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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 15 SP1

5 Online-Upgrade Edit source

Für das Upgrade eines laufenden Systems auf ein neues Service Pack bietet SUSE ein intuitives grafisches Werkzeug und ein Befehlszeilenwerkzeug. Diese Funktionen unterstützen das Rollback von Service Packs und vieles mehr. In diesem Kapitel wird die Ausführung eines Service Pack-Upgrades mit diesen Werkzeugen Schritt für Schritt erläutert.

5.1 Konzeptüberblick Edit source

SUSE veröffentlicht in regelmäßigen Abständen neue Service Packs für die SUSE Linux Enterprise-Produktfamilie. Um den Kunden die Migration auf ein neues Service Pack zu erleichtern und die Ausfallzeiten so kurz wie möglich zu halten, unterstützt SUSE eine Online-Migration bei laufendem System.

Ab SLE 12 werden anstelle von YaST-Wagon die YaST-Migration (GUI) und die Zypper-Migration (Befehlszeile) verwendet. Folgende Funktionen werden unterstützt:

  • Das System befindet sich bis zur Aktualisierung des ersten RPM stets in einem definierten Status

  • Der Vorgang kann bis zur Aktualisierung des ersten RPM jederzeit abgebrochen werden

  • Unkomplizierte Wiederherstellung bei einem Fehler

  • Rollback über Systemtools; keine Sicherung/Wiederherstellung erforderlich

  • Verwendung aller aktiven Repositorys

  • Möglichkeit zum Überspringen eines Service Packs

Warnung
Warnung: Keine Unterstützung der Online-Migration für Hauptversionen

Die Online-Migration wird ausschließlich bei der Migration auf ein anderes Service Pack unterstützt. Beim Upgraden auf neue Hauptversionen wird die Online-Migration nicht unterstützt. Weitere Informationen finden Sie in Kapitel 1, Upgradepfade und -methoden.

Upgraden Sie per Offline-Migration auf eine neue Hauptversion. Weitere Informationen finden Sie in Kapitel 4, Offline-Upgrade.

5.2 Arbeitsfluss der Service Pack-Migration Edit source

Eine Service Pack-Migration kann mit YaST, zypper oder AutoYAST ausgeführt werden.

Vor dem Start einer Service Pack-Migration muss das System beim SUSE Customer Center oder bei einem lokalen RMT-Server registriert werden. Auch SUSE Manager kann verwendet werden.

Unabhängig von der Methode besteht eine Service Pack-Migration jedoch immer aus den folgenden Schritten:

  1. Suchen von möglichen Migrationszielen auf den registrierten Systemen

  2. Auswahl eines Migrationsziels

  3. Anfordern und Aktivieren neuer Repositorys

  4. Ausführen der Migration

Die Liste der Migrationsziele ist abhängig von den installierten und registrierten Produkten. Falls Sie eine Erweiterung installiert haben, für die das neue Service Pack noch nicht zur Verfügung steht, wird Ihnen unter Umständen gar kein Migrationsziel angeboten.

Die Liste der Migrationsziele, die für Ihren Host verfügbar sind, wird immer aus dem SUSE Customer Center abgerufen und hängt von den installierten Produkten oder Erweiterungen ab.

5.3 Abbrechen einer Service Pack-Migration Edit source

Während des Migrationsvorgangs kann eine Service Pack-Migration nur in ganz bestimmten Phasen abgebrochen werden:

  1. Bis zum Beginn des Paketupgrades erfolgen auf dem System nur minimale Änderungen, beispielsweise für Services und Repositorys. Stellen Sie /etc/zypp/repos.d/* wieder her, um zum vorherigen Zustand zurückzukehren.

  2. Nach Beginn des Paketupgrades können Sie mithilfe eines Snapper-Snapshots zum vorherigen Zustand zurückkehren (siehe Kapitel 7, Systemwiederherstellung und Snapshot-Verwaltung mit Snapper).

  3. Nach der Auswahl des Migrationsziels ändert das SUSE Customer Center die Repository-Daten. Wenn Sie diesen Zustand manuell zurücksetzen möchten, verwenden Sie SUSEConnect --rollback.

