Zum Inhalt springenZur Seitennavigation springen: vorherige Seite [Zugriffstaste p]/nächste Seite [Zugriffstaste n]
Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 15 SP1

4 Installation auf IBM POWER Edit source

In diesem Kapitel wird beschrieben, wie Sie die Installation von SUSE Linux Enterprise Server auf IBM POWER-Systemen vorbereiten.

4.1 Hardwareanforderungen Edit source

Das Betriebssystem SUSE Linux Enterprise Server kann auf IBM POWER-Servern ausgeführt werden. Als Richtlinie für Ihre Planungsphase werden hier die Mindestanforderungen dargestellt.

Unterstützte Server

Wenn Sie sichergehen möchten, dass eine bestimmte Computerkonfiguration funktioniert, schlagen Sie in der Datenbank der von SUSE zertifizierten Hardware nach. Eine Liste der zertifizierten Hardware finden Sie unter http://www.suse.com/yessearch/Search.jsp. SUSE Linux Enterprise Server unterstützt möglicherweise weitere IBM POWER-Systeme, die nicht aufgeführt sind. Aktuelle Informationen finden Sie im IBM Information Center für Linux unter http://www.ibm.com/support/knowledgecenter/linuxonibm/liaam/liaamdistros.htm.

Arbeitsspeicheranforderungen

Für eine Minimalinstallation sind mindestens 1024 MB Arbeitsspeicher erforderlich. Fügen Sie bei Installationen auf Remote-Systemen über HTTP oder FTP weitere 150 MB hinzu. Diese Werte gelten ausschließlich für die Installation des Betriebssystems. Der tatsächliche Arbeitsspeicherbedarf in der Produktion ist abhängig von der Auslastung des Systems.

Anforderungen an die Festplatte

Die Anforderungen an die Festplatte sind im Wesentlichen abhängig von der ausgewählten Installation und von der geplanten Nutzung des Computers. Gewöhnlich benötigen Sie mehr Speicherplatz als die Installationssoftware alleine, damit ein System ordnungsgemäß arbeitet. Mindestanforderungen für verschiedene Optionen:

Installationsumfang

Mindestanforderungen an die Festplatte

Expertenmodus

1,5 GB

Minimalinstallation

2.5 GB

GNOME-Desktop

3 GB

Alle Schemata

4 GB

Empfohlener Mindestwert (keine Btrfs-Snapshots): 10 GB

Erforderlicher Mindestwert (mit Btrfs-Snapshots): 16 GB

Empfohlener Mindestwert (mit Btrfs-Snapshots): 32 GB

Bei einer Root-Partition kleiner als 10 GB macht das Installationsprogramm keinen Vorschlag für eine automatische Partitionierung und Partitionen müssen manuell erstellt werden. Daher werden als Mindestgröße für die Root-Partition 10 GB empfohlen. Die Root-Partition muss mindestens 16 GB groß sein, wenn Sie Btrfs-Snapshots auf dem Root-Volume aktivieren möchten, um System-Rollbacks (siehe Kapitel 7, Systemwiederherstellung und Snapshot-Verwaltung mit Snapper) zu aktivieren.

Vor der Installation von SUSE Linux Enterprise Server sollte auf Ihren Servern bereits die neueste Firmware vorhanden sein. Die aktuelle Firmware finden Sie bei IBM FixCentral (http://www.ibm.com/support/fixcentral/). Wählen Sie das System in der Liste der Produktgruppen aus. Im IBM PowerLinux Tools Repository steht weitere Software zur Verfügung. Das IBM Tools Repository wird auch als Yum-Repository bezeichnet. Unter https://ibm.biz/Bdxn3N finden Sie weitere Informationen zur Verwendung des IBM PowerLinux Tools Repository.

4.2 Vorbereitung Edit source

In diesem Abschnitt werden die Schritte beschrieben, die zur Vorbereitung vor der eigentlichen Installation von SUSE Linux Enterprise Server anfallen. Das Installationsverfahren richtet sich nach dem verwendeten System. Folgende Methoden werden unterstützt:

Wenn SUSE Linux Enterprise Server auf mehreren Systemen oder Partitionen installiert werden soll, empfiehlt sich die Erstellung einer Netzwerkinstallationsquelle. Die Installationsquelle kann für die gleichzeitige Installation auf mehreren Partitionen oder Systemen verwendet werden. Informationen zur Konfiguration einer Netzwerkinstallationsquelle finden Sie in Abschnitt 14.1, „Einrichten eines Installationsservers mithilfe von YaST“.

