortgesetzt.

Abbrechen

Die Firstboot-Installation wird abgebrochen, das System versucht jedoch zu booten.

Wählen Sie die geeignete Option aus, und stellen Sie für LICENSE_REFUSAL_ACTION den entsprechenden Wert ein.

20.2.3 Anpassen der Versionshinweise

Je nachdem, ob Sie die Instanz von SUSE Linux Enterprise Server, die Sie mit Firstboot installieren möchten, geändert haben, müssen Sie die Endbenutzer möglicherweise über wichtige Aspekte ihres neuen Betriebssystems unterrichten. Eine Standardinstallation verwendet Versionshinweise (angezeigt in einer der abschließenden Phasen der Installation), um Benutzer über wichtige Änderungen zu informieren. Wenn Ihre eigenen bearbeiteten Versionshinweise als Teil einer firstboot-Installation angezeigt werden sollen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Erstellen Sie Ihre eigene Versionshinweisdatei. Verwenden Sie das RTF-Format wie in der Beispieldatei in /usr/share/doc/release-notes und speichern Sie das Ergebnis als VERSIONSHINWEISE.

  2. Speichern Sie die optional lokalisierte Version neben der ursprünglichen Version und ersetzen Sie den Teil en des Dateinamens durch den tatsächlichen ISO 639-Sprachcode, beispielsweise de für Deutsch.

  3. Öffnen Sie die firstboot-Konfigurationsdatei von /etc/sysconfig/firstboot und stellen Sie FIRSTBOOT_RELEASE_NOTES_PATH auf das tatsächliche Verzeichnis ein, in dem die Versionshinweisdateien gespeichert sind.

20.2.4 Anpassen des Workflows

Standardmäßig enthält ein Standard-Firstboot-Workflow die folgenden Komponenten:

  • Sprachauswahl

  • Willkommen

  • Lizenzvereinbarung

  • Hostname

  • Netzwerk

  • Zeit und Datum

  • Desktop

  • root-Passwort

  • Benutzerbeglaubigungsmethode

  • Benutzerverwaltung

  • Hardwarekonfiguration

  • Beenden der Einrichtung

Dieses Standard-Layout eines firstboot-Installations-Workflows ist nicht obligatorisch. Sie können bestimmte Komponenten aktivieren oder deaktivieren oder Ihre eigenen Module in den Workflow integrieren. Um den firstboot-Workflow zu ändern, bearbeiten Sie die firstboot-Konfigurationsdatei /etc/YaST2/firstboot.xml. Die XML-Datei ist eine Teilmenge der Standarddatei control.xml, die von YaST verwendet wird, um den Installations-Workflow zu steuern.

Eine Übersicht mit Vorschlägen finden Sie unter Beispiel 20.1, „Konfigurieren von Vorschlagsbildschirmen“. Dort werden Ihnen alle Hintergrundinformationen bereitgestellt, die Sie benötigen, um den Workflow für die firstboot-Installation zu ändern. Die Basissyntax der Firstboot-Konfigurationsdatei (und die Konfiguration der Schlüsselelemente) werden mit diesem Beispiel erklärt.

Beispiel 20.1: Konfigurieren von Vorschlagsbildschirmen
    …
    <proposals config:type="list">1
        <proposal>2
            <name>firstboot_hardware</name>3
            <mode>installation</mode>4
            <stage>firstboot</stage>5
            <label>Hardware Configuration</label>6
            <proposal_modules config:type="list">7
                <proposal_module>printer</proposal_module>8
            </proposal_modules>
        </proposal>
        <proposal>
        …
        </proposal>
    </proposals>

1

Der Container für alle Vorschläge, die Teil des firstboot-Workflows sein sollen.

2

Der Container für einen einzelnen Vorschlag.

3

Der interne Name des Vorschlags.

4

Der Modus dieses Vorschlags. Nehmen Sie hier keine Änderungen vor. Für eine firstboot-Installation muss diese Option auf Installation eingestellt sein.

5

Die Phase des Installationsprozesses, in der dieser Vorschlag aufgerufen wird. Nehmen Sie hier keine Änderungen vor. Für eine firstboot-Installation muss diese Option auf firstbook eingestellt sein.

6

Die auf dem Vorschlag anzuzeigende Kennung.

7

Der Container für alle Module, die Teil des Vorschlagbildschirms sind.

8

Ein oder mehrere Module, die Teil des Vorschlagbildschirms sind.

Der nächste Abschnitt der firstboot-Konfigurationsdatei besteht aus der Workflow-Definition. Alle Module, die Teil des firstboot-Installations-Workflows sein sollen, müssen hier aufgeführt werden.