5.4 Upgraden mit dem Werkzeug für die Online-Migration (YaST) Edit source

Für eine Service Pack-Migration mit YaST verwenden Sie das Tool für die Online-Migration. YaST installiert standardmäßig keine Pakete aus Repositorys von Drittanbietern. Wurde ein Paket aus einem Repository eines Drittanbieters installiert, verhindert YaST, dass das Paket durch das gleiche Paket aus SUSE ersetzt wird.

Anmerkung
Anmerkung: Reduzieren des Installationsumfangs

Bei der SP-Migration installiert YaST alle empfohlenen Pakete. Vor allem bei benutzerdefinierten Minimalinstallationen kann dies den Installationsumfang auf dem System beträchtlich erhöhen.

Möchten Sie dieses Standardverhalten ändern und nur erforderliche Pakete erlauben, passen Sie die Option solver.onlyRequires in /etc/zypp/zypp.conf an.

solver.onlyRequires = true

Bearbeiten Sie auch die Datei /etc/zypp/zypper.conf und ändern Sie die Option installRecommends.

installRecommends=false

Dadurch ändert sich das Verhalten sämtlicher Paketvorgänge, z. B. Installationen von Patches oder neuen Paketen.

Gehen Sie wie folgt vor, um die Service Pack-Migration zu starten:

  1. Deaktivieren Sie alle nicht verwendeten Erweiterungen des Registrierungsservers, damit künftig keine Abhängigkeitskonflikte auftreten. Falls Sie eine Erweiterung übersehen, erkennt YaST später die nicht verwendeten Erweiterungs-Repositorys, die dann automatisch deaktiviert werden.

  2. Wenn Sie bei einer GNOME-Sitzung auf dem zu aktualisierenden Computer angemeldet sind, wechseln Sie zu einer Textkonsole. Die Aktualisierung aus einer GNOME-Sitzung heraus wird nicht empfohlen. Dies gilt nicht, wenn Sie über einen Remote-Computer angemeldet sind (es sei denn, Sie führen eine VNC-Sitzung mit GNOME aus).

  3. Als LTSS-Abonnement prüfen Sie, ob das LTSS-Erweiterungs-Repository aktiv ist.

  4. Führen Sie die YaST-Online-Aktualisierung aus, um die neuesten Paketaktualisierungen für Ihr System zu erhalten.

  5. Installieren Sie das Paket yast2-migration und seine abhängigen Komponenten (in YaST unter Software › Software installieren oder löschen).

  6. Starten Sie YaST neu, damit das neu installierte Modul im Kontrollzentrum angezeigt wird.

  7. Wählen Sie in YaST die Option Online-Migration. (Je nach der upzugradenden Version von SUSE Linux Enterprise Server befindet sich dieses Modul unter System oder Software.) YaST zeigt die möglichen Migrationsziele und eine Zusammenfassung an. Falls für Ihr System mehrere Migrationsziele verfügbar sind, wählen Sie eines davon in der Liste aus.

  8. Wählen Sie ein Migrationsziel in der Liste aus und setzen Sie den Vorgang mit Weiter fort.

  9. Falls das Migrationstool Aktualisierungs-Repositorys anbietet, sollten Sie mit Ja fortfahren.

  10. Falls das Tool für die Online-Migration alte Repositorys von DVD oder einem lokalen Server findet, empfiehlt es sich dringend, diese zu deaktivieren. Alte Repositorys stammen aus einem früheren SP. Alle alten Repositorys vom SUSE Customer Center oder aus RMT werden automatisch entfernt.

  11. Prüfen Sie die Zusammenfassung und klicken Sie dann auf Weiter, um mit der Migration fortzufahren. Bestätigen Sie die Migration mit Aktualisierung starten.

  12. Starten Sie Ihr System nach einer erfolgreichen Migration neu.

5.5 Upgraden mit zypper Edit source

Für eine Service Pack-Migration mit Zypper verwenden Sie das Kommandozeilenwerkzeug zypper migration im Paket zypper-migration-plugin.

