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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 11 SP4

14 Installation mit entferntem Zugriff

Für die Installation von SUSE® Linux Enterprise Server stehen zahlreiche Verfahren zur Auswahl. Abgesehen von der normalen Medieninstallation, die in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben wird, können Sie aus mehreren netzwerkbasierten Ansätzen auswählen oder eine vollautomatische Installation von SUSE Linux Enterprise Server ausführen.

Die einzelnen Methoden werden über zwei kurze Checklisten eingeführt: In einer werden die Voraussetzungen für diese Methoden aufgeführt, in der anderen die grundlegenden Verfahren dargestellt. Anschließend werden alle in diesen Installationsszenarien verwendeten Techniken ausführlicher erläutert.

Anmerkung
Anmerkung

In den folgenden Abschnitten wird das System, auf dem die neue SUSE Linux Enterprise Server-Installation ausgeführt wird, als Zielsystem oder Installationsziel bezeichnet. Der Begriff Repository (früher Installationsquelle genannt) wird für alle Quellen der Installationsdaten verwendet. Dazu gehören physische Medien, z. B. CD und DVD, sowie Netzwerkserver, die die Installationsdaten im Netzwerk verteilen.

14.1 Installationsszenarien für die Installation auf entfernten Systemen

In diesem Abschnitt werden die gängigsten Installationsszenarien für Installationen auf entfernten Systemen beschrieben. Prüfen Sie für jedes Szenario die Liste der Voraussetzungen und befolgen Sie das für dieses Szenario beschriebene Verfahren. Falls Sie für einen bestimmten Schritt ausführliche Anweisungen benötigen, folgen Sie den entsprechenden Links.

Wichtig
Wichtig

Die Konfiguration des X Window Systems ist nicht Teil des entfernten Installationsvorgangs. Melden Sie sich nach Abschluss der Installation beim Zielsystem als root an, geben Sie telinit 3 ein und starten Sie SaX2, um die Grafikhardware zu konfigurieren.

14.1.1 Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Statische Netzwerkkonfiguration

Diese Art der Installation erfordert physischen Zugriff auf das Zielsystem, um dieses für die Installation zu booten. Die Installation selbst wird vollständig von einer entfernten Arbeitsstation gesteuert, die mit dem Installationsprogramm über VNC verbunden ist. Das Eingreifen des Benutzers ist wie bei der manuellen Installation erforderlich (siehe Kapitel 6, Installation mit YaST).

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Entferntes Repository: NFS, HTTP, FTP oder SMB mit einer funktionierenden Netzwerkverbindung.

  • Zielsystem mit funktionierender Netzwerkverbindung.

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und VNC-Viewer-Software oder Java-fähiger Browser (Firefox, Konqueror, Internet Explorer, Opera usw.).

  • Physisches Bootmedium (CD, DVD oder USB-Flash-Drive) zum Booten des Zielsystems.

  • Gültige statische IP-Adressen, die dem Repository und dem Steuersystem bereits zugewiesen sind.

  • Gültige statische IP-Adresse, die dem Zielsystem zugewiesen wird.

  • Beim Installieren über VNC wird X11 nicht konfiguriert und die Ausgabe wird an den lokalen Computer umgeleitet. Soll SaX2 verwendet werden, geben Sie Folgendes ein: export DISPLAY=:0 && sax2 -a -r

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation durchzuführen:

  1. Richten Sie das Repository wie in Abschnitt 14.2, „Einrichten des Servers, auf dem sich die Installationsquellen befinden“ beschrieben ein. Wählen Sie einen NFS-, HTTP- oder FTP-Netzwerkserver. Informationen zu einem SMB-Repository finden Sie unter Abschnitt 14.2.5, „Verwalten eines SMB-Repositorys“.

  2. Booten Sie das Zielsystem mit DVD1 aus dem SUSE Linux Enterprise Server-Medienkit.

  3. Wenn der Bootbildschirm des Zielsystems erscheint, legen Sie mithilfe der Eingabeaufforderung für die Boot-Optionen die entsprechenden VNC-Optionen und die Adresse des Repositorys fest. Dies wird ausführlich in Abschnitt 14.4, „Booten des Zielsystems für die Installation“ beschrieben.

    Das Zielsystem bootet in eine textbasierte Umgebung und gibt die Netzwerkadresse und Anzeigenummer an, unter der die grafische Installationsumgebung über eine VNC-Viewer-Anwendung oder einen Browser erreichbar ist. VNC-Installationen geben sich selbst über OpenSLP bekannt und können, sofern die Firewall-Einstellungen dies zulassen, mithilfe von Konqueror im Modus service:/ oder slp:/ ermittelt werden.

  4. Öffnen Sie auf der steuernden Arbeitsstation eine VNC-Viewer-Anwendung oder einen Webbrowser und stellen Sie wie in Abschnitt 14.5.1, „VNC-Installation“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  5. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben aus. Stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her, nachdem dieses neu gebootet wurde.

  6. Schließen Sie die Installation ab.

14.1.2 Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Dynamische Netzwerkkonfiguration

Diese Art der Installation erfordert physischen Zugriff auf das Zielsystem, um dieses für die Installation zu booten. Die Netzwerkkonfiguration erfolgt über DHCP. Die Installation selbst wird vollständig über eine entfernte Arbeitsstation ausgeführt, die über VNC mit dem Installationsprogramm verbunden ist. Für die eigentliche Konfiguration ist jedoch das Eingreifen des Benutzers erforderlich.

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Entferntes Repository: NFS, HTTP, FTP oder SMB mit einer funktionierenden Netzwerkverbindung.

  • Zielsystem mit funktionierender Netzwerkverbindung.

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und VNC-Viewer-Software oder Java-fähiger Browser (Firefox, Konqueror, Internet Explorer oder Opera).

  • Booten Sie das Zielsystem mit DVD1 aus dem SUSE Linux Enterprise Server-Medienkit.

  • Laufender DHCP-Server, der IP-Adressen zur Verfügung stellt.

  • Beim Installieren über VNC wird X11 nicht konfiguriert und die Ausgabe wird an den lokalen Computer umgeleitet. Soll SaX2 verwendet werden, geben Sie Folgendes ein: export DISPLAY=:0 && sax2 -a -r

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation durchzuführen:

  1. Richten Sie das Repository wie in Abschnitt 14.2, „Einrichten des Servers, auf dem sich die Installationsquellen befinden“ beschrieben ein. Wählen Sie einen NFS-, HTTP- oder FTP-Netzwerkserver. Informationen zu einem SMB-Repository finden Sie unter Abschnitt 14.2.5, „Verwalten eines SMB-Repositorys“.

  2. Booten Sie das Zielsystem mit DVD1 aus dem SUSE Linux Enterprise Server-Medienkit.

  3. Wenn der Bootbildschirm des Zielsystems erscheint, legen Sie mithilfe der Eingabeaufforderung für die Boot-Optionen die entsprechenden VNC-Optionen und die Adresse des Repositorys fest. Dies wird ausführlich in Abschnitt 14.4, „Booten des Zielsystems für die Installation“ beschrieben.

    Das Zielsystem bootet in eine textbasierte Umgebung und gibt die Netzwerkadresse und Anzeigenummer an, unter der die grafische Installationsumgebung über eine VNC-Viewer-Anwendung oder einen Browser erreichbar ist. VNC-Installationen geben sich selbst über OpenSLP bekannt und können, sofern die Firewall-Einstellungen dies zulassen, mithilfe von Konqueror im Modus service:/ oder slp:/ ermittelt werden.

  4. Öffnen Sie auf der steuernden Arbeitsstation eine VNC-Viewer-Anwendung oder einen Webbrowser und stellen Sie wie in Abschnitt 14.5.1, „VNC-Installation“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  5. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben aus. Stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her, nachdem dieses neu gebootet wurde.

  6. Schließen Sie die Installation ab.

14.1.3 Installation auf entfernten Systemen über VNC – PXE-Boot und Wake-on-LAN

Diese Art der Installation wird vollständig automatisch durchgeführt. Der Zielcomputer wird über den entfernten Zugriff gestartet und gebootet. Das Eingreifen des Benutzers ist lediglich für die eigentliche Installation erforderlich. Dieser Ansatz ist für standortübergreifende Implementierungen geeignet.

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Entferntes Repository: NFS, HTTP, FTP oder SMB mit einer funktionierenden Netzwerkverbindung.

  • TFTP-Server.

  • Laufender DHCP-Server für Ihr Netzwerk.

  • Zielsystem, das PXE-Boot-, Netzwerk- und Wake-on-LAN-fähig, angeschlossen und mit dem Netzwerk verbunden ist.

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und VNC-Viewer-Software oder Java-fähiger Browser (Firefox, Konqueror, Internet Explorer oder Opera).

  • Beim Installieren über VNC wird X11 nicht konfiguriert und die Ausgabe wird an den lokalen Computer umgeleitet. Soll SaX2 verwendet werden, geben Sie Folgendes ein: export DISPLAY=:0 && sax2 -a -r

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation auszuführen:

  1. Richten Sie das Repository wie in Abschnitt 14.2, „Einrichten des Servers, auf dem sich die Installationsquellen befinden“ beschrieben ein. Wählen Sie einen NFS-, HTTP- oder FTP-Netzwerkserver aus oder konfigurieren Sie ein SMB-Repository wie in Abschnitt 14.2.5, „Verwalten eines SMB-Repositorys“ beschrieben.

  2. Richten Sie einen TFTP-Server ein, auf dem das Boot-Image gespeichert wird, das vom Zielsystem abgerufen werden kann. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Abschnitt 14.3.2, „Einrichten eines TFTP-Servers“ beschrieben.

