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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 11 SP4

36 Häufige Probleme und deren Lösung

In diesem Kapitel werden mögliche Probleme und deren Lösungen beschrieben. Auch wenn Ihre Situation nicht genau auf die hier beschriebenen Probleme zutreffen mag, finden Sie vielleicht einen ähnlichen Fall, der Ihnen Hinweise zur Lösung Ihres Problems liefert.

36.1 Suchen und Sammeln von Informationen

Linux gibt äußerst detailliert Aufschluss über die Vorgänge in Ihrem System. Es gibt mehrere Quellen, die Sie bei einem Problem mit Ihrem System zurate ziehen können. Einige davon beziehen sich auf Linux-Systeme im Allgemeinen, einige sind speziell auf SUSE Linux Enterprise Server-Systeme ausgerichtet. Die meisten Protokolldateien können mit YaST angezeigt werden (Verschiedenes › Startprotokoll anzeigen).

Mit YaST können Sie alle vom Support-Team benötigten Systeminformationen sammeln. Wählen Sie Andere › Support und dann die Kategorie Ihres Problems aus. Wenn alle Informationen gesammelt wurden, können Sie diese an Ihre Support-Anfrage anhängen.

Nachfolgend finden Sie eine Liste der wichtigsten Protokolldateien mit einer Beschreibung ihrer typischen Einsatzbereiche. Eine Tilde (~) in einer Pfadangabe verweist auf das Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers.

Tabelle 36.1: Protokolldateien

Protokolldatei

Beschreibung

~/.xsession-errors

Meldungen von den zurzeit ausgeführten Desktop-Anwendungen.

/var/log/apparmor/

Protokolldateien von AppArmor (Detailinformationen finden Sie unter Part IV, “Confining Privileges with AppArmor”).

/var/log/audit/audit.log

Protokolldatei von Audit, um Zugriffe auf Dateien, Verzeichnisse oder Ressourcen Ihres Systems sowie Systemaufrufe zu verfolgen.

/var/log/boot.msg

Meldungen vom Kernel beim Bootprozess.

/var/log/mail.*

Meldungen vom E-Mail-System.

/var/log/messages

Laufende Meldungen vom Kernel und dem Systemprotokoll-Daemon während der Ausführung.

/var/log/NetworkManager

NetworkManager-Protokolldatei zur Erfassung von Problemen hinsichtlich der Netzwerkkonnektivität

/var/log/samba/

Verzeichnis, das Protokollmeldungen vom Samba-Server und -Client enthält.

/var/log/SaX.log

Hardware-Meldungen von der SaX-Anzeige und dem KVM-System.

/var/log/warn

Alle Meldungen vom Kernel und dem Systemprotokoll-Daemon mit der Protokollstufe Warnung oder höher.

/var/log/wtmp

Binärdatei mit Benutzeranmeldedatensätzen für die aktuelle Computersitzung. Die Anzeige erfolgt mit last.

/var/log/Xorg.*.log

Unterschiedliche Start- und Laufzeitprotokolle des X-Window-Systems. Hilfreich für die Fehlersuche bei Problemen beim Start von X.

/var/log/YaST2/

Verzeichnis, das die Aktionen von YAST und deren Ergebnissen enthält.

/var/log/zypper.log

Protokolldatei von zypper.

Neben den Protokolldateien versorgt Ihr Computer Sie auch mit Informationen zum laufenden System. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Tabelle 36.2: Systeminformationen mit dem /proc-Dateisystem

Tabelle 36.2: Systeminformationen mit dem /proc-Dateisystem

Datei

Beschreibung

/proc/cpuinfo

Enthält Prozessorinformationen wie Typ, Fabrikat, Modell und Leistung.

/proc/dma

Zeigt die aktuell verwendeten DMA-Kanäle an.

/proc/interrupts

Zeigt an, welche Interrupts verwendet werden und wie viele bisher verwendet wurden.

/proc/iomem

Zeigt den Status des E/A (Eingabe/Ausgabe)-Speichers an.

/proc/ioports

Zeigt an, welche E/A-Ports zurzeit verwendet werden.

/proc/meminfo

Zeigt den Speicherstatus an.

/proc/modules

Zeigt die einzelnen Module an.