Anmerkung
Anmerkung: Reduzieren des Installationsumfangs

Bei der SP-Migration installiert YaST alle empfohlenen Pakete. Vor allem bei benutzerdefinierten Minimalinstallationen kann dies den Installationsumfang auf dem System beträchtlich erhöhen.

Möchten Sie dieses Standardverhalten ändern und nur erforderliche Pakete erlauben, passen Sie die Option solver.onlyRequires in /etc/zypp/zypp.conf an.

solver.onlyRequires = true

Bearbeiten Sie auch die Datei /etc/zypp/zypper.conf und ändern Sie die Option installRecommends.

installRecommends=false

Dadurch ändert sich das Verhalten sämtlicher Paketvorgänge, z. B. Installationen von Patches oder neuen Paketen. Wenn Sie das Verhalten von Zypper für einen einzelnen Aufruf ändern möchten, fügen Sie in Ihrer Kommandozeile den Parameter --no-recommends hinzu.

Gehen Sie wie folgt vor, um die Service Pack-Migration zu starten:

  1. Wenn Sie bei einer GNOME-Sitzung auf dem zu aktualisierenden Computer angemeldet sind, wechseln Sie zu einer Textkonsole. Die Aktualisierung aus einer GNOME-Sitzung heraus wird nicht empfohlen. Dies gilt nicht, wenn Sie über einen Remote-Computer angemeldet sind (es sei denn, Sie führen eine VNC-Sitzung mit GNOME aus).

  2. Falls noch nicht erfolgt, registrieren Sie Ihren SUSE Linux Enterprise-Rechner:

    tux > sudo SUSEConnect --regcode YOUR_REGISTRATION_CODE
  3. Als LTSS-Abonnement prüfen Sie, ob das LTSS-Erweiterungs-Repository aktiv ist.

  4. Führen Sie zypper migration aus:

    tux > sudo zypper migration
    Executing 'zypper  patch-check'
    
    Refreshing service 'SUSE_Linux_Enterprise_Server_12_x86_64'.
    Loading repository data...
    Reading installed packages...
    0 patches needed (0 security patches)
    
    Available migrations:
    
        1 | SUSE Linux Enterprise Server 12 SP1 x86_64
        2 | SUSE Linux Enterprise Server 12 SP2 x86_64

    Beachten Sie folgende Hinweise zum Migrationsvorgang:

    • Falls für Ihr System mehrere Migrationsziele verfügbar sind, können Sie in Zypper einen SP in der Liste auswählen. Dies entspricht dem Überspringen eines oder mehrerer SPs. Denken Sie daran, dass die Online-Migration für Basisprodukte (SLES, SLED) nur zwischen den SPs einer Hauptversion verfügbar ist.

    • Zypper verwendet standardmäßig die Option --no-allow-vendor-change, die an zypper dup weitergeleitet wird. Wurde ein Paket aus einem Repository eines Drittanbieters installiert, verhindert diese Option, dass das Paket durch das gleiche Paket aus SUSE ersetzt wird.

    • Falls Zypper alte Repositorys von DVD oder einem lokalen Server findet, empfiehlt es sich dringend, diese zu deaktivieren. Alte SUSE Customer Center- oder RMT-Repository werden automatisch entfernt.

  5. Prüfen Sie alle Änderungen, insbesondere die Pakete, die entfernt werden. Geben Sie y ein, um fortzufahren (die Anzahl der Pakete, die aktualisiert werden können, ist von System zu System unterschiedlich):

    266 packages to upgrade, 54 to downgrade, 17 new, 8 to reinstall, 5 to remove, 1 to change arch.
    Overall download size: 285.1 MiB. Already cached: 0 B  After the operation, additional 139.8 MiB will be used.
    Continue? [y/n/? shows all options] (y):

    Verwenden Sie zum Blättern in Ihrer Shell die Tasten UmschalttasteBild ↑ oder UmschalttasteBild ↓ .