Beispiel 20.2: Konfigurieren des Workflow-Abschnitts
    <workflows  config:type="list">
        <workflow>
            <defaults>
                <enable_back>yes</enable_back>
                <enable_next>yes</enable_next>
                <archs>all</archs>
            </defaults>
            <stage>firstboot</stage>
            <label>Configuration</label>
            <mode>installation</mode>
            … <!–– list of modules  ––>
            </modules>
        </workflow>
    </workflows>
    …

Die Gesamtstruktur des Abschnitts Workflows entspricht weitgehend dem des Abschnitts Vorschläge. Ein Container enthält die Workflow-Elemente, die Workflow-Elemente enthalten wiederum Informationen zu Stufe, Kennung und Modus (wie die in Beispiel 20.1, „Konfigurieren von Vorschlagsbildschirmen“ eingeführten Vorschläge). Der Abschnitt Standard ist am unterschiedlichsten. Er enthält grundlegende Design-Informationen für die Workflow-Komponenten:

enable_back

Zeigt in allen Dialogfeldern die Schaltfläche Zurück an.

enable_next

Zeigt in allen Dialogfeldern die Schaltfläche Weiter an.

archs

Geben Sie die Hardware-Architekturen an, in denen dieser Workflow verwendet werden soll.

Beispiel 20.3: Konfigurieren der Liste der Workflow-Komponenten
    <modules  config:type="list">1
        <module>2
            <label>Language</label>3
            <enabled config:type="boolean">false</enabled>4
            <name>firstboot_language</name>5
        </module>
    <modules>

1

Der Container für alle Komponenten des Workflows

2

Die Moduldefinitionen

3

Die mit allen Modulen angezeigte Kennung

4

Der Schalter zum Aktivieren/Deaktivieren dieser Komponenten im Workflow

5

Der Modulname Das Modul selbst muss sich unterhalb von /usr/share/YaST2/clients befinden und über die Dateierweiterung .ycp verfügen.

Um während der firstboot-Installation Änderungen an der Zahl und Reihenfolge der Vorschlagsbildschirme durchzuführen, fahren Sie fort wie folgt:

  1. Öffnen Sie die firstboot-Konfigurationsdatei unter /etc/YaST2/firstboot.xml.

  2. Löschen Sie Vorschlagsbildschirme, fügen Sie Bildschirme hinzu oder ändern Sie die Reihenfolge von vorhandenen Bildschirmen:

    • Um einen Gesamtvorschlag zu löschen, entfernen Sie das Element Vorschlag einschließlich aller Unterelemente aus dem Abschnitt Vorschläge und entfernen Sie das entsprechende Element Modul (mit Unterelementen) aus dem Workflow.

    • Um einen neuen Vorschlag hinzuzufügen, erstellen Sie ein neues Element Vorschlag, und tragen Sie alle erforderlichen Unterelemente ein. Stellen Sie sicher, dass der Vorschlag in /usr/share/YaST2/clients als YaST-Modul vorhanden ist.

    • Um die Reihenfolge der Vorschläge zu ändern, verschieben Sie die entsprechenden Modulelemente Modul, die die Vorschlagsbildschirme enthalten, im Workflow. Beachten Sie, dass Abhängigkeiten zu anderen Installationsschritten bestehen können, die eine bestimmte Reihenfolge der Vorschläge und Workflow-Komponenten voraussetzen.

  3. Wenden Sie Ihre Änderungen an und schließen Sie die Konfigurationsdatei.

Sie können den Workflow der Konfigurationsschritte immer ändern, wenn der Standard Ihren Anforderungen nicht entspricht. Aktivieren oder deaktivieren Sie bestimmte Module im Workflow (oder fügen Sie eigene Workflows hinzu).

Um den Status eines Moduls im firstboot-Workflow umzuschalten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei /etc/YaST2/firstboot.xml.

  2. Ändern Sie den Wert für das Element enabled von true in false, um das Modul zu deaktivieren oder von false in true, um es erneut zu aktivieren.

    <module>
        <label>Time and Date</label>
        <enabled config:type="boolean">true</enabled>
        <name>firstboot_timezone</name>
    </module>
  3. Wenden Sie Ihre Änderungen an und schließen Sie die Konfigurationsdatei.

Um dem benutzerdefinierten Modul einen Workflow hinzuzufügen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Erstellen Sie Ihr eigenes YaST-Modul, und speichern Sie die Moduldatei module_name.ycp in /usr/share/YaST2/clients.

  2. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei /etc/YaST2/firstboot.xml.

  3. Legen Sie fest, an welchem Punkt des Workflows Ihr neues Modul ausgeführt werden soll. Stellen Sie dabei sicher, dass mögliche Abhängigkeiten zu anderen Schritten im Workflow berücksichtigt und aufgelöst werden.

  4. Erstellen Sie im Container Module ein neues Modul-Element und fügen Sie die entsprechenden Unterelemente hinzu:

    <modules config:type="list">
         …
         <module>
            <label>my_module</label>
            <enabled config:type="boolean">true</enabled>
            <name>filename_my_module</name>
         </module>
    </modules>
    1. Geben Sie die Kennung ein, die im Element Kennung auf Ihrem Modul angezeigt werden soll.

    2. Stellen Sie sicher, dass Enabled auf true eingestellt ist, damit Ihr Modul in den Workflow aufgenommen wird.

    3. Geben Sie den Dateinamen Ihres Moduls in das Element Name ein. Lassen Sie den vollständigen Pfad und das Suffix .ycp weg.

