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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 12 SP3

13 Installieren von Modulen, Erweiterungen und Add-on-Produkten von Drittanbietern

Module und Erweiterungen ergänzen das System um Bestandteile oder Funktionen. Module sind vollständig unterstützte Bestandteile von SUSE Linux Enterprise Server, die allerdings einen anderen Lebenszyklus und einen anderen Zeitrahmen für Aktualisierungen aufweisen. Sie sind als Paketsatz gebündelt, weisen einen eindeutig definierten Gültigkeitsbereich auf und werden ausschließlich über den Online-Kanal bereitgestellt.

Für kostenpflichtige Erweiterungen (z. B. die Workstation-Erweiterung oder die High Availability Extension), die zusätzliche Funktionen für das System bieten, ist ein separater Registrierungsschlüssel erforderlich. Erweiterungen werden über einen Online-Kanal oder auf physischen Medien bereitgestellt. Die Online-Kanäle können Sie nur dann abonnieren, wenn Sie sich beim SUSE Customer Center oder bei einem lokalen Registrierungsserver registriert haben. Die Package Hub-Erweiterung (Abschnitt 13.4, „SUSE Package Hub“) und die SUSE-SDK-Erweiterung (Abschnitt 13.3, „SUSE-Softwareentwicklungskit (SDK) 12 SP3) sind Ausnahmen, für die kein Registrierungsschlüssel erforderlich ist und die nicht unter die SUSE-Supportvereinbarung fallen.

Sobald Sie Ihr System beim SUSE Customer Center oder bei einem lokalen Registrierungsserver registriert haben, erhalten Sie eine Liste der Module und Erweiterungen für Ihr Produkt. Falls Sie die Registrierung während der Installation übersprungen hatten, können Sie das System jederzeit nachträglich mit dem YaST-Modul SUSE Customer Center-Konfiguration nachholen. Detaillierte Informationen finden Sie in Abschnitt 19.9, „Registrieren des Systems“.

Verschiedene Add-on-Produkte sind auch von Drittanbietern erhältlich, beispielsweise binäre Treiber, die für die Funktionsfähigkeit bestimmter Hardwaregeräte erforderlich sind. Wenn Sie über solche Hardware verfügen, suchen Sie in den Versionshinweisen Informationen zur Verfügbarkeit von Binärtreibern für Ihr System. Die Versionshinweise sind unter http://www.suse.com/releasenotes/, über YaST oder unter /usr/share/doc/release-notes/ im installierten System zu finden.

13.1 Installieren von Modulen und Erweiterungen über Online-Kanäle

Für das nachfolgende Verfahren müssen Sie Ihr System bereits beim SUSE Customer Center oder bei einem lokalen Registrierungsserver registriert haben. Wenn Sie gerade Ihr System registrieren, wird direkt nach Schritt 4 in Abschnitt 19.9, „Registrieren des Systems“ eine Liste der Erweiterungen und Module angezeigt. In diesem Fall überspringen Sie die nächsten Schritte, und fahren Sie mit Schritt 2 fort.

Anmerkung
Anmerkung: Abrufen der bereits installierten Add-on-Produkte

Zum Abrufen der bereits installierten Add-on-Produkte starten Sie YaST und wählen Sie Software › Add-ons

Prozedur 13.1: Installieren von Add-on-Produkten und Erweiterungen über Online-Kanäle mit YaST
  1. Starten Sie YaST und wählen Sie Software › Systemerweiterungen oder Module installieren.

    YaST stellt eine Verbindung zum Registrierungsserver her und zeigt eine Liste der verfügbaren Erweiterungen und Module an.

    Anmerkung
    Anmerkung: Verfügbare Erweiterungen und Module

    Die Anzahl der verfügbaren Erweiterungen und Module ist abhängig vom Registrierungsserver. Auf einem lokalen Registrierungsserver werden unter Umständen nur Aktualisierungs-Repositorys angeboten, keine sonstigen Erweiterungen.