  6. Starten Sie Ihr System nach einer erfolgreichen Migration neu.

5.6 Upgraden mit einfachem Zypper Edit source

Wenn Sie die YaST-Migration oder die Zypper-Migration nicht verwenden können, haben Sie die Möglichkeit, die Migration mit einer einfachen Zypper-Version (Plain Zypper) und einigen manuellen Interaktionen durchzuführen. Gehen Sie wie folgt vor, um eine Service Pack-Migration zu starten:

  1. Wenn Sie bei einer GNOME-Sitzung auf dem zu aktualisierenden Computer angemeldet sind, wechseln Sie zu einer Textkonsole. Die Aktualisierung aus einer GNOME-Sitzung heraus wird nicht empfohlen. Dies gilt nicht, wenn Sie über einen Remote-Computer angemeldet sind (es sei denn, Sie führen eine VNC-Sitzung mit GNOME aus).

  2. Aktualisieren Sie die Paketverwaltungstools mit den alten SUSE Linux Enterprise-Repositorys:

    tux > sudo zypper patch --updatestack-only
  3. Wenn das System registriert wurde, muss seine Registrierung aufgehoben werden:

    tux > sudo SUSEConnect --de-register
  4. Entfernen Sie die alten Installationsquellen und Repositorys und passen Sie die Repositorys von Drittanbietern an.

  5. Fügen Sie die neuen Installationsquellen – ob lokale oder Remote-Quellen – hinzu (Informationen zum Platzhalter REPOSITORY finden Sie unter Abschnitt 2.3, „Abhängigkeiten und Lebenszyklen der Module“):

    sudo zypper addrepo REPOSITORY

    Sie können auch das SUSE Customer Center oder das Repository Mirroring Tool verwenden. Der Befehl für SUSE Linux Enterprise 12 SP1 unter AMD64/Intel 64 lautet:

    tux > sudo SUSEConnect -p SLES/12.2/x86_64 OPTIONS

    Denken Sie daran, dass architekturübergreifende Upgrades nicht unterstützt werden.

    Zypper zeigt einen eventuellen Konflikt zwischen dem bisherigen und dem neuen Kernel an. Zum Fortsetzen wählen Sie Lösung 1.

    Problem: product:SLES-12.2-0.x86_64 conflicts with kernel < 4.4 provided by kernel-default-VERSION
     Solution 1: Following actions will be done:
      replacement of kernel-default-VERSION with kernel-default-VERSION
      deinstallation of kernel-default-VERSION
     Solution 2: do not install product:SLES-12.2-0.x86_64
  6. Schließen Sie die Migration ab:

    tux > sudo zypper ref -f -s
    tux > sudo zypper dup --no-allow-vendor-change --no-recommends

    Das erste Kommando aktualisiert alle Services und Repositorys. Das zweite Kommando führt ein Distributionsupgrade durch. Hier sind die beiden letzten Optionen wichtig: -no-allow-vendor-change stellt sicher, dass RPMs von Drittanbietern keine RPMs aus dem Basissystem überschreiben. Die Option --no-recommends sorgt dafür, dass Pakete, die während der Erstinstallation abgewählt wurden, nicht erneut hinzugefügt werden.

5.7 Rollback eines Service Packs Edit source

Falls ein Service Pack nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde, unterstützt SUSE Linux Enterprise die Zurücksetzung des Systems auf den Zustand vor Beginn der Service Pack-Migration. Voraussetzung hierfür ist eine Btrfs-Root-Partition mit aktivierten Snapshots (beim Installieren von SLES 12 standardmäßig aktiviert). Weitere Informationen finden Sie in Kapitel 7, Systemwiederherstellung und Snapshot-Verwaltung mit Snapper.

  1. Rufen Sie eine Liste sämtlicher Snapper-Snapshots ab:

    tux > sudo snapper list

    Suchen Sie in der Ausgabe nach dem Snapshot, der unmittelbar vor Beginn der Service Pack-Migration gestartet wurde. Die Spalte Beschreibung zeigt eine zugehörige Erläuterung und der Snapshot wird in der Spalte Benutzerdaten als wichtig gekennzeichnet. Notieren Sie die Snapshot-Nummer in der Spalte Nr. und das entsprechende Datum in der Spalte Datum.

