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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 11 SP4

5 Installationsstrategien

Für die Bereitstellung von SUSE Linux Enterprise Server stehen mehrere Methoden zur Auswahl. Wählen Sie aus verschiedenen Ansätzen. Von der lokalen Installation mit physischen Medien über einen Netzwerkinstallationsserver bis zu einer Masseninstallation über eine entfernt gesteuerte, hochgradig angepasste und automatisierte Installationsmethode ist alles möglich. Wählen Sie die Methode, die Ihren Anforderungen am besten entspricht.

5.1 Einsatz von bis zu 10 Arbeitplatzrechnern

Wenn Ihre Bereitstellung SUSE Linux Enterprise Server nur 1 bis 10 Arbeitsstationen umfasst, können Sie SUSE Linux Enterprise Server am schnellsten und einfachsten mit der einfachen manuellen Installation bereitstellen (siehe Kapitel 6, Installation mit YaST). Die manuelle Installation kann auf verschiedene Arten erfolgen, je nach Ihren Anforderungen.

Installation von den SUSE Linux Enterprise Server-Medien

Dieser Ansatz kommt für Sie in Frage, wenn Sie einen einzelnen, nicht verbundenen Arbeitsplatzrechner installieren möchten.

Installation von einem Netzwerkserver mit SLP

Dieser Ansatz kommt für Sie in Frage, wenn Sie über einen einzelnen Arbeitsplatzrechner oder über eine geringe Anzahl von Arbeitsplatzrechnern verfügen und wenn ein Netzwerkinstallationsserver über SLP verfügbar ist.

Installation von einem Netzwerkserver

Dieser Ansatz kommt für Sie in Frage, wenn Sie über einen einzelnen Arbeitsplatzrechner oder über eine geringe Anzahl von Arbeitsplatzrechnern verfügen und wenn ein Netzwerkinstallationsserver verfügbar ist.

Tabelle 5.1: Installation von den SUSE Linux Enterprise Server-Medien

Installationsquelle

SUSE Linux Enterprise Server-Medienkit

Aufgaben, die einen manuellen Eingriff erfordern

  • Einlegen der Installationsmedien

  • Booten des Installationsziels

  • Wechseln der Medien

  • Festlegen des YaST-Installationsbereichs

  • Konfigurieren der Firewall mit YaST System

Entfernt gesteuerte Aufgaben

Keine

Details

Installation von den SUSE Linux Enterprise Server-Medien (DVD, CD, USB)

Tabelle 5.2: Installation von einem Netzwerkserver mit SLP

Installationsquelle

Networkinstallationsserver, auf dem sich die SUSE Linux Enterprise Server-Installationsmedien befinden

Aufgaben, die einen manuellen Eingriff erfordern

  • Einlegen der Boot-Disk

  • Booten des Installationsziels

  • Festlegen des YaST-Installationsbereichs

  • Konfigurieren der Firewall mit YaST

Entfernt gesteuerte Aufgaben

Keine, aber diese Methode kann mit VNC kombiniert werden.

Details

Abschnitt 6.1.1, „Installation von einem Netzwerkserver mit SLP“

Tabelle 5.3: Installation von einem Netzwerkserver

Installationsquelle

Networkinstallationsserver, auf dem sich die SUSE Linux Enterprise Server-Installationsmedien befinden

Aufgaben, die einen manuellen Eingriff erfordern

  • Einlegen der Boot-Disk

  • Angeben von Boot-Optionen

  • Booten des Installationsziels

  • Festlegen des YaST-Installationsbereichs

  • Konfigurieren der Firewall mit YaST

Entfernt gesteuerte Aufgaben

Keine, aber diese Methode kann mit VNC kombiniert werden.