4.2.1 Installation in einer Partition mit IVM Edit source

Diese Anleitung enthält hilfreiche Informationen für die Installation von SUSE Linux Enterprise Server in einer Power Systems-Serverpartition mit der Weboberfläche Integrated Virtualization Manager (IVM). Vor Installationsbeginn müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Linux on Power-System wurde eingeschaltet.

  • Der virtuelle E/A-Server (Virtual I/O Server, VIOS) wurde installiert.

  • Die IVM-Erstkonfiguration wurde durchgeführt.

Prozedur 4.1: An der IVM-Weboberfläche anmelden
  1. Öffnen Sie ein Webbrowserfenster und stellen Sie mit dem HTTP- oder HTTPS-Protokoll eine Verbindung zu der IP-Adresse her, die dem IVM während des Installationsprozesses zugewiesen wurde (zum Beispiel https://IP-ADRESSE). Das Begrüßungsfenster wird angezeigt.

  2. Melden Sie sich als Benutzer padmin an und geben Sie das Passwort ein, das Sie während des Installationsprozesses definiert haben. Die IVM-Oberfläche wird angezeigt.

  3. Wählen Sie View/Modify Virtual Ethernet (Virtuelles Ethernet anzeigen/ändern) aus.

  4. Klicken Sie auf Initialize Virtual Ethernet (Virtuelles Ethernet initialisieren), um eine Ethernet-Konnektivität zwischen den Partitionen bereitzustellen.

  5. Sobald das virtuelle Ethernet initialisiert wurde, klicken Sie auf Apply (Anwenden).

  6. Wenn Ihre Installation externes Networking erfordert, erstellen Sie eine virtuelle Ethernet-Bridge.

    1. Wählen Sie den Karteireiter Virtual Ethernet Bridge (Virtuelle Ethernet-Bridge) aus.

    2. Wählen Sie den physischen Adapter für die Bridge aus und fahren Sie mit der Option Apply (Anwenden) fort.

Erstellen Sie jetzt mit folgenden Schritten eine Partition:

Prozedur 4.2: Partition erstellen
  1. Klicken Sie in der IVM-Weboberfläche auf View/Modify Partition › Create Partition (Partition änzeigen/ändern > Partition erstellen).

  2. Geben Sie einen Namen für die Partition ein. Um mit dem nächsten Schritt fortzufahren, klicken Sie in diesem und in den folgenden Schritten jeweils auf Next (Weiter).

  3. Geben Sie den Arbeitsspeicher für Ihre Partition an. Falls Sie einen gemeinsam genutzten Arbeitsspeicherpool erstellt haben, können Ihre Partitionen Arbeitsspeicher gemeinsam nutzen. Wählen Sie andernfalls Dedicated (Dediziert) aus.

  4. Geben Sie die Anzahl der Prozessoren und den Verarbeitungsmodus für die Partition an.

  5. Geben Sie ein virtuelles Ethernet für die Partition an. Wenn Sie keinen Adapter konfigurieren möchten, wählen Sie none (Keiner) für das virtuelle Ethernet aus.

  6. Erstellen Sie einen neuen virtuellen Datenträger oder weisen Sie bereits vorhandene virtuelle Datenträger und physische Volumes zu, die zurzeit keiner Partition zugewiesen sind.

  7. Überprüfen Sie die Angaben in Virtual disk name (Name des virtuellen Datenträgers) und Storage pool name (Name des Speicherpools) für Ihre Platte und geben Sie in Virtual disk size (Größe des virtuellen Datenträgers) die gewünschte Größe an.

  8. Konfigurieren Sie optische Einheiten für Ihre Partition, indem Sie die Einträge Physical Optical Devices (Physische optische Einheiten) und Virtual Optical Devices (Virtuelle optische Einheiten) einblenden und die Einheit(en) auswählen, die Sie der Partition zuweisen möchten.

  9. Überprüfen Sie die Konfigurationseinstellungen für Ihre Partition und klicken Sie auf Finish (Beenden). Die Partition wird erstellt und ist danach in der Liste View/Modify Partitions (Partitionen anzeigen/ändern) verfügbar.

Aktivieren Sie nun die soeben erstellte Partition:

Prozedur 4.3: Partition aktivieren
  1. Klicken Sie in der IVM-Weboberfläche auf View/Modify Partition (Partition anzeigen/ändern) und wählen Sie das Feld neben der Partition aus, die Sie aktivieren möchten.