  2. Booten Sie das System neu. Wählen Sie im Bootmenü die Option Bootloader von einem schreibgeschützten Snapshot starten und wählen Sie den Snapshot mit dem notierten Datum und der Nummer aus dem vorangegangenen Schritt aus. Ein zweites Bootmenü (das Bootmenü aus dem Snapshot) wird geladen. Wählen Sie den Eintrag aus, der mit SLES 12 beginnt, und booten Sie ihn.

  3. Das System bootet im vorherigen Zustand, wobei die Systempartition schreibgeschützt eingehängt ist. Melden Sie sich als root an und prüfen Sie, ob Sie den richtigen Snapshot ausgewählt haben. Prüfen Sie außerdem, ob alle Vorgänge wie erwartet ablaufen. Beachten Sie, dass der Funktionsumfang ggf. eingeschränkt ist, da das Root-Dateisystem schreibgeschützt eingehängt wurde.

    Falls Probleme auftreten oder Sie den falschen Snapshot gebootet haben, booten Sie das System neu und wählen Sie einen anderen Snapshot zum Booten aus. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden noch keine permanenten Änderungen vorgenommen. Falls der richtige Snapshot ausgewählt wurde und dieser Snapshot einwandfrei arbeitet, lassen Sie die Änderungen mit dem folgenden Befehl dauerhaft in Kraft treten:

    tux > sudo snapper rollback

    Booten Sie anschließend neu. Wählen Sie im Bootbildschirm den Standard-Booteintrag. Das neu eingesetzte System wird erneut gebootet.

  4. Prüfen Sie, ob die Repository-Konfiguration ordnungsgemäß zurückgesetzt wurde. Prüfen Sie außerdem, ob alle Produkte fehlerfrei registriert wurden. Falls eine dieser Bedingungen nicht erfüllt ist, kann das System später eventuell nicht mehr aktualisiert werden oder das System wird mit den falschen Paket-Repositorys aktualisiert.

    Prüfen Sie vor Beginn dieses Verfahrens, ob das System auf das Internet zugreifen kann.

    1. Aktualisieren Sie die Dienste und Repositorys mit

      tux > sudo zypper ref -fs
    2. Erstellen Sie eine Liste der aktiven Repositorys mit

      tux > sudo zypper lr

      Prüfen Sie die Ausgabe dieses Befehls sorgfältig. Es sollten keine Dienste und Repositorys aufgelistet werden, die für die Aktualisierung eingefügt wurden. Bei einem Rollback von SLES 12 SP1 auf SLES 12 SP2 muss die Liste beispielsweise die SP1-Repositorys enthalten, also nicht die Repositorys SLES12-SP2-Pool und SLES12-SP2-Updates.

      Falls falsche Repositorys aufgelistet werden, löschen Sie diese Repositorys und ersetzen Sie sie ggf. durch die richtigen Versionen für die Produkt- oder Service Pack-Version. Eine Liste der Repositorys für die unterstützten Migrationspfade finden Sie unter Abschnitt 2.3, „Abhängigkeiten und Lebenszyklen der Module“.

    3. Prüfen Sie abschließend den Registrierungsstatus aller installierten Produkte mit

      tux > sudo SUSEConnect --status

      Alle Produkte sollten als Registriert aufgeführt werden. Ist dies nicht der Fall, reparieren Sie die Registrierung mit

      tux > sudo SUSEConnect --rollback

Damit haben Sie das System wieder auf den Zustand zurückgesetzt, der vor Beginn der Service Pack-Migration vorlag.

5.8 Upgraden mit SUSE Manager Edit source

SUSE Manager ist eine Serverlösung für die Bereitstellung von Aktualisierungen, Patches und Sicherheitsreparaturen für SUSE Linux Enterprise-Clients. Hier finden Sie eine Reihe von Werkzeugen und eine webgestützte Bedienoberfläche für Verwaltungsaufgaben. Weitere Informationen zu SUSE Manager finden Sie unter https://www.suse.com/products/suse-manager/.