Details

Abschnitt 6.1.2, „Installieren von einer Netzwerkquelle ohne SLP“

5.2 Einsatz von bis zu 100 Arbeitsplatzrechnern

Bei einer großen Anzahl zu installierender Arbeitsplatzrechner möchten Sie sicher nicht jeden einzeln manuell installieren und konfigurieren. Es gibt viele automatisierte oder halbautomatisierte Vorgänge sowie einige Optionen zum Durchführen einer Installation mit minimalen oder gar keinen Eingriffen seitens des Benutzers.

Bevor Sie einen vollautomatisierten Ansatz in Betracht ziehen, sollten Sie beachten, dass ein sehr komplexes Szenario auch sehr lange eingerichtet werden muss. Wenn es bei Ihrer Installation auf die Zeit ankommt, ist es eventuell besser, eine weniger komplexe Methode zu wählen, die schneller durchgeführt werden kann. Automatisierung eignet sich vor allem für riesige Installationen und solche, die von einem entfernten Standort erfolgen müssen.

Treffen Sie eine Auswahl aus den folgenden Optionen:

Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Statische Netzwerkkonfiguration

Dieser Ansatz kommt in einem kleinen bis mittleren Szenario mit einer statischen Netzwerkeinrichtung in Frage. Ein Netzwerk, ein Netzwerkinstallationsserver und die VNC-Anwendung sind erforderlich.

Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Dynamische Netzwerkkonfiguration

Dieser Ansatz kommt in einem kleinen bis mittleren Szenario mit einer dynamischen Netzwerkeinrichtung in Frage. Ein Netzwerk, ein Netzwerkinstallationsserver und die VNC-Anwendung sind erforderlich.

Installation auf entfernten Systemen über VNC – PXE-Boot und Wake-on-LAN

Dieser Ansatz kommt in einem kleinen bis mittleren Szenario in Frage, das über das Netzwerk und ohne Rückgriff auf die Installationsziele installiert werden muss. Ein Netzwerk, ein Netzwerkinstallationsserver, Netzwerk-Boot-Images, Netzwerk-bootfähige Zielhardware und die VNC-Anwendung sind erforderlich.

Einfache Installation mit entferntem Zugriff über SSH – Statische Netzwerkkonfiguration

Dieser Ansatz kommt in einem kleinen bis mittleren Szenario mit einer statischen Netzwerkeinrichtung in Frage. Ein Netzwerk, ein Netzwerkinstallationsserver und die SSH-Client-Anwendung sind erforderlich.

Entfernte Installation über SSH – Dynamische Netzwerkkonfiguration

Dieser Ansatz kommt in einem kleinen bis mittleren Szenario mit einer dynamischen Netzwerkeinrichtung in Frage. Ein Netzwerk, ein Netzwerkinstallationsserver und die SSH-Client-Anwendung sind erforderlich.

Installation auf entfernten Systemen über SSH – PXE-Boot und Wake-on-LAN

Dieser Ansatz kommt in einem kleinen bis mittleren Szenario in Frage, das über das Netzwerk und ohne Rückgriff auf die Installationsziele installiert werden muss. Ein Netzwerk, ein Netzwerkinstallationsserver, Netzwerk-Boot-Images, Netzwerk-bootfähige Zielhardware und die SSH-Client-Anwendung sind erforderlich.

Einfache Masseninstallation

Dieser Ansatz kommt bei großen Installationen auf identischen Maschinen in Frage. Bei einer Konfiguration zum Netzwerkstart ist kein direkter Eingriff auf die Zielsysteme erforderlich. Ein Netzwerk, ein Netzwerkinstallationsserver, eine entfernte Steueranwendung (z. B. der VNC-Viewer oder ein SSH-Client) und ein AutoYaST-Konfigurationsprofil sind erforderlich. Wenn Sie den Netzwerk-Boot verwenden, sind außerdem ein Netzwerk-Boot-Image und Netzwerk-Boot-fähige Hardware erforderlich.