  2. Wählen Sie More Tasks (Weitere Aufgaben) aus.

  3. Wählen Sie Open a terminal window (Terminalfenster öffnen) aus.

  4. Klicken Sie neben der Partition auf Activate (Aktivieren).

  5. Geben Sie im Terminalfenster 1 ein, um die System Management Services (SMS) zu starten.

Der Rechner ist jetzt eingerichtet und Sie können in die Installation booten:

Prozedur 4.4: Linux-Installation booten
  1. Geben Sie im Fenster Boot selection (Bootauswahl) 1 ein, um das SMS-Menü auszuwählen. Geben Sie 1 ein, bevor der Bildschirm für das Booten der Firmware vollständig in der Anzeige zu sehen ist, da der Bildschirm ausgeblendet wird, sobald er vollständig ist. Falls Sie den Bildschirm versäumt haben, booten Sie das System neu.

  2. Sie können jetzt den Mediendatenträger für den virtuellen E/A-Server (Virtual I/O Server, VIOS) in das Laufwerk einlegen.

  3. Geben Sie 2 ein, um im Menü Language selection (Sprachauswahl) mit der Eingabe des Passworts fortzufahren. Geben Sie das Passwort für die Admin-ID ein.

  4. Geben Sie im SMS-Hauptmenü 5 ein, um Select Boot Options (Bootoptionen auswählen) zu wählen.

  5. Geben Sie 1 ein, um Install/Boot Device (Installations-/Bootgerät) auszuwählen.

  6. Geben Sie 7 ein, um alle verfügbaren Bootgeräte anzuzeigen.

  7. Geben Sie die Nummer des gewünschten Geräts ein. Falls Ihr Gerät nicht aufgelistet wird, geben Sie N ein, damit weitere Geräte angezeigt werden.

  8. Geben Sie 2 ein, damit das Booten mit der Option Normal Mode Boot (Booten im normalen Modus) erfolgt.

  9. Geben Sie 1, um das SMS-Menü zu verlassen und den Bootvorgang zu starten.

  10. Geben Sie am Bootprompt des Installationsprogramms Folgendes ein:

    install vnc=1
    vncpassword=VNC_PASSWORD

    Ersetzen Sie VNC_PASSWORD durch ein Passwort Ihrer Wahl (die Mindestlänge beträgt acht Zeichen) und drücken Sie Eingabetaste, um die Installation von SUSE Linux Enterprise Server zu starten. Das Laden des Kernels beginnt.

Sobald das Laden des Kernels begonnen hat, benötigt das Installationsprogramm einige Informationen vom System, um eine VNC-Sitzung einrichten zu können. Damit VNC genutzt werden kann, wird ein gültiger TCP/IP-Stack benötigt. Verwenden Sie entweder DHCP oder definieren Sie Ihre Informationen zum Networking manuell mithilfe der Anweisungen des Installationsprogramms.

Prozedur 4.5: VNC-Sitzung starten
  1. Wählen Sie im Fenster Network device (Netzwerkgerät) eth0 als Netzwerkgerät aus. Wählen Sie OK aus und drücken Sie Eingabetaste.

  2. Testen Sie die Installationsmedien. Wenn Sie den Vorgang ohne Test fortsetzen möchten, wählen Sie Skip (Überspringen) aus.

  3. Sobald das System den VNC-Server gestartet hat, wird eine Nachricht bezüglich der Verbindung Ihres VNC-Clients gefolgt von einer IP-Adresse angezeigt. Notieren Sie diese IP-Adresse.

  4. Starten Sie einen VNC-Client auf Ihrem Notebook oder PC. Geben Sie die IP-Adresse aus dem vorherigen Schritt und danach :1 ein. Beispiel: 192.168.2.103:1.

  5. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 8, Installationsschritte beschrieben aus.

4.2.2 Installation auf Servern ohne Open Power Abstraction Layer Edit source

Mithilfe der folgenden Informationen können Sie Linux über eine serielle Konsole oder mit einem Monitor und einer Tastatur auf einem Power Systems-Server installieren. Bei dieser Installation wird ein nicht verwaltetes (eigenständiges) System vorausgesetzt, das umgehend gebootet werden kann.

  1. Schalten Sie Ihr System ein, indem Sie Power On (Einschalten) im Menü Power On/Off System (System ein-/ausschalten) auswählen. Wenn Sie gefragt werden, ob Sie mit der Konsole fortfahren möchten, geben Sie 0 ein. In diesem Fall wird die Konsole genutzt.

  2. Legen Sie das Installationsmedium von SUSE Linux Enterprise Server in das Laufwerk ein.

  3. Geben Sie im Fenster Select Language (Sprache auswählen) 2 ein, um mit dem Bootvorgang fortzufahren.

  4. Geben Sie 1 ein, um die Lizenzvereinbarung zu akzeptieren.

  5. Geben Sie im Fenster Boot selection (Bootauswahl) 1 ein, um das SMS-Menü auszuwählen. Geben Sie 1 ein, bevor der Bildschirm für das Booten der Firmware vollständig in der Anzeige zu sehen ist, da der Bildschirm ausgeblendet wird, sobald er vollständig ist. Falls Sie den Bildschirm versäumt haben, booten Sie das System neu.

