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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 11 SP4

1 Planung für SUSE Linux Enterprise Server

Die Bereitstellung eines Betriebssystems muss sowohl in einer bestehenden IT-Umgebung als auch in einer völlig neuen Implementierung sorgfältig vorbereitet werden. SUSE Linux Enterprise Server 11 SP4 bietet eine Reihe neuer Funktionen, die wir an dieser Stelle unmöglich alle beschreiben können. Nachfolgend eine Aufstellung der wichtigsten Verbesserungen, die besonders von Interesse sind.

Xen 4.0-Virtualisierung

Führt mehrere virtuelle Computer auf einem einzigen Server aus, wobei jeder virtuelle Computer über sein eigenes Betriebssystem verfügt. Weitere Informationen finden Sie unter Virtualization with Xen.

YaST

Für YaST wurden zahlreiche neue Konfigurationsoptionen entwickelt. Diese werden meist in den entsprechenden Kapiteln beschrieben.

SPident

Dieses Verwaltungsprogramm gibt einen Überblick über die installierte Software und zeigt das aktuelle Service Pack-Level des Systems an.

Directory Services

Mehrere LDAP-konforme Verzeichnisdienste stehen zur Verfügung:

  • Microsoft Active Directory

  • OpenLDAP

AppArmor

Mit der AppArmor-Technologie können Sie Ihr System härten. Dieser Dienst wird in Part IV, “Confining Privileges with AppArmor” ausführlich beschrieben.

AIDE

Dies ist ein Eindring-Erkennungssystem, das zur Erkennung von nicht autorisierten Änderungen am System eingerichtet werden kann.

iSCSI

iSCSI bietet eine einfache und günstige Lösung für die Verbindung von Linux-Computern mit zentralen Speichersystemen. Weitere Informationen zu iSCSI finden Sie in Storage Administration Guide.

Network File System v4

Ab Version 10 unterstützt SUSE Linux Enterprise Server auch NFS Version 4. Sie profitieren von Leistungsverbesserungen, verbesserter Sicherheit und einem statusbehafteten Protokoll.

Oracle Cluster File System 2

OCFS2 ist ein allgemeines Journaling-Dateisystem, das vollständig in den Linux 2.6-Kernel und spätere Versionen integriert ist. Einen Überblick über OCFS2 finden Sie im High Availability Guide (Handbuch zur Hochverfügbarkeit).

Absturzabbild des Linux-Kernel

Mit Kexec und Kdump ist das Debuggen von Kernel-Problemen nun wesentlich einfacher. Diese Technologie steht auf x86-, AMD64-, Intel 64- und POWER-Plattformen zur Verfügung.

1.1 Überlegungen für die Bereitstellung von SUSE Linux Enterprise Server

Zu Beginn Ihrer Planungen sollten Sie die Projektziele und die benötigten Funktionen festlegen. Diese Überlegungen werden bei jedem Projekt anders aussehen. Immer sollten Sie sich jedoch die folgenden Fragen stellen:

  • Wie viele Installationen sind erforderlich? Von dieser Überlegung hängt die optimale Bereitstellungsmethode ab. Siehe auch Kapitel 5, Installationsstrategien.

  • Wird das System als physischer Host oder als virtueller Computer ausgeführt?

  • Befindet sich das System in einer feindseligen Umgebung? In Chapter 1, Security and Confidentiality finden Sie einen Überblick über die daraus folgenden Konsequenzen.

  • Wie erhalten Sie reguläre Updates? Alle Patches stehen registrierten Benutzern online zur Verfügung. Die Registrierungs- und Patch-Support-Datenbank finden Sie unter http://download.novell.com/patch/finder/.

  • Benötigen Sie für die lokale Installation Hilfe? Novell bietet Schulungen, Support und Beratung für alle Fragen im Zusammenhang mit SUSE Linux Enterprise Server. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter http://www.novell.com/products/server/.

  • Benötigen Sie Produkte von Drittanbietern? Vergewissern Sie sich, dass das benötigte Produkt von der gewünschten Plattform unterstützt wird. Bei Bedarf bietet Novell auch Unterstützung für Software auf anderen Plattformen an.

1.2 Bereitstellung von SUSE Linux Enterprise Server

Um sicherzustellen, dass Ihr System fehlerlos läuft, sollten Sie nur zertifizierte Hardware verwenden. Unsere Datenbank der zertifizierten Geräte wird regelmäßig aktualisiert. Ein Suchformular für zertifizierte Hardware finden Sie unter http://developer.novell.com/yessearch/Search.jsp.

Abhängig von der Anzahl der gewünschten Installationen empfehlen sich eventuell Installationsserver oder sogar völlig automatische Installationen. Informationen hierzu finden Sie unter Kapitel 5, Installationsstrategien. Wenn Sie Xen-Virtualisierungstechnologien verwenden möchten, empfehlen sich eventuell Netzwerk-Root-Dateisysteme oder Netzwerkspeicherlösungen, wie iSCSI.

SUSE Linux Enterprise Server umfasst eine Vielzahl an verschiedensten Services. Einen Überblick über die Dokumentation zu diesen Diensten finden Sie in diesem Handbuch in Allgemeines zu diesem Handbuch. Die meisten Konfigurationen lassen sich in YaST, dem Konfigurationsprogramm von SUSE, vornehmen. Darüber hinaus sind aber auch zahlreiche manuelle Konfigurationen möglich, die in den betreffenden Kapiteln beschrieben werden.

Über die Installation der Software hinaus sollten Sie in der Planung auch die Schulung der System-Endbenutzer sowie die Schulung Ihres HelpDesks berücksichtigen.

1.3 Ausführung von SUSE Linux Enterprise Server

Das Betriebssystem SUSE Linux Enterprise Server ist bewährt und stabil. Dennoch lassen sich Hardware-Ausfälle oder andere Ursachen für Ausfallzeiten und Datenverluste nicht gänzlich vermeiden. Sie sollten daher für jede wichtige Arbeit, bei der es zu einem Datenverlust kommen kann, regelmäßig Sicherungskopien anfertigen.

Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz Ihrer Daten sollten Sie alle verwendeten Systeme regelmäßig aktualisieren. Bei einem missionskritischen Server sollten Sie einen zweiten, identischen (Test-)Server einrichten, an dem Sie alle Änderungen vor Beginn der Produktion testen können. Bei Hardware-Ausfällen steht Ihnen so auch ein redundantes System zur Verfügung, zu dem Sie jederzeit wechseln können.

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