    Anmerkung
    Anmerkung: Modullebenszyklen

    Unter https://scc.suse.com/docs/lifecycle/sle/12/modules finden Sie die Lebenszyklus-Enddaten der Module.

  2. Wenn Sie auf einen Eintrag klicken, wird eine Beschreibung angezeigt.

  3. Zum Auswählen von einem oder mehreren Einträgen für die Installation aktivieren Sie das zugehörige Kontrollkästchen.

    Installation von Systemerweiterungen
    Abbildung 13.1: Installation von Systemerweiterungen
  4. Klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren.

  5. Je nach den hinzuzufügenden Repositorys für die Erweiterung oder das Modul werden Sie gefragt, ob der GPG-Schlüssel importiert werden soll, mit dem das Repository signiert ist, oder Sie werden aufgefordert, eine Lizenz zu akzeptieren.

    Sobald Sie diese Meldungen bestätigt haben, beginnt YaST mit dem Herunterladen und Analysieren der Metadaten. Die Repositorys für die ausgewählten Erweiterungen werden in das System eingefügt; es sind keine weiteren Installationsquellen erforderlich.

  6. Bei Bedarf bearbeiten Sie die Eigenschaften des Repositorys gemäß den Anweisungen in Abschnitt 12.3.2, „Verwalten von Repository-Eigenschaften“.

Anmerkung
Anmerkung: Weiterführende Informationen

White Paper SUSE Linux Enterprise Server 12 Modules.

13.2 Installieren von Erweiterungen und Add-on-Produkten von Drittanbietern von einem Medium

Beim Installieren einer Erweiterung oder eines Add-on-Produkts von einem Medium stehen verschiedene Medientypen zur Auswahl, beispielsweise DVD/CD, Wechsel-Massenspeichergeräte (z. B. Flash-Laufwerke) oder auch ein lokales Verzeichnis oder ISO-Image. Die Medien können auch über einen Netzwerkserver bereitgestellt werden, beispielsweise per HTTP, FTP, NFS oder Samba.

  1. Starten Sie YaST und wählen Sie Software › Add-on-Produkte. Alternativ starten Sie das YaST-Modul Add-on-Produkte von der Befehlszeile aus mit dem Befehl sudo yast2 add-on.

    Das Dialogfeld zeigt eine Übersicht der bereits installierten Add-on-Produkte, Module und Erweiterungen.

    Liste der installierten Add-on-Produkte, Module und Erweiterungen
    Abbildung 13.2: Liste der installierten Add-on-Produkte, Module und Erweiterungen
  2. Mit Hinzufügen installieren Sie ein neues Add-on-Produkt.

  3. Wählen Sie im Dialogfeld Add-on-Produkt die Option für den Typ des Mediums aus, von dem aus die Installation erfolgen soll:

    Installation eines Add-on-Produkts oder einer Erweiterung
    Abbildung 13.3: Installation eines Add-on-Produkts oder einer Erweiterung
    • Durchsuchen Sie das Netzwerk nach Installationsservern, die ihre Services per SLP bekanntgeben. Wählen Sie hierzu Mithilfe von SLP durchsuchen, und klicken Sie auf Weiter.

    • Um ein Repository von einem Wechsellaufwerk hinzuzufügen, wählen Sie die entsprechende Option aus und legen Sie das Medium ein bzw. schließen Sie das USB-Gerät an den Rechner an. Klicken Sie auf Weiter, um mit der Installation zu beginnen.

    • Bei den meisten Medientypen werden Sie aufgefordert, den Pfad (oder die URL) des Mediums anzugeben, sobald Sie die entsprechende Option ausgewählt und auf Weiter geklickt haben. Die Angabe eines Repository-Namens ist optional. Wenn kein Name angegeben ist, verwendet YaST den Produktnamen oder die URL als Repository-Namen.

    Die Option Dateien mit Repository-Beschreibung herunterladen ist standardmäßig aktiviert. Wenn Sie diese Option deaktivieren, lädt YaST die Dateien später bei Bedarf automatisch herunter.