/proc/mounts

Zeigt die zurzeit eingehängten Geräte an.

/proc/partitions

Zeigt die Partitionierung aller Festplatten an.

/proc/version

Zeigt die aktuelle Linux-Version an.

Abgesehen vom Dateisystem /proc exportiert der Linux-Kernel Informationen mit dem Modul sysfs, einem speicherinternen Dateisystem. Dieses Modul stellt Kernelobjekte, deren Attribute und Beziehungen dar. Weitere Informationen zu sysfs finden Sie im Kontext von udev im Abschnitt Kapitel 15, Gerätemanagement über dynamischen Kernel mithilfe von udev. Tabelle 36.3 enthält einen Überblick über die am häufigsten verwendeten Verzeichnisse unter /sys.

Tabelle 36.3: Systeminformationen mit dem /sys-Dateisystem

Datei

Beschreibung

/sys/block

Enthält Unterverzeichnisse für jedes im System ermittelte Blockgerät. Im Allgemeinen handelt es sich dabei meistens um Geräte vom Typ Datenträger.

/sys/bus

Enthält Unterverzeichnisse für jeden physischen Bustyp.

/sys/class

Enthält Unterverzeichnisse, die nach den Funktionstypen der Geräte (wie Grafik, Netz, Drucker usw.) gruppiert sind.

/sys/device

Enthält die globale Gerätehierarchie.

Linux bietet eine Reihe von Werkzeugen für die Systemanalyse und -überwachung. Unter Chapter 2, System Monitoring Utilities finden Sie eine Auswahl der wichtigsten, die zur Systemdiagnose eingesetzt werden.

Jedes der nachfolgenden Szenarien beginnt mit einem Header, in dem das Problem beschrieben wird, gefolgt von ein oder zwei Absätzen mit Lösungsvorschlägen, verfügbaren Referenzen für detailliertere Lösungen sowie Querverweisen auf andere Szenarien, die mit diesem Szenario in Zusammenhang stehen.

36.2 Probleme bei der Installation

Probleme bei der Installation sind Situationen, wenn die Installation eines Computers nicht möglich ist. Der Vorgang kann entweder nicht ausgeführt oder das grafische Installationsprogramm nicht aufgerufen werden. In diesem Abschnitt wird auf einige typische Probleme eingegangen, die möglicherweise auftreten; außerdem finden Sie hier mögliche Lösungsansätze bzw. Tipps zur Umgehung solcher Fälle.

36.2.1 Überprüfen von Medien

Wenn Probleme bei der Verwendung des SUSE Linux Enterprise Server-Installationsmediums auftreten, können Sie die Integrität des Installationsmediums mit Software › Medienprüfung überprüfen. Datenträgerprobleme treten meist nur bei selbst gebrannten Datenträgern auf. Wenn Sie ein Installationsmedium von SUSE Linux Enterprise Server überprüfen möchten, legen Sie das Medium in das Laufwerk ein, und klicken Sie in YaST im Fenster Medienprüfung auf Prüfvorgang starten. Dieser Vorgang kann mehrere Minuten in Anspruch nehmen. Wenn Fehler gefunden werden, sollten Sie dieses Medium nicht für die Installation verwenden.

Überprüfen von Medien
Abbildung 36.1: Überprüfen von Medien

36.2.2 Hardware-Informationen

Die ermittelte Hardware und die technischen Daten können Sie über Hardware › Hardware-Informationen anzeigen. Klicken Sie auf einen beliebigen Knoten im Baum, um weitere Informationen zu einem Gerät zu erhalten. Dieses Modul ist besonders nützlich, wenn Sie eine Supportanforderung übermitteln, für die Angaben zur verwendeten Hardware erforderlich sind.

Die angezeigten Hardware-Informationen können Sie mit dem Befehl In Datei speichern in eine Datei speichern. Wählen Sie das gewünschte Verzeichnis und den gewünschten Dateinamen aus und klicken Sie auf Speichern, um die Datei zu erstellen.