  6. Geben Sie 2 ein, um im Menü Language selection (Sprachauswahl) mit der Eingabe des Passworts fortzufahren. Geben Sie das Passwort für die Admin-ID ein.

  7. Geben Sie im SMS-Hauptmenü 5 ein, um Select Boot Options (Bootoptionen auswählen) zu wählen.

  8. Geben Sie 7 ein, um alle verfügbaren Bootgeräte anzuzeigen.

  9. Geben Sie die Nummer des gewünschten Geräts ein. Falls Ihr Gerät nicht aufgelistet wird, geben Sie N ein, damit weitere Geräte angezeigt werden.

  10. Geben Sie 2 ein, damit das Booten mit der Option Normal Mode Boot (Booten im normalen Modus) erfolgt.

  11. Geben Sie 1, um das SMS-Menü zu verlassen und den Bootvorgang zu starten.

  12. Geben Sie am Bootprompt des Installationsprogramms Folgendes ein:

    install vnc=1
    vncpassword=VNC_PASSWORD

    Ersetzen Sie VNC_PASSWORD durch ein Passwort Ihrer Wahl (die Mindestlänge beträgt acht Zeichen) und drücken Sie Eingabetaste, um die Installation von SUSE Linux Enterprise Server zu starten. Das Laden des Kernels beginnt.

Sobald das Laden des Kernels begonnen hat, benötigt das Installationsprogramm einige Informationen vom System, um eine VNC-Sitzung einrichten zu können. Damit VNC genutzt werden kann, wird ein gültiger TCP/IP-Stack benötigt. Verwenden Sie entweder DHCP oder definieren Sie Ihre Informationen zum Networking manuell mithilfe der Anweisungen des Installationsprogramms.

Prozedur 4.6: VNC-Sitzung starten
  1. Wählen Sie im Fenster Network device (Netzwerkgerät) eth0 als Netzwerkgerät aus. Wählen Sie OK aus und drücken Sie Eingabetaste.

  2. Testen Sie die Installationsmedien. Wenn Sie den Vorgang ohne Test fortsetzen möchten, wählen Sie Skip (Überspringen) aus.

  3. Sobald das System den VNC-Server gestartet hat, wird eine Nachricht bezüglich der Verbindung Ihres VNC-Clients gefolgt von einer IP-Adresse angezeigt. Notieren Sie diese IP-Adresse.

  4. Starten Sie einen VNC-Client auf Ihrem Notebook oder PC. Geben Sie die IP-Adresse aus dem vorherigen Schritt und danach :1 ein. Beispiel: 192.168.2.103:1.

  5. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 8, Installationsschritte beschrieben aus.

4.3 Weiterführende Informationen Edit source

Sie erhalten weitere Informationen zu IBM PowerLinux von SUSE und IBM:

  • Die SUSE Support Knowledge Base unter https://www.suse.com/support/kb/ stellt eine sehr hilfreiche Informationsquelle dar, die Kunden bei der Lösung von Problemen unterstützt. Durchsuchen Sie die Knowledge Base zu SUSE Linux Enterprise Server mithilfe von Schlüsselwörtern wie POWER.

  • Sicherheitswarnungen finden Sie unter https://www.suse.com/support/security/. Darüber hinaus bietet SUSE zwei sicherheitsrelevante Mailinglisten an, die jeder abonnieren kann.

    • suse-security: Eine allgemeine Diskussion von Sicherheitsfragen zu Linux und SUSE. Alle Sicherheitswarnungen für SUSE Linux Enterprise Server werden an diese Liste gesendet.

    • suse-security-announce: Eine SUSE-Mailingliste speziell für Sicherheitswarnungen.

  • Prüfen Sie bei Hardwarefehlern, ob in der Kontrollleiste entsprechende Codes angezeigt werden. Sie können die angezeigten Codes im IBM Power Systems Hardware Information Center unter https://ibm.biz/Bdxn3T nachschlagen.

  • Im Abschnitt „IBM PowerLinux FAQ“ des Information Center unter https://ibm.biz/Bdxn35 finden Sie Tipps zur Fehlerbehebung.

  • Um sich in die linuxppc-dev-Mailingliste einzutragen, melden Sie sich über die Formulare unter http://lists.ozlabs.org/listinfo/linuxppc-dev/ an.

Diese Seite drucken