  4. Je nach hinzugefügtem Repository werden Sie gefragt, ob der GPG-Schlüssel importiert werden soll, mit dem das Repository signiert ist, oder Sie werden aufgefordert, eine Lizenz zu akzeptieren.

    Sobald Sie diese Meldungen bestätigt haben, beginnt YaST mit dem Herunterladen und Analysieren der Metadaten. Das Repository wird in die Liste Konfigurierte Repositorys aufgenommen.

  5. Bei Bedarf bearbeiten Sie die Eigenschaften des Repositorys gemäß den Anweisungen in Abschnitt 12.3.2, „Verwalten von Repository-Eigenschaften“.

  6. Bestätigen Sie Ihre Änderungen mit OK. Das Konfigurationsdialogfeld wird geschlossen.

  7. Nachdem Sie das Repository für die Add-on-Medien erfolgreich hinzugefügt haben, wird der Software-Manager gestartet und Sie können Pakete installieren. Detaillierte Informationen finden Sie in Kapitel 12, Installieren bzw. Entfernen von Software.

13.3 SUSE-Softwareentwicklungskit (SDK) 12 SP3

Das SUSE-SDK 12 SP3 ist ein Modul für SUSE Linux Enterprise 12 SP3. Es ist ein vollständiges Toolkit für die Anwendungsbereitstellung. Das SUSE-SDK 12 SP3 stellt dabei ein umfassendes Entwicklungssystem bereit: Dieses SDK enthält sämtliche Open-Source-Werkzeuge, mit denen das SUSE Linux Enterprise Server-Produkt erstellt wurde. Als Entwickler, unabhängiger Softwarehersteller (ISV) oder unabhängiger Hardwarehersteller (IHV) stehen Ihnen somit alle Tools zur Verfügung, die Sie zum Portieren von Anwendungen auf sämtliche Plattformen benötigen, die von SUSE Linux Enterprise Desktop und SUSE Linux Enterprise Server unterstützt werden.

Für das SUSE-Softwareentwicklungskit (SDK) ist kein Registrierungsschlüssel erforderlich und das SDK fällt nicht unter die SUSE-Supportvereinbarungen.

Darüber hinaus enthält das SUSE Software Development Kit integrierte Entwicklungsumgebungen (IDEs), Debugger, Code-Editoren und andere verwandte Werkzeuge. Es unterstützt die wichtigsten Programmiersprachen einschließlich C, C++, Java und die meisten Skriptsprachen. Das SUSE-SDK umfasst mehrere Perl-Pakete, die nicht in SUSE Linux Enterprise Server enthalten sind.

Das SDK ist ein Modul für SUSE Linux Enterprise und steht über einen Online-Kanal im SUSE Customer Center zur Verfügung. Alternativ dazu können Sie http://download.suse.com/ aufrufen, nach SUSE Linux Enterprise Software Development Kit suchen und das SDK von dort herunterladen. Weitere Informationen finden Sie in Kapitel 13, Installieren von Modulen, Erweiterungen und Add-on-Produkten von Drittanbietern.

13.4 SUSE Package Hub

In der Liste Verfügbare Erweiterungen und Module finden Sie den SUSE Package Hub. Diese Erweiterung ist ohne zusätzliche Gebühr verfügbar. Sie enthält zahlreiche zusätzliche Community-Pakete für SUSE Linux Enterprise, die sich mühelos installieren lassen, jedoch nicht von SUSE unterstützt werden.

Weitere Informationen zum SUSE Package Hub und zur Mitarbeit an dieser Erweiterung finden Sie unter https://packagehub.suse.com/

Wichtig
Wichtig: SUSE Package Hub nicht unterstützt

Beachten Sie, dass die Pakete im SUSE Package Hub nicht offiziell von SUSE unterstützt werden. SUSE leistet lediglich Support beim Aktivieren des Package Hub-Repository selbst sowie beim Installieren oder Bereitstellen der RPM-Pakete.

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