Regelbasierte automatische Installation

Dieser Ansatz eignet sich für große Installationen auf verschiedene Hardwaretypen. Bei einer Konfiguration zum Netzwerkstart ist kein direkter Eingriff auf die Zielsysteme erforderlich. Ein Netzwerk, ein Netzwerkinstallationsserver, eine entfernte Steueranwendung (z. B. der VNC-Viewer oder ein SSH-Client) und mehrere AutoYaST-Konfigurationsprofile sowie eine Regel für AutoYaST sind erforderlich. Wenn Sie den Netzwerk-Boot verwenden, sind außerdem ein Netzwerk-Boot-Image und Netzwerk-Boot-fähige Hardware erforderlich.

Tabelle 5.4: Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Statische Netzwerkkonfiguration

Installationsquelle

Netzwerk

Vorbereitung

  • Einrichten einer Installationsquelle

  • Booten vom Installationsmedium

Steuerung und Überwachung

Entfernt: VNC

Am besten geeignet für

Kleine bis mittlere Szenarien mit verschiedener Hardware

Nachteile

  • Jede Maschine muss einzeln eingerichtet werden.

  • Direkter Eingriff ist zum Booten erforderlich.

Details

Abschnitt 14.1.1, „Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Statische Netzwerkkonfiguration“

Tabelle 5.5: Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Dynamische Netzwerkkonfiguration

Installationsquelle

Netzwerk

Vorbereitung

  • Einrichten einer Installationsquelle

  • Booten vom Installationsmedium

Steuerung und Überwachung

Entfernt: VNC

Am besten geeignet für

Kleine bis mittlere Szenarien mit verschiedener Hardware

Nachteile

  • Jede Maschine muss einzeln eingerichtet werden.

  • Direkter Eingriff ist zum Booten erforderlich.

Details

Abschnitt 14.1.2, „Einfache Installation mit entferntem Zugriff über VNC – Dynamische Netzwerkkonfiguration“

Tabelle 5.6: Installation auf entfernten Systemen über VNC – PXE-Boot und Wake-on-LAN

Installationsquelle

Netzwerk

Vorbereitung

  • Einrichten einer Installationsquelle

  • Konfigurieren von DHCP, TFTP, PXE-Boot und WOL

  • Booten vom Netzwerk

Steuerung und Überwachung

Entfernt: VNC

Am besten geeignet für

  • Kleine bis mittlere Szenarien mit verschiedener Hardware

  • Komplett entfernte Installationen; standortübergreifende Installation

Nachteile

Jede Maschine muss manuell eingerichtet werden.

Details

Abschnitt 14.1.3, „Installation auf entfernten Systemen über VNC – PXE-Boot und Wake-on-LAN“

Tabelle 5.7: Einfache Installation mit entferntem Zugriff über SSH – Statische Netzwerkkonfiguration

Installationsquelle

Netzwerk

Vorbereitung

  • Einrichten einer Installationsquelle

  • Booten vom Installationsmedium

Steuerung und Überwachung

Entfernt: SSH

Am besten geeignet für

  • Kleine bis mittlere Szenarien mit verschiedener Hardware

  • Verbindungen mit geringer Bandbreite zum Ziel

Nachteile

  • Jede Maschine muss einzeln eingerichtet werden.

  • Direkter Eingriff ist zum Booten erforderlich.

Details

Abschnitt 14.1.4, „Einfache Installation mit entferntem Zugriff über SSH – Statische Netzwerkkonfiguration“

Tabelle 5.8: Entfernte Installation über SSH – Dynamische Netzwerkkonfiguration

Installationsquelle

Netzwerk

Vorbereitung

  • Einrichten einer Installationsquelle

  • Booten vom Installationsmedium

Steuerung und Überwachung

Entfernt: SSH

Am besten geeignet für

  • Kleine bis mittlere Szenarien mit verschiedener Hardware

  • Verbindungen mit geringer Bandbreite zum Ziel

Nachteile

  • Jede Maschine muss einzeln eingerichtet werden.

  • Direkter Eingriff ist zum Booten erforderlich.