Bei der SP-Migration können Sie von einem bestimmten Service Pack (SP) auf ein anderes SP in derselben Hauptversion migrieren (z. B. von SLES 12 SP1 auf 12 SP2). Weitere Informationen finden Sie im Handbuch SUSE Manager Best Practices (Bewährte Verfahren für SUSE Manager), Kapitel Client Migration (Client-Migration), Abschnitt Migrating SUSE Linux Enterprise Server 12 or later to version 12 SP2 (Migrieren von SUSE Linux Enterprise Server 12 oder höher auf Version 12 SP2):

https://www.suse.com/documentation/suse-manager/, Version 3.1.

5.9 Migration von openSUSE Leap zu SUSE Linux Enterprise Server Edit source

Sie können eine openSUSE-Installation online zu SUSE Linux Enterprise Server migrieren. Das Verfahren entspricht weitgehend den Angaben in Abschnitt 5.5, „Upgraden mit zypper“, wobei einige zusätzliche Schritte erforderlich sind. Es wird empfohlen, dieses Verfahren zunächst auf einem Testsystem auszuführen, das auf dieselbe Weise eingerichtet ist wie das Produktionssystem, und dann erst auf dem eigentlichen Produktionssystem.

Unter Abschnitt 1.1, „Unterstützte Upgradepfade auf SLE 15 SP1 erfahren Sie, für welche openSUSE Leap-Versionen eine Migration unterstützt wird.

Warnung
Warnung: Nicht alle openSUSE-Paket können migriert werden

Die openSUSE-Repositorys enthalten mehr Pakete als die SUSE Linux Enterprise Server-Repositorys. Wenn diese Pakete installiert sind, erhalten Sie für die betreffenden Pakete nach der Migration kein Upgrade mehr. Diese Pakete werden entfernt, sobald Sie das nachfolgende Verfahren ausführen.

Überprüfen Sie, ob das SUSE Linux Enterprise Server-Repository alle erforderlichen Pakete für Ihr System enthält. Informieren Sie sich auch, ob die Pakete im SUSE Package Hub-Repository bereitstehen. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 18.3, „SUSE Package Hub“.

So führen Sie die Migration von openSUSE Leap aus:

  1. Wechseln Sie zu einem TTY, beispielsweise mit StrgAltF1. Melden Sie sich dann als root-Benutzer an.

  2. Installieren SUSEConnect.

    root # zypper in SUSEConnect
  3. Entfernen Sie Pakete, die bei der Migration einen Konflikt zwischen den Dateien verursachen.

    root # rpm -e --nodeps yast2-branding-openSUSE
    root # rpm -e --nodeps yast2-branding-openSUSE-Oxygen
  4. Registrieren Sie sich bei SCC und rufen Sie die SUSE Linux Enterprise Server-Repositorys ab.

    root # SUSEConnect -r REGISTRATION_CODE -p SLES/15.0/x86_64
  5. Rufen Sie eine Liste aller openSUSE-Repositorys auf dem System ab und deaktivieren Sie diese Repositorys.

    root # zypper lr
    root # zypper mr -d REPO_IDS

    Ersetzen Sie REPO_IDS durch eine Liste aller aktivierten openSUSE-Repositorys, die durch Leerzeichen getrennt sind.

  6. Fügen Sie nun die erforderlichen Module für die Installation ein.

    root # SUSEConnect --list-extensions
    [...]
    root # SUSEConnect -p sle-module-basesystem/15.0/x86_64

    Wir empfehlen Ihnen die Aktivierung der Module Basesystem, Desktop Applications, Server Applications und Legacy, damit Ihnen für die meisten Leap-Pakete Ersatz zur Verfügung steht. Zudem sollten Sie den SUSE Package Hub aktivieren.

  7. Migrieren Sie die installierten Pakete zu den SUSE Linux Enterprise Server-Repositorys.

    root # zypper dup --force-resolution
  8. Entfernen Sie bezuglose („verwaiste“) Pakete.

    root # zypper rm $(zypper --no-refresh packages --orphaned | gawk '{print $5}' | tail -n +5)
  9. Booten Sie das System anschließend neu.

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