Anzeigen von Hardware-Informationen
Abbildung 36.2: Anzeigen von Hardware-Informationen

36.2.3 Kein bootfähiges DVD-Laufwerk verfügbar

Wenn Ihr Computer über kein bootfähiges DVD-ROM-Laufwerk verfügt bzw. das von Ihnen verwendete Laufwerk von Linux nicht unterstützt wird, gibt es mehrere Möglichkeiten zur Installation Ihres Computers ohne integriertem DVD-Laufwerk:

Booten von einer Diskette

Erstellen Sie eine Bootdiskette und booten Sie von Diskette anstatt von DVD.

Verwenden eines externen Boot-Devices

Wenn vom BIOS Ihres Computers und dem Installationskernel unterstützt, können Sie den Bootvorgang von einem externen DVD-Laufwerk ausführen.

Netzwerk-Boot über PXE

Wenn ein Rechner kein DVD-Laufwerk aufweist, jedoch eine funktionierende Ethernet-Verbindung verfügbar ist, führen Sie eine vollständig netzwerkbasierte Installation durch. Details finden Sie unter Abschnitt 14.1.3, „Installation auf entfernten Systemen über VNC – PXE-Boot und Wake-on-LAN“ und Abschnitt 14.1.6, „Installation auf entfernten Systemen über SSH – PXE-Boot und Wake-on-LAN“.

36.2.3.1 Booten von einer Diskette (SYSLINUX)

Ältere Computer verfügen möglicherweise über kein bootfähiges DVD-Laufwerk, jedoch über ein Diskettenlaufwerk. Um die Installation auf einem System dieser Art vorzunehmen, erstellen Sie Bootdisketten und booten Sie Ihr System damit.

Die Bootdisketten enthalten den Loader SYSLINUX und das Programm linuxrc. SYSLINUX ermöglicht während der Bootprozedur die Auswahl eines Kernel sowie die Angabe sämtlicher Parameter, die für die verwendete Hardware erforderlich sind. Das linuxrc-Programm unterstützt das Landen von Kernel-Modulen für Ihre Hardware und startet anschließend die Installation.

Beim Booten von einer Bootdiskette wird die Bootprozedur vom Bootloader SYSLINUX initiiert (Paket syslinux). Wenn das System gebootet wird, führt SYSLINUX eine minimale Hardware-Erkennung durch, die hauptsächlich folgende Schritte umfasst:

  1. Das Programm überprüft, ob das BIOS VESA 2.0-kompatible Framebuffer-Unterstützung bereitstellt, und bootet den Kernel entsprechend.

  2. Die Überwachungsdaten (DDC info) werden gelesen.

  3. Der erste Block der ersten Festplatte (MBR) wird gelesen, um bei der Bootloader-Konfiguration den Linux-Gerätenamen BIOS-IDs zuzuordnen. Das Programm versucht, den Block mithilfe der lba32-Funktionen des BIOS zu lesen, um zu ermitteln, ob das BIOS diese Funktionen unterstützt.

Wenn Sie beim Starten von SYSLINUX die Umschalttaste gedrückt halten, werden alle diese Schritte übersprungen. Fügen Sie für die Fehlersuche die Zeile

verbose 1

in syslinux.cfg ein, damit der Bootloader anzeigt, welche Aktion zurzeit ausgeführt wird.

Wenn der Computer nicht von der Diskette bootet, müssen Sie die Bootsequenz im BIOS möglicherweise in A,C,CDROM ändern.

36.2.3.2 Externe Boot-Devices

Linux unterstützt die meisten DVD-Laufwerke. Wenn das System kein DVD- bzw. Diskettenlaufwerk aufweist, kann ein externes, über USB, FireWire oder SCSI angeschlossenes DVD-Laufwerk zum Booten des Systems verwendet werden. Dies ist hauptsächlich von der Interaktion zwischen dem BIOS und der verwendeten Hardware abhängig. In einigen Fällen kann bei Problemen eine BIOS-Aktualisierung hilfreich sein.

36.2.4 Vom Installationsmedium kann nicht gebootet werden

Wenn ein Computer nicht vom Installationsmedium booten kann, ist im BIOS vermutlich eine falsche Boot-Sequenz eingestellt. In der BIOS-Boot-Sequenz muss das DVD-Laufwerk als erster Eintrag zum Booten festgelegt sein. Andernfalls versucht der Computer, von einem anderen Medium zu booten, normalerweise von der Festplatte. Anweisungen zum Ändern der BIOS-Boot-Sequenz finden Sie in der Dokumentation zu Ihrem Motherboard bzw. in den nachfolgenden Abschnitten.