  3. Richten Sie einen DHCP-Server ein, der IP-Adressen für alle Computer bereitstellt und dem Zielsystem den Speicherort des TFTP-Servers bekannt gibt. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Abschnitt 14.3.1, „Einrichten eines DHCP-Servers“ beschrieben.

  4. Bereiten Sie das Zielsystem für PXE-Boot vor. Dies wird ausführlich in Abschnitt 14.3.5, „Vorbereiten des Zielsystems für PXE-Boot“ beschrieben.

  5. Initiieren Sie den Bootvorgang des Zielsystems mithilfe von Wake-on-LAN. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Abschnitt 14.3.7, „Wake-on-LAN“ beschrieben.

  6. Öffnen Sie auf der steuernden Arbeitsstation eine VNC-Viewer-Anwendung oder einen Webbrowser und stellen Sie wie in Abschnitt 14.5.1, „VNC-Installation“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  7. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben aus. Stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her, nachdem dieses neu gebootet wurde.

  8. Schließen Sie die Installation ab.

14.1.4 Einfache Installation mit entferntem Zugriff über SSH – Statische Netzwerkkonfiguration

Diese Art der Installation erfordert physischen Zugriff auf das Zielsystem, um dieses für die Installation zu booten und um die IP-Adresse des Installationsziels zu ermitteln. Die Installation selbst wird vollständig von einer entfernten Arbeitsstation gesteuert, die mit dem Installationsprogramm über SSH verbunden ist. Das Eingreifen des Benutzers ist wie bei der regulären Installation erforderlich (siehe Kapitel 6, Installation mit YaST).

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Entferntes Repository: NFS, HTTP, FTP oder SMB mit einer funktionierenden Netzwerkverbindung.

  • Zielsystem mit funktionierender Netzwerkverbindung.

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und funktionierender SSH-Client-Software.

  • Booten Sie das Zielsystem mit DVD1 aus dem SUSE Linux Enterprise Server-Medienkit.

  • Gültige statische IP-Adressen, die dem Repository und dem Steuersystem bereits zugewiesen sind.

  • Gültige statische IP-Adresse, die dem Zielsystem zugewiesen wird.

  • Beim Installieren über SSH wird X11 nicht konfiguriert und die Ausgabe wird an den lokalen Computer umgeleitet. Soll SaX2 verwendet werden, geben Sie Folgendes ein: export DISPLAY=:0 && sax2 -a -r

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation durchzuführen:

  1. Richten Sie das Repository wie in Abschnitt 14.2, „Einrichten des Servers, auf dem sich die Installationsquellen befinden“ beschrieben ein. Wählen Sie einen NFS-, HTTP- oder FTP-Netzwerkserver. Informationen zu einem SMB-Repository finden Sie unter Abschnitt 14.2.5, „Verwalten eines SMB-Repositorys“.

  2. Booten Sie das Zielsystem mit DVD1 aus dem SUSE Linux Enterprise Server-Medienkit.

  3. Wenn der Bootbildschirm des Zielsystems erscheint, legen Sie mithilfe der Eingabeaufforderung für die Boot-Optionen die entsprechenden VNC-Optionen und die Adresse des Repositorys fest. Dies wird ausführlich in Abschnitt 14.4.2, „Benutzerdefinierte Boot-Optionen“ beschrieben.

    Das Zielsystem bootet in eine textbasierte Umgebung und gibt die Netzwerkadresse an, unter der die grafische Installationsumgebung von einen beliebigen SSH-Client adressiert werden kann.

  4. Öffnen Sie auf der steuernden Arbeitsstation ein Terminalfenster und stellen Sie wie in Abschnitt 14.5.2.2, „Herstellen der Verbindung mit dem Installationsprogramm“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  5. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben aus. Stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her, nachdem dieses neu gebootet wurde.

  6. Schließen Sie die Installation ab.

14.1.5 Einfache entfernte Installation über SSH – Dynamische Netzwerkkonfiguration

Diese Art der Installation erfordert physischen Zugriff auf das Zielsystem, um dieses für die Installation zu booten und um die IP-Adresse des Installationsziels zu ermitteln. Die Installation selbst wird vollständig über eine entfernte Arbeitsstation ausgeführt, die über SSH mit dem Installationsprogramm verbunden ist. Für die eigentliche Konfiguration ist jedoch das Eingreifen des Benutzers erforderlich.

Anmerkung
Anmerkung: Vermeiden eines Verbindungsverlusts nach Schritt 2 (Installation)

Aktivieren Sie im Dialogfeld der Netzwerkeinstellungen die Option Traditionelle Methode mit ifup, und vermeiden Sie NetworkManager. Ansonsten geht Ihre SSH-Verbindung während der Installation verloren. Sobald die Installation beendet ist, setzen Sie die Einstellungen wieder auf Benutzergesteuert mithilfe von NetworkManager zurück.

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Entferntes Repository: NFS, HTTP, FTP oder SMB mit einer funktionierenden Netzwerkverbindung.

  • Zielsystem mit funktionierender Netzwerkverbindung.

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und funktionierender SSH-Client-Software.

  • Physisches Bootmedium (CD, DVD oder USB-Flash-Drive) zum Booten des Zielsystems.

  • Laufender DHCP-Server, der IP-Adressen zur Verfügung stellt.

  • Beim Installieren über SSH wird X11 nicht konfiguriert und die Ausgabe wird an den lokalen Computer umgeleitet. Soll SaX2 verwendet werden, geben Sie Folgendes ein: export DISPLAY=:0 && sax2 -a -r

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation durchzuführen:

  1. Richten Sie das Repository wie in Abschnitt 14.2, „Einrichten des Servers, auf dem sich die Installationsquellen befinden“ beschrieben ein. Wählen Sie einen NFS-, HTTP- oder FTP-Netzwerkserver. Informationen zu einem SMB-Repository finden Sie unter Abschnitt 14.2.5, „Verwalten eines SMB-Repositorys“.

  2. Booten Sie das Zielsystem mit DVD1 aus dem SUSE Linux Enterprise Server-Medienkit.

  3. Wenn der Bootbildschirm des Zielsystems erscheint, legen Sie mithilfe der Eingabeaufforderung für die Boot-Optionen die entsprechenden Parameter für die Netzwerkverbindung, den Speicherort der Installationsquelle und die SSH-Aktivierung fest. Weitere Informationen sowie ausführliche Anweisungen zur Verwendung dieser Parameter finden Sie in Abschnitt 14.4.2, „Benutzerdefinierte Boot-Optionen“.

    Das Zielsystem bootet in eine textbasierte Umgebung und gibt die Netzwerkadresse an, unter der die grafische Installationsumgebung über einen beliebigen SSH-Client erreichbar ist.

  4. Öffnen Sie auf der steuernden Arbeitsstation ein Terminalfenster und stellen Sie wie in Abschnitt 14.5.2.2, „Herstellen der Verbindung mit dem Installationsprogramm“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  5. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben aus. Stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her, nachdem dieses neu gebootet wurde.

  6. Schließen Sie die Installation ab.

14.1.6 Installation auf entfernten Systemen über SSH – PXE-Boot und Wake-on-LAN

Diese Art der Installation wird vollständig automatisch durchgeführt. Der Zielcomputer wird über den entfernten Zugriff gestartet und gebootet.

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Entferntes Repository: NFS, HTTP, FTP oder SMB mit einer funktionierenden Netzwerkverbindung.

  • TFTP-Server.

  • Laufender DHCP-Server für Ihr Netzwerk, der dem zu installierenden Host eine statische IP-Adresse zuweist.

  • Zielsystem, das PXE-Boot-, Netzwerk- und Wake-on-LAN-fähig, angeschlossen und mit dem Netzwerk verbunden ist.

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und SSH-Client-Software.

  • Beim Installieren über SSH wird X11 nicht konfiguriert und die Ausgabe wird an den lokalen Computer umgeleitet. Soll SaX2 verwendet werden, geben Sie Folgendes ein: export DISPLAY=:0 && sax2 -a -r

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation auszuführen:

  1. Richten Sie das Repository wie in Abschnitt 14.2, „Einrichten des Servers, auf dem sich die Installationsquellen befinden“ beschrieben ein. Wählen Sie einen NFS-, HTTP- oder FTP-Netzwerkserver. Weitere Informationen zur Konfiguration eines SMB-Repositorys finden Sie in Abschnitt 14.2.5, „Verwalten eines SMB-Repositorys“.

  2. Richten Sie einen TFTP-Server ein, auf dem das Boot-Image gespeichert wird, das vom Zielsystem abgerufen werden kann. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Abschnitt 14.3.2, „Einrichten eines TFTP-Servers“ beschrieben.

  3. Richten Sie einen DHCP-Server ein, der IP-Adressen für alle Computer bereitstellt und dem Zielsystem den Speicherort des TFTP-Servers bekannt gibt. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Abschnitt 14.3.1, „Einrichten eines DHCP-Servers“ beschrieben.

  4. Bereiten Sie das Zielsystem für PXE-Boot vor. Dies wird ausführlich in Abschnitt 14.3.5, „Vorbereiten des Zielsystems für PXE-Boot“ beschrieben.

  5. Initiieren Sie den Bootvorgang des Zielsystems mithilfe von Wake-on-LAN. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Abschnitt 14.3.7, „Wake-on-LAN“ beschrieben.

  6. Starten Sie auf der steuernden Arbeitsstation einen SSH-Client und stellen Sie wie in Abschnitt 14.5.2, „SSH-Installation“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  7. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben aus. Stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her, nachdem dieses neu gebootet wurde.