  5. Wenden Sie Ihre Einstellungen an, und schließen Sie die Konfigurationsdatei.

Tipp
Tipp: Suchen der angeschlossenen Netzwerkschnittstelle für die automatische Konfiguration

Falls die Zielhardware mehrere Netzwerkschnittstellen besitzt, fügen Sie das network-autoconfig-Paket zum Anwendungs-Image hinzu. network-autoconfig stellt sicher, dass während firstboot alle verfügbaren Ethernetschnittstellen durchlaufen werden, bis eine erfolgreich mit DHCP konfiguriert wurde.

20.2.5 Konfigurieren von zusätzlichen Skripten

Firstboot kann so konfiguriert werden, dass zusätzliche Skripten ausgeführt werden, nachdem der Firstboot-Workflow abgeschlossen wurde. Um der firstboot-Sequenz zusätzliche Skripten hinzuzufügen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei /etc/sysconfig/firstboot, und stellen Sie sicher, dass der für SCRIPT_DIR angegebene Pfad korrekt ist. Der Standardwert ist /usr/share/firstboot/scripts.

  2. Erstellen Sie Ihr Shell-Skript, speichern Sie es in das angegebene Verzeichnis und wenden Sie die entsprechenden Dateiberechtigungen an.

20.2.6 Bereitstellen von Übersetzungen des Installations-Workflows

Abhängig vom Endbenutzer könnten Übersetzungen des benutzerdefinierten Workflows gewünscht werden. Diese Übersetzungen könnten notwendig sein, wenn Sie den Workflow durch Ändern der Datei /etc/YaST2/firstboot.xml wie unter Abschnitt 20.2.4, „Anpassen des Workflows“ beschrieben angepasst haben. Dies unterscheidet sich von der Lokalisierung benutzerdefinierter YaST-Meldungen, was bereits unter Abschnitt 20.2.1, „Anpassen von YaST-Meldungen“ beschrieben ist.

Wenn Sie die Datei /etc/YaST2/firstboot.xml geändert und Änderungen an Zeichenketten vorgenommen haben, erstellen Sie eine neue Übersetzungsvorlagendatei (.pot-Datei), und verwenden Sie die gettext-Toolkette zur Übersetzung. Installieren Sie die übersetzten Dateien schließlich in den YaST-Locale-Verzeichnissen (/usr/share/YaST2/locale) als kompilierte .mo-Dateien. Führen Sie dazu die folgenden Schritte aus:

  1. Ändern Sie die Einstellung textdomain von:

    <textdomain>firstboot</textdomain>

    zu beispielsweise

    <textdomain>firstboot-oem</textdomain>
  2. Verwenden Sie xgettext, um die übersetzbaren Zeichenketten zur Übersetzungsvorlagendatei (.pot-Datei) hinzuzufügen, zum Beispiel zu firstboot-oem.pot:

    xgettext -L Glade -o firstboot-oem.pot /etc/YaST2/firstboot.xml
  3. Starten Sie den Übersetzungsprozess. Packen Sie anschließend die übersetzten Dateien (LL_code.po-Dateien) genauso wie die Übersetzungen der anderen Projekte und installieren Sie die kompilierten firstboot-oem.mo-Dateien.

Falls Sie Übersetzungen für zusätzliche oder geänderte YaST-Module benötigen, stellen Sie die Übersetzungen in einem derartigen Modul selbst bereit. Wenn Sie ein vorhandenes Modul gerade geändert haben, ändern Sie auf jeden Fall auch dessen textdomain-Anweisung, um unerwünschte Nebeneffekte zu vermeiden.

Tipp
Tipp: Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zur YaST-Bereitstellung finden Sie in http://en.opensuse.org/openSUSE:YaST_development. Detaillierte Informationen über YaST Firstboot finden Sie unter http://doc.opensuse.org/projects/YaST/SLES11/tdg/bk09ch01s02.html.

20.3 Klonen der Master-Installation

Klonen Sie die Festplatte des Master-Rechners mit einem verfügbaren Imaging-Mechanismus und führen Sie die Images auf den Zielrechnern ein. Weitere Informationen zum Imaging finden Sie unter Kapitel 17, KIWI.

20.4 Anpassen der Installation

Sobald das geklonte Festplatten-Image gestartet wurde, startet firstboot und die Installation fährt genauso fort wie in Abschnitt 20.2.4, „Anpassen des Workflows“ beschrieben. Nur die Komponenten werden gestartet, die in der firstboot-Workflow-Konfiguration enthalten sind. Alle anderen Installationsschritte werden übersprungen. Der Endbenutzer passt Sprache, Tastatur, Netzwerk und Passworteinstellungen an, um den Arbeitsplatzrechner zu personalisieren. Nach Abschluss dieses Vorgangs verhält sich ein mit Firstboot installiertes System wie eine normale Instanz von SUSE Linux Enterprise Server.

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