Details

Abschnitt 14.1.5, „Einfache entfernte Installation über SSH – Dynamische Netzwerkkonfiguration“

Tabelle 5.9: Installation auf entfernten Systemen über SSH – PXE-Boot und Wake-on-LAN

Installationsquelle

Netzwerk

Vorbereitung

  • Einrichten einer Installationsquelle

  • Konfigurieren von DHCP, TFTP, PXE-Boot und WOL

  • Booten vom Netzwerk

Steuerung und Überwachung

Entfernt: SSH

Am besten geeignet für

  • Kleine bis mittlere Szenarien mit verschiedener Hardware

  • Komplett entfernte Installationen; standortübergreifende Installation

  • Verbindungen mit geringer Bandbreite zum Ziel

Nachteile

Jede Maschine muss einzeln eingerichtet werden.

Details

Abschnitt 14.1.6, „Installation auf entfernten Systemen über SSH – PXE-Boot und Wake-on-LAN“

Tabelle 5.10: Einfache Masseninstallation

Installationsquelle

Vorzugsweise Netzwerk

Vorbereitung

  • Sammeln von Hardwareinformationen

  • Erstellen des AutoYaST-Profils

  • Einrichten des Installationsservers

  • Verteilen des Profils

  • Einrichten des Netzwerkstarts (DHCP, TFTP, PXE, WOL)

    oder

    Booten des Ziels vom Installationsmedium

Steuerung und Überwachung

Lokal oder entfernt über VNC oder SSH

Am besten geeignet für

  • Große Szenarien

  • Identische Hardware

  • Kein Zugriff auf System (Netzwerkstart)

Nachteile

Gilt nur für Maschinen mit identischer Hardware

Details

Abschnitt 21.1, „Einfache Masseninstallation“

Tabelle 5.11: Regelbasierte automatische Installation

Installationsquelle

Vorzugsweise Netzwerk

Vorbereitung

  • Sammeln von Hardwareinformationen

  • Erstellen der AutoYaST-Profile

  • Erstellen der AutoYaST-Regeln

  • Einrichten des Installationsservers

  • Verteilen des Profils

  • Einrichten des Netzwerkstarts (DHCP, TFTP, PXE, WOL)

    oder

    Booten des Ziels vom Installationsmedium

Steuerung und Überwachung

Lokal oder entfernt über VNC oder SSH

Am besten geeignet für

  • Unterschiedliche Hardware

  • Standortübergreifende Installationen

Nachteile

Komplexes Einrichten der Regeln

Details

Abschnitt 21.2, „Regelbasierte automatische Installation“

5.3 Installation auf mehr als 100 Arbeitsplatzrechnern

Die meisten Betrachtungen für mittlere Installationsszenarien gelten Abschnitt 5.1, „Einsatz von bis zu 10 Arbeitplatzrechnern“ auch für große Installationen. Durch eine wachsende Anzahl von Installationszielen steigen jedoch die Vorteile einer vollautomatischen Installationsmethode. Die Nachteile dieser Methode sind vergleichsweise gering.

Der beträchtliche Zeitaufwand zum Erstellen anspruchsvoller Regeln und Class-Framework in AutoYaST lohnt sich für die Ansprüche eines riesigen Installationsstandorts. Wenn Sie nicht auf jedes Ziel einzeln zugreifen müssen, sparen Sie unter Umständen enorm viel Zeit, je nach der Größe Ihres Installationsprojekts.

Als eine Alternative, und wenn Benutzereinstellungen beim ersten Booten erfolgen sollen, erstellen Sie mit Kiwi- und Firstboot-Preload-Images. Die Bereitstellung solcher Images könnte sogar durch einen PXE-Bootserver erfolgen, der auf diese Aufgabe spezialisiert ist. Weitere Einzelheiten finden Sie unter Kapitel 17, KIWI, Kapitel 21, Automatisierte Installation und Kapitel 20, Installieren von benutzerdefinierten Vorinstallationen.

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