  8. Schließen Sie die Installation ab.

14.2 Einrichten des Servers, auf dem sich die Installationsquellen befinden

Je nachdem, welches Betriebssystem auf dem Computer ausgeführt wird, der als Netzwerk-Installationsquelle für SUSE Linux Enterprise Server verwendet werden soll, stehen für die Serverkonfiguration mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Am einfachsten lässt sich ein Installationsserver mit YaST unter SUSE Linux Enterprise Server 11 SP4 oder openSUSE 11.1 und höher einrichten.

Tipp
Tipp

Für die Linux-Implementierung kann auch ein Microsoft Windows-Computer als Installationsserver verwendet werden. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 14.2.5, „Verwalten eines SMB-Repositorys“.

14.2.1 Einrichten eines Installationsservers mithilfe von YaST

YaST bietet ein grafisches Werkzeug zum Erstellen von Repositorys. Es unterstützt HTTP-, FTP- und NFS-Netzwerk-Installationsserver.

  1. Melden Sie sich bei dem Computer, der als Installationsserver verwendet werden soll, als root an.

  2. Starten Sie YaST › Verschiedenes › Installationsserver.

  3. Wählen Sie den gewünschten Repositorytyp (HTTP, FTP oder NFS). Der ausgewählte Dienst wird bei jedem Systemstart automatisch gestartet. Wenn ein Dienst des ausgewählten Typs auf dem System bereits ausgeführt wird und Sie diesen Dienst für den Server manuell konfigurieren möchten, deaktivieren Sie die automatische Konfiguration des Serverdiensts, indem Sie Keine Netzwerkdienste konfigurieren wählen. Geben Sie in beiden Fällen das Verzeichnis an, in dem die Installationsdaten auf dem Server zur Verfügung gestellt werden sollen.

  4. Konfigurieren Sie den erforderlichen Repositorytyp. Dieser Schritt bezieht sich auf die automatische Konfiguration der Serverdienste. Wenn die automatische Konfiguration deaktiviert ist, wird dieser Schritt übersprungen.

    Legen Sie einen Aliasnamen für das root-Verzeichnis auf dem FTP- oder HTTP-Server fest, in dem die Installationsdaten gespeichert werden sollen. Das Repository befindet sich später unter ftp://Server-IP/Alias/Name (FTP) oder unter http://Server-IP/Alias/Name (HTTP). Name steht für den Namen des Repositorys, das im folgenden Schritt definiert wird. Wenn Sie im vorherigen Schritt NFS ausgewählt haben, legen Sie Platzhalter und Exportoptionen fest. Der Zugriff auf den NFS-Server erfolgt über nfs://Server-IP/Name. Informationen zu NFS und Exportvorgängen finden Sie in Kapitel 29, Verteilte Nutzung von Dateisystemen mit NFS.

    Tipp
    Tipp: Firewall-Einstellungen

    Stellen Sie sicher, dass die Firewall-Einstellungen Ihres Server-Systems Datenverkehr an den entsprechenden Ports für HTTP, NFS und FTP erlauben. Ist dies nicht der Fall, aktivieren Sie zuvor Firewall-Port öffnen oder Firewall-Details.

  5. Konfigurieren Sie das Repository. Bevor die Installationsmedien in ihr Zielverzeichnis kopiert werden, müssen Sie den Namen des Repositorys angeben (dies sollte im Idealfall eine leicht zu merkende Abkürzung des Produkts und der Version sein). YaST ermöglicht das Bereitstellen von ISO-Images der Medien an Stelle von Kopien der Installations-DVDs. Wenn Sie diese Funktion verwenden möchten, aktivieren Sie das entsprechende Kontrollkästchen und geben Sie den Verzeichnispfad an, in dem sich die ISO-Dateien lokal befinden. Je nachdem, welches Produkt mithilfe dieses Installationsservers verteilt werden soll, können mehrere Add-on-CDs oder Service-Pack-CDs erforderlich sein. Sie müssen als zusätzliche Repositorys hinzugefügt werden. Um den Installationsserver über OpenSLP im Netzwerk bekannt zu geben, aktivieren Sie die entsprechende Option.

    Tipp
    Tipp

    Wenn Ihr Netzwerk diese Option unterstützt, sollten Sie Ihr Repository auf jeden Fall über OpenSLP bekannt machen. Dadurch ersparen Sie sich die Eingabe des Netzwerk-Installationspfads auf den einzelnen Zielcomputern. Die Zielsysteme werden einfach unter Verwendung der SLP-Boot-Option gebootet und finden das Netzwerk-Repository ohne weitere Konfigurationsschritte. Weitere Informationen zu dieser Option finden Sie in Abschnitt 14.4, „Booten des Zielsystems für die Installation“.

  6. Laden Sie die Installationsdaten hoch. Der die meiste Zeit in Anspruch nehmende Schritt bei der Konfiguration eines Installationsservers ist das Kopieren der eigentlichen Installations-DVDs. Legen Sie die Medien in der von YaST angegebenen Reihenfolge ein und warten Sie, bis der Kopiervorgang abgeschlossen ist. Wenn alle Quellen erfolgreich kopiert wurden, kehren Sie zur Übersicht der vorhandenen Repositorys zurück und schließen Sie die Konfiguration, indem Sie Verlassen wählen.

    Der Installationsserver ist jetzt vollständig konfiguriert und betriebsbereit. Er wird bei jedem Systemstart automatisch gestartet. Es sind keine weiteren Aktionen erforderlich. Sie müssen diesen Dienst lediglich ordnungsgemäß manuell konfigurieren und starten, wenn die automatische Konfiguration der ausgewählten Netzwerkdienste mit YaST anfänglich deaktiviert wurde.

Wählen Sie zum Deaktivieren eines Repositorys das zu entfernende Repository aus und wählen Sie dann Löschen. Die Installationsdaten werden vom System entfernt. Um den Netzwerkdienst zu deaktivieren, verwenden Sie das entsprechende YaST-Modul.

Wenn der Installationsserver die Installationsdaten für mehrere Produkte einer Produktversion zur Verfügung stellen soll, starten Sie das YaST -Installationservermodul, und wählen Sie in der Übersicht der vorhandenen Repositorys die Option Hinzufügen, um das neue Repository zu konfigurieren.

14.2.2 Manuelles Einrichten eines NFS-Repositorys

Das Einrichten einer NFS-Quelle für die Installation erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt erstellen Sie die Verzeichnisstruktur für die Installationsdaten und kopieren diese in die Struktur. Im zweiten Schritt exportieren Sie das Verzeichnis mit den Installationsdaten in das Netzwerk.

Gehen Sie wie folgt vor, um ein Verzeichnis für die Installationsdaten zu erstellen:

  1. Melden Sie sich als root-Benutzer an.

  2. Erstellen Sie ein Verzeichnis, in dem die Installationsdaten gespeichert werden sollen, und wechseln Sie in dieses Verzeichnis. Beispiel:

    mkdir install/product/productversion
    cd install/product/productversion

    Ersetzen Sie Produkt durch eine Abkürzung des Produktnamens und Produktversion durch eine Zeichenkette, die den Produktnamen und die Version enthält.

  3. Führen Sie für die einzelnen im Medienkit enthaltenen DVDs die folgenden Kommandos aus:

    1. Kopieren Sie den gesamten Inhalt der Installations-DVD in das Server-Installationsverzeichnis:

      cp -a /media/path_to_your_DVD_drive .

      Ersetzen Sie path_to_your_DVD_drive durch den tatsächlichen Pfad, in dem sich das DVD-Laufwerk befindet. Dies kann je nach Laufwerktyp, der auf dem System verwendet wird, cdrom, cdrecorder, dvd oder dvdrecorder sein.

    2. Benennen Sie das Verzeichnis in die DVD-Nummer um:

      mv path_to_your_DVD_drive DVDx

      Ersetzen Sie x durch die Nummer der DVD.

In SUSE Linux Enterprise Server können Sie das Repository mit NFS unter Verwendung von YaST exportieren. Führen Sie dazu die folgenden Schritte aus:

  1. Melden Sie sich als root-Benutzer an.

  2. Starten Sie YaST › Netzwerkdienste › NFS-Server.

  3. Wählen Sie Starten und Firewall-Port öffnen und klicken Sie auf Weiter.

  4. Wählen Sie Verzeichnis hinzufügen und navigieren Sie zum Verzeichnis mit den Installationsquellen, in diesem Fall Produktversion.

  5. Wählen Sie Host hinzufügen und geben Sie die Hostnamen der Computer ein, auf die die Installationsdaten exportiert werden sollen. An Stelle der Hostnamen können Sie hier auch Platzhalter, Netzwerkadressbereiche oder einfach den Domänennamen Ihres Netzwerks eingeben. Geben Sie die gewünschten Exportoptionen an oder übernehmen Sie die Vorgabe, die für die meisten Konfigurationen ausreichend ist. Weitere Informationen dazu, welche Syntax beim Exportieren von NFS-Freigaben verwendet wird, finden Sie auf der man-Seite zu exports.

  6. Klicken Sie auf Verlassen. Der NFS-Server, auf dem sich das SUSE Linux Enterprise Server-Repository befindet, wird automatisch gestartet und in den Bootvorgang integriert.

Wenn Sie die Repositorys nicht mit dem YaST-NFS-Servermodul, sondern manuell exportieren möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Melden Sie sich als root-Benutzer an.

  2. Öffnen Sie die Datei /etc/exports und geben Sie die folgende Zeile ein:

    /productversion *(ro,root_squash,sync)

    Dadurch wird das Verzeichnis /Produktversion auf alle Hosts exportiert, die Teil dieses Netzwerks sind oder eine Verbindung zu diesem Server herstellen können. Um den Zugriff auf diesen Server zu beschränken, geben Sie an Stelle des allgemeinen Platzhalters * Netzmasken oder Domänennamen an. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der man-Seite für den Befehl export. Speichern und schließen Sie diese Konfigurationsdatei.

  3. Um den NFS-Dienst zu der beim Booten des System generierten Liste der Server hinzuzufügen, führen Sie die folgenden Befehle aus:

    insserv /etc/init.d/nfsserver
  4. Starten Sie den NFS-Server mit rcnfsserver start. Wenn Sie die Konfiguration des NFS-Servers zu einem späteren Zeitpunkt ändern müssen, ändern Sie die Konfigurationsdatei wie erforderlich und starten die den NFS-Dämon neu, indem Sie rcnfsserver restart eingeben.

Die Bekanntgabe des NFS-Servers über OpenSLP stellt dessen Adresse allen Clients im Netzwerk zur Verfügung.

  1. Melden Sie sich als root-Benutzer an.

  2. Erstellen Sie die Konfigurationsdatei /etc/slp.reg.d/install.suse.nfs.reg mit folgenden Zeilen:

    # Register the NFS Installation Server
    service:install.suse:nfs://$HOSTNAME/path_to_repository/DVD1,en,65535 
    description=NFS Repository

    Ersetzen Sie path_to_repository durch den eigentlichen Pfad der Installationsquelle auf dem Server.

  3. Starten Sie den OpenSLP-Daemon mit rcslpd start.

Weitere Informationen zu OpenSLP finden Sie in der Paket-Dokumentation im Verzeichnis /usr/share/doc/packages/openslp/ oder in Kapitel 23, SLP-Dienste im Netzwerk. Weitere Informationen zu NFS finden Sie unter Kapitel 29, Verteilte Nutzung von Dateisystemen mit NFS.

14.2.3 Manuelles Einrichten eines FTP-Repositorys

Das Erstellen eines FTP-Repositorys ist dem Erstellen eines NFS-Repositorys sehr ähnlich. Ein FTP-Repository kann ebenfalls mit OpenSLP im Netzwerk bekannt gegeben werden.

  1. Erstellen Sie wie in Abschnitt 14.2.2, „Manuelles Einrichten eines NFS-Repositorys“ beschrieben ein Verzeichnis für die Installationsquellen.

  2. Konfigurieren Sie den FTP-Server für die Verteilung des Inhalts des Installationsverzeichnisses:

    1. Melden Sie sich als root an, und installieren Sie mithilfe der YaST-Softwareverwaltung das Paket vsftpd.

    2. Wechseln Sie in das root-Verzeichnis des FTP-Servers:

      cd /srv/ftp
    3. Erstellen Sie im root-Verzeichnis des FTP-Servers ein Unterverzeichnis für die Installationsquellen:

      mkdir repository

      Ersetzen Sie repository durch den Produktnamen.

    4. Hängen Sie den Inhalt des Installations-Repository in der change-root-Umgebung des FTP-Servers ein:

      mount --bind path_to_repository /srv/ftp/repository

      Ersetzen Sie path_to_repository und Repository durch die entsprechenden Werte für Ihre Konfiguration. Wenn diese Einstellungen dauerhaft übernommen werden sollen, fügen Sie sie zu /etc/fstab hinzu.

    5. Starten Sie vsftpd mit vsftpd.

  3. Geben Sie das Repository über OpenSLP bekannt, sofern dies von Ihrer Netzwerkkonfiguration unterstützt wird:

    1. Erstellen Sie die Konfigurationsdatei /etc/slp.reg.d/install.suse.ftp.reg mit folgenden Zeilen:

      # Register the FTP Installation Server
      service:install.suse:ftp://$HOSTNAME/repository/DVD1,en,65535 
      description=FTP Repository

      Ersetzen Sie repository durch den Namen des Repository-Verzeichnisses auf Ihrem Server. Die Zeile Dienst: sollte als eine fortlaufende Zeile eingegeben werden.

    2. Starten Sie den OpenSLP-Daemon mit rcslpd start.

Tipp
Tipp: Konfigurieren eines FTP-Servers mit YaST

Wenn Sie lieber YaST verwenden, anstatt den FTP-Installationsserver manuell zu konfigurieren, finden Sie unter Kapitel 32, Einrichten eines FTP-Servers mit YaST weitere Informationen zum Verwenden des YaST-FTP-Servermoduls.

14.2.4 Manuelles Einrichten eines HTTP-Repositorys

Das Erstellen eines HTTP-Repositorys ist dem Erstellen eines NFS-Repositorys sehr ähnlich. Ein HTTP-Repository kann ebenfalls mit OpenSLP im Netzwerk bekannt gegeben werden.

  1. Erstellen Sie wie in Abschnitt 14.2.2, „Manuelles Einrichten eines NFS-Repositorys“ beschrieben ein Verzeichnis für die Installationsquellen.

  2. Konfigurieren Sie den HTTP-Server für die Verteilung des Inhalts des Installationsverzeichnisses:

    1. Installieren Sie den Webserver Apache wie in Abschnitt 31.1.2, „Installation“ beschrieben.

    2. Wechseln Sie in das root-Verzeichnis des HTTP-Servers (/srv/www/htdocs) und erstellen Sie ein Unterverzeichnis für die Installationsquellen:

      mkdir repository

      Ersetzen Sie repository durch den Produktnamen.

    3. Erstellen Sie einen symbolischen Link vom Speicherort der Installationsquellen zum root-Verzeichnis des Webservers (/srv/www/htdocs):

      ln -s /path_to_repository /srv/www/htdocs/repository
    4. Ändern Sie die Konfigurationsdatei des HTTP-Servers (/etc/apache2/default-server.conf) so, dass sie symbolischen Links folgt. Ersetzen Sie die folgende Zeile:

      Options None

      mit

      Options Indexes FollowSymLinks
    5. Laden Sie die HTTP-Server-Konfiguration mit rcapache2 reload neu.

  3. Geben Sie das Repository über OpenSLP bekannt, sofern dies von Ihrer Netzwerkkonfiguration unterstützt wird:

    1. Erstellen Sie die Konfigurationsdatei /etc/slp.reg.d/install.suse.http.reg mit folgenden Zeilen:

      # Register the HTTP Installation Server
      service:install.suse:http://$HOSTNAME/repository/DVD1/,en,65535 
      description=HTTP Repository

      Ersetzen Sie repository durch den eigentlichen Pfad des Repositorys auf dem Server. Die Zeile Dienst: sollte als eine fortlaufende Zeile eingegeben werden.

    2. Starten Sie den OpenSLP-Daemon mit rcslpd restart.

14.2.5 Verwalten eines SMB-Repositorys

Mithilfe von SMB können Sie die Installationsquellen von einem Microsoft Windows-Server importieren und die Linux-Implementierung starten, ohne dass ein Linux-Computer vorhanden sein muss.

Gehen Sie wie folgt vor, um eine exportierte Windows Share mit demSUSE Linux Enterprise Server-Repository einzurichten:

  1. Melden Sie sich auf dem Windows-Computer an.

  2. Erstellen Sie einen neuen Ordner, der die gesamte Baumstruktur der Installation aufnehmen soll, und nennen Sie ihn beispielsweise INSTALL.

  3. Geben Sie diesen Ordner wie in der Windows-Dokumentation beschrieben im Netzwerk frei.

  4. Wechseln Sie in den freigegebenen Ordner und erstellen Sie einen Unterordner namens Produkt. Ersetzen Sie Produkt durch den tatsächlichen Produktnamen.

  5. Wechseln Sie in den Ordner INSTALL/produkt und kopieren Sie jede DVD in einen separaten Ordner, z. B. DVD1 und DVD2.

Um eine SMB-eingehängte Freigabe als Repository zu verwenden, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Booten Sie das Installationsziel.

  2. Wählen Sie Installation.

  3. Drücken Sie F4, um eine Auswahl der Repositorys anzuzeigen.

  4. Wählen Sie „SMB“ und geben Sie den Namen oder die IP-Adresse des Windows-Computers, den Freigabenamen (in diesem Beispiel INSTALL/produkt/DVD1), den Benutzernamen und das Passwort ein. Beispiel für die Syntax:

    smb://workdomain;user:password@server/INSTALL/DVD1

    Wenn Sie die Eingabetaste drücken, wird YaST gestartet und Sie können die Installation ausführen.

14.2.6 Verwenden von ISO-Images der Installationsmedien auf dem Server

Statt physische Medien manuell in Ihr Serververzeichnis zu kopieren, können Sie auch die ISO-Images der Installationsmedien in Ihrem Installationsserver einhängen und als Repository verwenden. Gehen Sie wie folgt vor, um einen HTTP-, NFS- oder FTP-Server einzurichten, der ISO-Images anstelle von Medienkopien verwendet:

  1. Laden Sie die ISO-Images herunter und speichern Sie sie auf dem Rechner, den Sie als Installationsserver verwenden möchten.

  2. Melden Sie sich als root-Benutzer an.

  3. Wählen und erstellen Sie einen geeigneten Speicherort für die Installationsdaten. Siehe dazu Abschnitt 14.2.2, „Manuelles Einrichten eines NFS-Repositorys“, Abschnitt 14.2.3, „Manuelles Einrichten eines FTP-Repositorys“ oder Abschnitt 14.2.4, „Manuelles Einrichten eines HTTP-Repositorys“.

  4. Erstellen Sie für jede DVD ein Unterverzeichnis.

  5. Erteilen Sie folgenden Befehl, um jedes ISO-Image an der endgültigen Position einzuhängen und zu entpacken:

    mount -o loop path_to_isopath_to_repository/product/mediumx

    Ersetzen Sie path_to_iso durch den Pfad zu Ihrer lokalen Kopie des ISO-Images, path_to_repository durch das Quellverzeichnis Ihres Servers, product durch den Produktnamen und mediumx durch Typ (CD oder DVD) und Anzahl der verwendeten Medien.

  6. Wiederholen Sie die vorherigen Schritte, um alle erforderlichen ISO-Images für Ihr Produkt einzuhängen.

  7. Starten Sie den Installationsserver wie gewohnt wie unter Abschnitt 14.2.2, „Manuelles Einrichten eines NFS-Repositorys“, Abschnitt 14.2.3, „Manuelles Einrichten eines FTP-Repositorys“ oder Abschnitt 14.2.4, „Manuelles Einrichten eines HTTP-Repositorys“ beschrieben.

Um ISO-Images beim Systemstart automatisch einzuhängen, fügen Sie die entsprechenden Einhänge-Einträge /etc/fstab hinzu. Ein Eintrag würde dann gemäß dem vorherigen Beispiel wie folgt aussehen:

path_to_iso path_to_repository/productmedium auto loop

14.3 Vorbereitung des Bootvorgangs für das Zielsystem

In diesem Abschnitt werden die für komplexe Boot-Szenarien erforderlichen Konfigurationsschritte beschrieben. Er enthält zudem Konfigurationsbeispiele für DHCP, PXE-Boot, TFTP und Wake-on-LAN.

14.3.1 Einrichten eines DHCP-Servers

Es gibt zwei Möglichkeiten zum Einrichten eines DHCP-Servers. Für SUSE Linux Enterprise Server bietet YaST eine grafische Schnittstelle für den Prozess. Benutzer können die Konfigurationsdateien auch manuell bearbeiten. Für weitere Informationen über DHCP-Server siehe auch Kapitel 26, DHCP.

14.3.1.1 Einrichten eines DHCP-Servers mit YaST

Fügen Sie Ihrer DHCP-Serverkonfiguration zwei Deklarationen hinzu, um den Netzwerk-Clients den Standort des TFTP-Servers mitzuteilen und die Boot-Image-Datei für das Installationsziel anzugeben.

  1. Melden Sie sich als root auf dem Computer an, der den DHCP-Server bereitstellt.

  2. Starten Sie YaST › Netzwerkdienste › DHCP-Server.

  3. Schließen Sie den Installationsassistenten für die Einrichtung des grundlegenden DHCP-Server ab.

  4. Wenn Sie eine Warnmeldung zum Verlassen des Start-Dialogfelds erhalten, wählen Sie Einstellungen für Experten und Ja.

  5. Im Dialogfeld Konfigurierte Deklarationen wählen Sie das Subnetz aus, indem sich das neue System befinden soll und klicken Sie auf Bearbeiten.

  6. Im Dialogfeld Konfiguration des Subnetzes wählen Sie Hinzufügen, um eine neue Option zur Subnetz-Konfiguration hinzuzufügen.

  7. Wählen Sie Dateiname und geben Sie pxelinux.0 als Wert ein.

  8. Fügen Sie eine andere Option (next-server) hinzu und setzen Sie deren Wert auf die Adresse des TFTP-Servers.

  9. Wählen Sie OK und Verlassen, um die DHCP-Serverkonfiguration abzuschließen.

Wenn Sie DHCP zum Angeben einer statischen IP-Adresse für einen bestimmten Host konfigurieren möchten, fügen Sie unter Einstellungen für Experten im DHCP-Serverkonfigurationsmodul (Schritt 4) eine neue Deklaration für den Hosttyp hinzu. Fügen Sie dieser Hostdeklaration die Optionen hardware und fixed-address hinzu und bieten Sie die entsprechenden Werte an.

14.3.1.2 Manuelles Einrichten eines DHCP-Servers

Die einzige Aufgabe des DHCP-Servers ist neben der Bereitstellung der automatischen Adresszuweisung für die Netzwerk-Clients die Bekanntgabe der IP-Adresse des TFTP-Servers und der Datei, die von den Installationsroutinen auf dem Zielcomputer abgerufen werden muss.

  1. Melden Sie sich als root auf dem Computer an, der den DHCP-Server bereitstellt.

  2. Fügen Sie einer Subnetzkonfiguration in der Konfigurationsdatei des DHCP-Servers, die sich unter /etc/dhcpd.conf befindet, folgende Zeilen hinzu:

    subnet 192.168.1.0 netmask 255.255.255.0 { 
      range dynamic-bootp 192.168.1.200 192.168.1.228;
      # PXE related stuff 
      # 
      # "next-server" defines the TFTP server that will be used 
      next-server ip_tftp_server; 
      #
      # "filename" specifies the pxelinux image on the TFTP server
      # the server runs in chroot under /srv/tftpboot 
      filename  "pxelinux.0";
    }

    Ersetzen Sie ip_tftp_server durch die IP-Adresse des TFTP-Servers. Weitere Informationen zu den in dhcpd.conf verfügbaren Optionen finden Sie auf der man-Seite dhcpd.conf.

  3. Starten Sie den DHCP-Server neu, indem Sie rcdhcpd restart ausführen.

Wenn Sie SSH für die Fernsteuerung einer PXE- und Wake-on-LAN-Installation verwenden möchten, müssen Sie die IP-Adresse, die der DHCP-Server dem Installationsziel zur Verfügung stellen soll, explizit angeben. Ändern Sie hierzu die oben erwähnte DHCP-Konfiguration gemäß dem folgenden Beispiel:

group { 
  # PXE related stuff 
  # 
  # "next-server" defines the TFTP server that will be used 
  next-server ip_tftp_server:
  # 
  # "filename" specifies the pxelinux image on the TFTP server 
  # the server runs in chroot under /srv/tftpboot
  filename "pxelinux.0";
  host test {
    hardware ethernet mac_address; 
    fixed-address some_ip_address;
    }
}

Die Host-Anweisung gibt den Hostnamen des Installationsziels an. Um den Hostnamen und die IP-Adresse an einen bestimmten Host zu binden, müssen Sie die Hardware-Adresse (MAC) des Systems kennen und angeben. Ersetzen Sie alle in diesem Beispiel verwendeten Variablen durch die in Ihrer Umgebung verwendeten Werte.

Nach dem Neustart weist der DHCP-Server dem angegebenen Host eine statische IP-Adresse zu, damit Sie über SSH eine Verbindung zum System herstellen können.

14.3.2 Einrichten eines TFTP-Servers

Richten Sie einen TFTP-Server auf SUSE Linux Enterprise Server und SUSE Linux Enterprise Server mit YaST ein, oder richten Sie ihn manuell auf allen anderen Linux-Betriebssystemen ein, die xinetd und tftp unterstützen. Der TFTP-Server übergibt das Boot-Image an das Zielsystem, sobald dieses gebootet ist und eine entsprechende Anforderung sendet.

14.3.2.1 Einrichten eines TFTP-Servers mit YaST

  1. Melden Sie sich als root-Benutzer an.

  2. Starten Sie YaST › Netzwerkdienste › TFTP-Server und installieren Sie das erforderliche Paket.

  3. Klicken Sie auf Aktivieren, um sicherzustellen, dass der Server gestartet und in die Boot-Routine aufgenommen wird. Ihrerseits sind hierbei keine weiteren Aktionen erforderlich. tftpd wird zur Boot-Zeit von xinetd gestartet.

  4. Klicken Sie auf Firewall-Port öffnen, um den entsprechenden Port in der Firewall zu öffnen, die auf dem Computer aktiv ist. Diese Option ist nur verfügbar, wenn auf dem Server eine Firewall installiert ist.

  5. Klicken Sie auf Durchsuchen, um nach dem Verzeichnis mit dem Boot-Image zu suchen. Das Standardverzeichnis /tftpboot wird erstellt und automatisch ausgewählt.

  6. Klicken Sie auf Verlassen, um die Einstellungen zu übernehmen und den Server zu starten.

14.3.2.2 Manuelles Einrichten eines TFTP-Servers

  1. Melden Sie sich als root an und installieren Sie die Pakete tftp und xinetd.

  2. Erstellen Sie die Verzeichnisse /srv/tftpboot und /srv/tftpboot/pxelinux.cfg, sofern sie noch nicht vorhanden sind.

  3. Fügen Sie wie in Abschnitt 14.3.3, „Verwenden von PXE Boot“ beschrieben die für das Boot-Image erforderlichen Dateien hinzu.

  4. Ändern Sie die Konfiguration von xinetd, die sich unter /etc/xinetd.d/ befindet, um sicherzustellen, dass der TFTP-Server beim Booten gestartet wird:

    1. Erstellen Sie, sofern noch nicht vorhanden, in diesem Verzeichnis eine Datei namens tftp, indem Sie touch tftp eingeben. Führen Sie anschließend folgenden Befehl aus: chmod 755 tftp.

    2. Öffnen Sie die Datei tftp und fügen Sie die folgenden Zeilen hinzu:

      service tftp 
      { 
              socket_type            = dgram
              protocol               = udp 
              wait                   = yes 
              user                   = root 
              server                 = /usr/sbin/in.tftpd 
              server_args            = -s /srv/tftpboot 
              disable                = no 
      }
    3. Speichern Sie die Datei und starten Sie xinetd mit rcxinetd restart neu.

14.3.3 Verwenden von PXE Boot

Einige technische Hintergrundinformationen sowie die vollständigen PXE-Spezifikationen finden Sie in der PXE-(Preboot Execution Environment-)Spezifikation (http://www.pix.net/software/pxeboot/archive/pxespec.pdf).

  1. Wechseln Sie in das Verzeichnis boot/<architecture>/loader des Installations-Repositorys und kopieren Sie die Dateien linux, initrd, message, biostest und memtest in das Verzeichnis /srv/tftpboot, indem Sie folgendes Kommando eingeben:

    cp -a linux initrd message biostest memtest /srv/tftpboot
  2. Installieren Sie das Paket syslinux mithilfe von YaST direkt von den Installations-DVDs.

  3. Kopieren Sie die Datei /usr/share/syslinux/pxelinux.0 in das Verzeichnis /srv/tftpboot, indem Sie folgenden Befehl eingeben:

    cp -a /usr/share/syslinux/pxelinux.0 /srv/tftpboot
  4. Wechseln Sie in das Verzeichnis des Installations-Repositorys und kopieren Sie die Datei isolinux.cfg in das Verzeichnis /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default, indem Sie folgenden Befehl eingeben:

    cp -a boot/<architecture>/loader/isolinux.cfg /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default
  5. Bearbeiten Sie die Datei /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default und entfernen Sie die Zeilen, die mit readinfo und framebuffer beginnen.

  6. Fügen Sie die folgenden Einträge in die append-Zeilen der standardmäßigen Kennungen failsafe und apic ein:

    insmod=kernel module

    Durch diesen Eintrag geben Sie das Netzwerk-Kernelmodul an, das zur Unterstützung der Netzwerkinstallation auf dem PXE-Client erforderlich ist. Ersetzen Sie kernel module durch den entsprechenden Modulnamen Ihres Netzwerkgeräts.

    netdevice=interface

    Dieser Eintrag definiert die Schnittstelle des Client-Netzwerks, die für die Netzwerkinstallation verwendet werden muss. Dieser Eintrag ist jedoch nur erforderlich und muss entsprechend angepasst werden, wenn der Client mit mehreren Netzwerkkarten ausgestattet ist. Falls nur eine Netzwerkkarte verwendet wird, kann dieser Eintrag ausgelassen werden.

    install=nfs://ip_instserver/path_to_repository/DVD1

    Dieser Eintrag gibt den NFS-Server und das Repository für die Client-Installation an. Ersetzen Sie ip_instserver durch die tatsächliche IP-Adresse Ihres Installationsservers. path_to_repository muss durch den tatsächlichen Pfad des Repositorys ersetzt werden. HTTP-, FTP- oder SMB-Repositorys werden auf ähnliche Weise adressiert. Eine Ausnahme ist das Protokollpräfix, das wie folgt lauten sollte: http, ftp oder smb.

    Wichtig
    Wichtig

    Wenn den Installationsroutinen weitere Boot-Optionen, z. B. SSH- oder VNC-Boot-Parameter, übergeben werden sollen, hängen Sie sie an den Eintrag install an. Einen Überblick über die Parameter sowie einige Beispiele finden Sie in Abschnitt 14.4, „Booten des Zielsystems für die Installation“.

    Tipp
    Tipp: Ändern von Kernel- und initrd-Dateinamen

    Es ist möglich, unterschiedliche Dateinamen für Kernel- und initrd-Images zu verwenden. Dies ist nützlich, wenn Sie am selben Bootserver unterschiedliche Betriebssysteme bereitstellen möchten. Sie sollten sich jedoch dessen bewusst sein, dass in den Dateinamen, die von TFTP für den PXE-Boot angegeben werden, nur ein Punkt erlaubt ist.

    Im Folgenden finden Sie die Beispieldatei /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default. Passen Sie das Protokollpräfix für das Repository gemäß der Netzwerkkonfiguration an und geben Sie die bevorzugte Methode an, mit der die Verbindung zum Installationsprogramm hergestellt werden soll, indem Sie die Optionen vnc und vncpassword oder usessh und sshpassword zum Eintrag install hinzufügen. Die durch \ getrennten Zeilen müssen als fortlaufenden Zeile ohne Zeilenumbruch und ohne den \ eingegeben werden.

    default hard disk 
            
    # default
    label linux 
      kernel linux 
      append initrd=initrd ramdisk_size=65536 \
         install=nfs://ip_instserver/path_to_repository/product/DVD1 
    	    
    # repair
    label repair
      kernel linux
      append initrd=initrd splash=silent repair=1 showopts
    
    # rescue 
    label rescue 
      kernel linux 
      append initrd=initrd ramdisk_size=65536 rescue=1 
    
    # bios test
    label firmware
      kernel linux
      append initrd=biostest,initrd splash=silent install=exec:/bin/run_biostest showopts
    
    #  memory test 
    label memtest 
      kernel memtest 
    
    #  hard disk 
    label hard disk
      localboot 0
    
    implicit     0 
    display      message
    prompt       1 
    timeout      100
  7. Ersetzen Sie ip_instserver und path_to_repository durch die in Ihrer Konfiguration verwendeten Werte.

    Der folgende Abschnitt dient als Kurzreferenz für die in dieser Konfiguration verwendeten PXELINUX-Optionen. Weitere Informationen zu den verfügbaren Optionen finden Sie in der Dokumentation des Pakets syslinux, die sich im Verzeichnis /usr/share/doc/packages/syslinux/ befindet.

14.3.4 PXELINUX-Konfigurationsoptionen

Die hier aufgeführten Optionen sind eine Teilmenge der für die PXELINUX-Konfigurationsdatei verfügbaren Optionen.

APPEND Optionen...

Fügt der Kernel-Kommandozeile eine oder mehrere Optionen hinzu. Diese werden sowohl bei automatischen als auch bei manuellen Bootvorgängen hinzugefügt. Die Optionen werden an den Beginn der Kernel-Kommandozeile gesetzt und ermöglichen, dass explizit eingegebene Kernel-Optionen sie überschreiben können.

APPEND -

Es wird nichts angehängt. APPEND mit einem Bindestrich als Argument in einem LABEL-Abschnitt kann zum Überschreiben einer globalen APPEND-Option verwendet werden.

DEFAULT Kernel Optionen...

Legt die standardmäßige Kernel-Kommandozeile fest. Wenn PXELINUX automatisch gebootet wird, agiert es, als wären die Einträge nach DEFAULT in der Booteingabeaufforderung eingegeben worden, außer, dass die Option für das automatische Booten (boot) automatisch hinzugefügt wird.

Wenn keine Konfigurationsdatei vorhanden oder der DEFAULT-Eintrag in der Konfigurationsdatei nicht vorhanden ist, ist die Vorgabe der Kernel-Name linux ohne Optionen.

IFAPPEND FLAG

Fügt eine bestimmte Option in die Kernel-Kommandozeile ein, abhängig vom Wert für FLAG. Die Option IFAPPEND ist nur unter PXELINUX verfügbar. Für FLAG ist ein Wert erforderlich, siehe Tabelle 14.1, „Generierte und hinzugefügte Optionen für Kernel-Kommandozeilen von IFAPPEND:

Tabelle 14.1: Generierte und hinzugefügte Optionen für Kernel-Kommandozeilen von IFAPPEND

Argument

Generierte Kernel-Kommandozeile/Beschreibung

1

ip=CLIENT_IP:BOOT_SERVER_IP:GW_IP:NETMASK

Die Platzhalter werden auf der Grundlage der Eingaben vom DHCP/BOOTP- oder PXE-Boot-Server ersetzt.

Diese Option ist kein Ersatz für das Ausführen eines DHCP-Clients im gebooteten System. Ohne regelmäßige Verlängerung läuft die vom PXE BIOS erworbene Lease ab, sodass die IP-Adresse zur erneuten Verwendung durch den DHCP-Server verfügbar wird.

2

BOOTIF=MAC_ADDRESS_OF_BOOT_INTERFACE

Mit dieser Option lässt sich eine Zeitüberschreitung vermeiden, wenn der Installationsserver die LAN-Schnittstellen einzeln nacheinander abfragt, bis er eine Antwort von einem DHCP-Server erhält. Ein initrd-Programm kann dabei ermitteln, von welcher Schnittstelle das System gebootet wurde. linuxrc liest diese Option aus und verwendet die erkannte Netzwerkschnittstelle.

4

SYSUUID=SYSTEM_UUID

Fügt UUIDs im Hexadezimalformat mit Kleinbuchstaben hinzu, siehe /usr/share/doc/packages/syslinux/pxelinux.txt

LABEL Kennung KERNEL Image APPEND Optionen...

Gibt an, dass, wenn Kennung als zu bootender Kernel eingegeben wird, PXELINUX stattdessen Image booten soll und die angegebenen APPEND-Optionen an Stelle der im globalen Abschnitt der Datei (vor dem ersten LABEL-Kommando) angegebenen Optionen verwendet werden sollen. Die Vorgabe für Image ist dieselbe wie für Kennung und wenn keine APPEND-Optionen angegeben sind, wird standardmäßig der globale Eintrag verwendet (sofern vorhanden). Es sind bis zu 128 LABEL-Einträge zulässig.

Beachten Sie, dass GRUB die folgende Syntax verwendet:

title mytitle 
  kernel my_kernelmy_kernel_options 
  initrd myinitrd

PXELINUX verwendet die folgende Syntax:

label mylabel 
  kernel mykernel 
  append myoptions

Kennungen werden wie Dateinamen umgesetzt und müssen nach der Umsetzung (sogenanntes Mangling) eindeutig sein. Die beiden Kennungen v2.6.30 und v2.6.31 wären beispielsweise unter PXELINUX nicht unterscheidbar, da beide auf denselben DOS-Dateinamen umgesetzt würden.

Der Kernel muss kein Linux-Kernel, sondern kann ein Bootsektor oder eine COMBOOT-Datei sein.

LOCALBOOT Typ

Wenn Sie unter PXELINUX LOCALBOOT 0 an Stelle einer KERNEL-Option angeben, bedeutet dies, dass diese bestimmte Kennung aufgerufen und die lokale Festplatte an Stelle eines Kernels gebootet wird.

Argument

Beschreibung

0

Führt einen normalen Bootvorgang aus

4

Führt einen lokalen Bootvorgang mit dem noch im Arbeitsspeicher vorhandenen UNDI-Treiber (Universal Network Driver Interface) aus

5

Führt einen lokalen Bootvorgang mit dem gesamten PXE-Stack, einschließlich des UNDI-Treibers aus, der sich im Arbeitsspeicher befindet

Alle anderen Werte sind nicht definiert. Wenn Sie die Werte für die UNDI- oder PXE-Stacks nicht wissen, geben Sie 0 an.

TIMEOUT Zeitlimit

Gibt in Einheiten von 1/10 Sekunde an, wie lange die Booteingabeaufforderung angezeigt werden soll, bevor der Bootvorgang automatisch gestartet wird. Das Zeitlimit wird aufgehoben, sobald der Benutzer eine Eingabe über die Tastatur vornimmt, da angenommen wird, dass der Benutzer die Befehlseingabe abschließt. Mit einem Zeitlimit von Null wird das Zeitüberschreitungsoption deaktiviert (dies ist die Vorgabe). Der größtmögliche Wert für das Zeitlimit ist 35996 (etwas weniger als eine Stunde).

PROMPT flag_val

Wenn flag_val 0 ist, wird die Booteingabeaufforderung nur angezeigt, wenn die Taste Umschalttaste oder Alt gedrückt wird oder die Feststelltaste oder die Taste Rollen gesetzt ist (dies ist die Vorgabe). Wenn flag_val 1 ist, wird die Booteingabeaufforderung immer angezeigt.

F2  filename
F1  filename 
..etc... 
F9  filename
F10 filename

Zeigt die angegebene Datei auf dem Bildschirm an, wenn an der Booteingabeaufforderung eine Funktionstaste gedrückt wird. Mithilfe dieser Option kann auch die Preboot-Online-Hilfe implementiert werden (für die Kernel-Kommandozeilenoptionen). Aus Gründen der Kompabilität mit früheren Versionen kann F10 auch als F0 verwendet werden. Beachten Sie, dass derzeit keine Möglichkeit besteht, Dateinamen an F11 und F12 zu binden.

14.3.5 Vorbereiten des Zielsystems für PXE-Boot

Bereiten Sie das System-BIOS für PXE-Boot vor, indem Sie die PXE-Option in die BIOS-Boot-Reihenfolge aufnehmen.

Warnung
Warnung: BIOS-Bootreihenfolge

Die PXE-Option darf im BIOS nicht vor der Boot-Option für die Festplatte stehen. Andernfalls würde dieses System versuchen, sich selbst bei jedem Booten neu zu installieren.

14.3.6 Vorbereiten des Zielsystems für Wake-on-LAN

Wake-on-LAN (WOL) erfordert, dass die entsprechende BIOS-Option vor der Installation aktiviert wird. Außerdem müssen Sie sich die MAC-Adresse des Zielsystems notieren. Diese Daten sind für das Initiieren von Wake-on-LAN erforderlich.

14.3.7 Wake-on-LAN

Mit Wake-on-LAN kann ein Computer über ein spezielles Netzwerkpaket, das die MAC-Adresse des Computers enthält, gestartet werden. Da jeder Computer einen eindeutigen MAC-Bezeichner hat, ist es nicht möglich, dass versehentlich ein falscher Computer gestartet wird.

Wichtig
Wichtig: Wake-on-LAN über verschiedene Netzwerksegmente

Wenn sich der Steuercomputer nicht im selben Netzwerksegment wie das zu startende Installationsziel befindet, konfigurieren Sie die WOL-Anforderungen entweder so, dass sie als Multicasts verteilt werden, oder steuern Sie einen Computer in diesem Netzwerksegment per entferntem Zugriff so, dass er als Absender dieser Anforderungen agiert.

Benutzer von SUSE Linux Enterprise können zur einfachen Konfiguration von Wake-on-LAN ein YaST-Modul namens WOL verwenden. Die Benutzer anderer Betriebssysteme mit der Basis SUSE Linux können ein Kommandozeilenwerkzeug verwenden.

14.3.8 Wake-on-LAN mit YaST

  1. Melden Sie sich als root-Benutzer an.

  2. Starten Sie YaST › Netzwerkdienste › WOL.

  3. Klicken Sie auf Hinzufügen und geben Sie den Hostnamen und die MAC-Adresse des Zielsystems ein.

  4. Wählen Sie zum Einschalten dieser Maschine den entsprechenden Eintrag und klicken Sie auf Wake up (Aufwachen).

14.4 Booten des Zielsystems für die Installation

Abgesehen von der in Abschnitt 14.3.7, „Wake-on-LAN“ und Abschnitt 14.3.3, „Verwenden von PXE Boot“ beschriebenen Vorgehensweise gibt es im Wesentlichen zwei unterschiedliche Möglichkeiten, den Bootvorgang für die Installation anzupassen. Sie können entweder die standardmäßigen Boot-Optionen und Funktionstasten oder die Eingabeaufforderung für die Boot-Optionen im Bootbildschirm für die Installation verwenden, um die Boot-Optionen anzugeben, die der Installations-Kernel für die entsprechende Hardware benötigt.

14.4.1 Standardmäßige Boot-Optionen

Die Boot-Optionen werden unter Kapitel 6, Installation mit YaST genauer erläutert. In der Regel wird durch die Auswahl von Installation der Bootvorgang für die Installation gestartet.

Verwenden Sie bei Problemen Installation - ACPI deaktiviert bzw. Installation - Sichere Einstellungen. Weitere Informationen zu Fehlerbehebung beim Installationsvorgang finden Sie in Abschnitt 36.2, „Probleme bei der Installation“.

Die Menüleiste unten im Bildschirm enthält einige erweiterte Funktionen, die bei einigen Setups erforderlich sind. Mithilfe der F-Tasten können Sie zusätzliche Optionen angeben, die an die Installationsroutinen weitergegeben werden, ohne dass Sie die detaillierte Syntax dieser Parameter kennen müssen (siehe Abschnitt 14.4.2, „Benutzerdefinierte Boot-Optionen“). Eine detaillierte Beschreibung der verfügbaren Funktionstasten erhalten Sie unter Abschnitt 6.6, „Der Boot-Bildschirm auf Computern mit herkömmlichem BIOS“.

14.4.2 Benutzerdefinierte Boot-Optionen

Mithilfe geeigneter Boot-Optionen können Sie den Installationsvorgang vereinfachen. Viele Parameter können mit den linuxrc-Routinen auch zu einem späteren Zeitpunkt konfiguriert werden, das Verwenden der Boot-Optionen ist jedoch viel einfacher. In einigen automatisierten Setups können die Boot-Optionen über die Datei initrd oder eine info-Datei bereit gestellt werden.

In der folgenden Tabelle sind alle in diesem Kapitel erwähnten Installationsszenarien mit den erforderlichen Parametern für das Booten sowie die entsprechenden Boot-Optionen aufgeführt. Um eine Boot-Zeichenkette zu erhalten, die an die Installationsroutinen übergeben wird, hängen Sie einfach alle Optionen in der Reihenfolge an, in der sie in dieser Tabelle angezeigt werden. Beispiel (alle in einer Zeile):

install=xxx netdevice=xxx hostip=xxx netmask=xxx vnc=xxx vncpassword=xxx

Ersetzen Sie alle xxx-Werte in dieser Zeichenkette durch die für Ihre Konfiguration geeigneten Werte.

Tabelle 14.2: In diesem Kapitel verwendete Installationsszenarien (Boot-Szenarien)

Installations-szenario

Für den Bootvorgang erforderliche Parameter

Boot-Optionen

Kapitel 6, Installation mit YaST

Keine: Das System bootet automatisch.

Nicht erforderlich

Abschnitt 14.1.1, „Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Statische Netzwerkkonfiguration“

  • Adresse des Installationsservers

  • Netzwerkgerät

  • IP-Adresse

  • Netzmaske

  • Gateway

  • VNC-Aktivierung

  • VNC-Passwort

  • install=(nfs,http,?ftp,smb)://path_to_instmedia

  • netdevice=some_netdevice (nur erforderlich, wenn mehrere Netzwerkgeräte verfügbar sind)

  • hostip=some_ip

  • netmask=some_netmask

  • gateway=ip_gateway

  • vnc=1

  • vncpassword=some_password

Abschnitt 14.1.2, „Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Dynamische Netzwerkkonfiguration“

  • Adresse des Installationsservers

  • VNC-Aktivierung

  • VNC-Passwort

  • install=(nfs,http,?ftp,smb)://path_to_instmedia

  • vnc=1

  • vncpassword=some_password

Abschnitt 14.1.3, „Installation auf entfernten Systemen über VNC – PXE-Boot und Wake-on-LAN“

  • Adresse des Installationsservers

  • Adresse des TFTP-Servers

  • VNC-Aktivierung

  • VNC-Passwort

Nicht zutreffend; Prozess wird über PXE und DHCP verwaltet

Abschnitt 14.1.4, „Einfache Installation mit entferntem Zugriff über SSH – Statische Netzwerkkonfiguration“

  • Adresse des Installationsservers

  • Netzwerkgerät

  • IP-Adresse

  • Netzmaske

  • Gateway

  • SSH-Aktivierung

  • SSH-Passwort

  • install=(nfs,http,?ftp,smb)://path_to_instmedia

  • netdevice=some_netdevice (nur erforderlich, wenn mehrere Netzwerkgeräte verfügbar sind)

  • hostip=some_ip

  • netmask=some_netmask

  • gateway=ip_gateway

  • usessh=1

  • sshpassword=some_password

Abschnitt 14.1.5, „Einfache entfernte Installation über SSH – Dynamische Netzwerkkonfiguration“

  • Adresse des Installationsservers

  • SSH-Aktivierung

  • SSH-Passwort

  • install=(nfs,http,?ftp,smb)://path_to_instmedia

  • usessh=1

  • sshpassword=some_password

Abschnitt 14.1.6, „Installation auf entfernten Systemen über SSH – PXE-Boot und Wake-on-LAN“

  • Adresse des Installationsservers

  • Adresse des TFTP-Servers

  • SSH-Aktivierung

  • SSH-Passwort

Nicht zutreffend; Prozess wird über PXE und DHCP verwaltet

Tipp
Tipp: Weitere Informationen zu den linuxrc-Boot-Optionen

Weitere Informationen zu den linuxrc-Boot-Optionen für das Booten eines Linux-Systems finden Sie in http://en.opensuse.org/SDB:Linuxrc.

14.4.2.1 Installieren von Add-on-Produkten und Treiberaktualisierungen

SUSE Linux Enterprise Server unterstützt die Installation von Add-on-Produkten mit Erweiterung (z. B. die SUSE Linux Enterprise High Availability Extension), von Produkten und Treibern von Drittanbietern sowie von zusätzlicher Software. Geben Sie den Parameter addon=REPOSITORY an, damit ein Add-on-Produkt automatisch installiert werden kann, wenn SUSE Linux Enterprise Server im Fernverfahren bereitgestellt wird.

REPOSITORY muss ein gehostetes Repository sein, das von YaST (YaST 2 oder YUM (rpm-md)) ausgelesen werden kann. ISO-Images werden zurzeit nicht unterstützt.

Tipp
Tipp: Treiberaktualisierungen

Aktualisierungen für Treiber finden Sie unter http://drivers.suse.com/. Nicht alle Treiberaktualisierungen werden als Repositorys bereitgestellt; einige Aktualisierungen sind nur als ISO-Images verfügbar und können daher nicht mit dem Parameter addon installiert werden. Weitere Anweisungen zum Installieren von Treiberaktualisierungen mithife von ISO-Images finden Sie unter http://drivers.suse.com/doc/kit_usage.html.

14.5 Überwachen des Installationsvorgangs

Es gibt mehrere Möglichkeiten der entfernten Überwachung des Installationsvorgangs. Wenn beim Booten für die Installation die richtigen Boot-Optionen angegeben wurden, kann die Installation und Systemkonfiguration mit VNC oder SSH von einer entfernten Arbeitsstation aus überwacht werden.

14.5.1 VNC-Installation

Mithilfe einer beliebigen VNC-Viewer-Software können Sie die Installation von SUSE Linux Enterprise Server von praktisch jedem Betriebssystem aus überwachen. In diesem Abschnitt wird das Setup mithilfe einer VNC-Viewer-Anwendung oder eines Webbrowsers beschrieben.

14.5.1.1 Vorbereiten der VNC-Installation

Um das Installationsziel für eine VNC-Installation vorzubereiten, müssen Sie lediglich die entsprechenden Boot-Optionen beim anfänglichen Bootvorgang für die Installation angeben (siehe Abschnitt 14.4.2, „Benutzerdefinierte Boot-Optionen“). Das Zielsystem bootet in eine textbasierte Umgebung und wartet darauf, dass ein VNC-Client eine Verbindung zum Installationsprogramm herstellt.

Das Installationsprogramm gibt die IP-Adresse bekannt und zeigt die für die Verbindung zum Installationsprogramm erforderliche Nummer an. Wenn Sie physischen Zugriff auf das Zielsystem haben, werden diese Informationen sofort nach dem Booten des Systems für die Installation zur Verfügung gestellt. Geben Sie diese Daten ein, wenn Sie von der VNC-Client-Software dazu aufgefordert werden, und geben Sie Ihr Passwort ein.

Da sich das Installationsziel über OpenSLP selbst bekannt gibt, können Sie die Adressinformationen des Installationsziels über einen SLP-Browser abrufen, ohne dass Sie physischen Zugriff auf die Installation selbst haben müssen, vorausgesetzt, OpenSLP wird von der Netzwerkkonfiguration und von allen Computern unterstützt:

  1. Starten Sie KDE und den Webbrowser Konqueror.

  2. Geben Sie service://yast.installation.suse in die Adressleiste ein. Daraufhin wird das Zielsystem als Symbol im Konqueror-Fenster angezeigt. Durch Klicken auf dieses Symbol wird der KDE-VNC-Viewer geöffnet, in dem Sie die Installation ausführen können. Alternativ können Sie die VNC-Viewer-Software auch mit der zur Verfügung gestellten IP-Adresse ausführen und am Ende der IP-Adresse für die Anzeige, in der die Installation ausgeführt wird, :1 hinzufügen.

14.5.1.2 Herstellen der Verbindung mit dem Installationsprogramm

Im Wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten, eine Verbindung zu einem VNC-Server (in diesem Beispiel dem Installationsziel) herzustellen. Sie können entweder eine unabhängige VNC-Viewer-Anwendung unter einem beliebigen Betriebssystem starten oder die Verbindung über einen Java-fähigen Webbrowser herstellen.

Mit VNC können Sie die Installation eines Linux-Systems von jedem Betriebssystem, einschließlich anderer Linux-, Windows- oder Mac OS-Betriebssysteme, aus steuern.

Stellen Sie auf einem Linux-Computer sicher, dass das Paket tightvnc installiert ist. Installieren Sie auf einem Windows-Computer den Windows-Port dieser Anwendung, der über die Homepage von TightVNC (http://www.tightvnc.com/download.html) erhältlich ist.

Gehen Sie wie folgt vor, um eine Verbindung zu dem auf dem Zielcomputer ausgeführten Installationsprogramm herzustellen:

  1. Starten Sie den VNC-Viewer.

  2. Geben Sie die IP-Adresse und die Anzeigenummer des Installationsziels wie vom SLP-Browser oder dem Installationsprogramm selbst zur Verfügung gestellt ein:

    ip_address:display_number

    Auf dem Desktop wird ein Fenster geöffnet, in dem die YaST-Bildschirme wie bei einer normalen lokalen Installation angezeigt werden.

Wenn Sie die Verbindung zum Installationsprogramm mithilfe eines Webbrowsers herstellen, sind Sie von der VNC-Software bzw. dem zu Grunde liegenden Betriebssystem vollkommen unabhängig. Sie können die Installation des Linux-Systems in einem beliebigen Browser (Firefox, Internet Explorer, Konqueror, Opera usw.) ausführen, solange dieser Java unterstützt.

Gehen Sie wie folgt vor, um eine VNC-Installation auszuführen:

  1. Starten Sie Ihren bevorzugten Webbrowser.

  2. Geben Sie in der Adressleiste Folgendes ein:

    http://ip_address_of_target:5801
  3. Geben Sie Ihr VNC-Passwort ein, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Die YaST-Bildschirme werden im Browserfenster wie bei einer normalen lokalen Installation angezeigt.

14.5.2 SSH-Installation

Mithilfe von SSH können Sie die Installation des Linux-Computers unter Verwendung einer beliebigen SSH-Client-Software von einem entfernten Standort aus überwachen.

14.5.2.1 Vorbereiten der SSH-Installation

Zusätzlich zum Installieren der entsprechenden Softwarepakete (OpenSSH für Linux und PuTTY für Windows) müssen Sie nur die entsprechenden Boot-Optionen übergeben, um SSH für die Installation zu aktivieren. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 14.4.2, „Benutzerdefinierte Boot-Optionen“. OpenSSH wird auf allen SUSE Linux-basierten Betriebssystemen standardmäßig installiert.

14.5.2.2 Herstellen der Verbindung mit dem Installationsprogramm

  1. Rufen Sie die IP-Adresse des Installationsziels ab. Wenn Sie physischen Zugriff auf den Zielcomputer haben, verwenden Sie einfach die IP-Adresse, die von der Installationsroutine nach dem anfänglichen Bootvorgang auf der Konsole angezeigt wird. Verwenden Sie andernfalls die IP-Adresse, die diesem Host in der DHCP-Serverkonfiguration zugewiesen wurde.

  2. Geben Sie an der Kommandozeile den folgenden Befehl ein:

    ssh -X root@
    ip_address_of_target

    Ersetzen Sie ip_address_of_target durch die IP-Adresse des Installationsziels.

  3. Wenn Sie zur Eingabe eines Benutzernamens aufgefordert werden, geben Sie root ein.

  4. Wenn Sie zur Eingabe eines Passworts aufgefordert werden, geben Sie das Passwort ein, das mit der SSH-Boot-Option festgelegt wurde. Wenn Sie sich erfolgreich authentifiziert haben, wird eine Kommandozeilenaufforderung für das Installationsziel angezeigt.

  5. Geben Sie yast ein, um das Installationsprogramm zu starten. Es wird ein Fenster geöffnet, in dem die üblichen YaST-Bildschirme wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben angezeigt werden.

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