Als BIOS wird die Software bezeichnet, die die absolut grundlegenden Funktionen eines Computers ermöglicht. Motherboard-Hersteller stellen ein speziell für ihre Hardware konzipiertes BIOS bereit. Normalerweise kann nur zu einem bestimmten Zeitpunkt auf das BIOS-Setup zugegriffen werden – wenn der Computer gebootet wird. Während dieser Initialisierungsphase führt der Computer einige Diagnosetests der Hardware durch. Einer davon ist die Überprüfung des Arbeitsspeichers, auf die durch einen Arbeitsspeicherzähler hingewiesen wird. Wenn der Zähler eingeblendet wird, suchen Sie nach der Zeile, in der die Taste für den Zugriff auf das BIOS-Setup angegeben wird (diese Zeile befindet sich normalerweise unterhalb des Zählers oder am unteren Rand). In der Regel muss die Taste Entf, F1 oder Esc gedrückt werden. Halten Sie diese Taste gedrückt, bis der Bildschirm mit dem BIOS-Setup angezeigt wird.

Prozedur 36.1: Ändern der BIOS-Bootsequenz
  1. Drücken Sie die aus den Bootroutinen hervorgehende Taste, um ins BIOS zu gelangen, und warten Sie, bis der BIOS-Bildschirm angezeigt wird.

  2. Wenn Sie die Bootsequenz in einem AWARD BIOS ändern möchten, suchen Sie nach dem Eintrag BIOS FEATURES SETUP (SETUP DER BIOS-FUNKTIONEN). Andere Hersteller verwenden hierfür eine andere Bezeichnung, beispielsweise ADVANCED CMOS SETUP (ERWEITERTES CMOS-SETUP). Wenn Sie den Eintrag gefunden haben, wählen Sie ihn aus und bestätigen Sie ihn mit der Eingabetaste.

  3. Suchen Sie im daraufhin angezeigten Bildschirm nach dem Untereintrag BOOT SEQUENCE (BOOTSEQUENZ) oder BOOT ORDER (BOOTREIHENFOLGE). Die Bootsequenz kann zum Beispiel C,A oder A,C lauten. Im ersten Fall durchsucht der Computer erst die Festplatte (C) und dann das Diskettenlaufwerk (A) nach einem bootfähigen Medium. Ändern Sie die Einstellungen mithilfe der Taste Bild-Auf bzw. Bild-Ab, bis die Sequenz A,CDROM,C lautet.

  4. Drücken Sie Esc, um den BIOS-Setup-Bildschirm zu schließen. Zum Speichern der Änderungen wählen Sie SAVE & EXIT SETUP (SPEICHERN & SETUP BEENDEN) oder drücken Sie F10. Um zu bestätigen, dass Ihre Einstellungen gespeichert werden sollen, drücken Sie Y.

Prozedur 36.2: Ändern der Bootsequenz in einem SCSI-BIOS (Adaptec-Hostadapter)
  1. Öffnen Sie das Setup, indem Sie die Tastenkombination Strg A drücken.

  2. Wählen Sie Disk Utilities (Festplattendienstprogramme) aus. Nun werden die angeschlossenen Hardwarekomponenten angezeigt.

    Notieren Sie sich die SCSI-ID Ihres DVD-Laufwerks.

  3. Verlassen Sie das Menü mit Esc.

  4. Öffnen Sie Configure Adapter Settings (Adaptereinstellungen konfigurieren). Wählen Sie unter Additional Options (Zusätzliche Optionen) den Eintrag Boot Device Options (Boot-Device-Optionen) aus und drücken Sie die Eingabetaste.

  5. Geben Sie die ID des DVD-Laufwerks ein und drücken Sie erneut die Eingabetaste.

  6. Drücken Sie zweimal Esc, um zum Startbildschirm des SCSI-BIOS zurückzukehren.

  7. Schließen Sie diesen Bildschirm und bestätigen Sie mit Yes (Ja), um den Computer zu booten.

Unabhängig von Sprache und Tastaturbelegung Ihrer endgültigen Installation wird in den meisten BIOS-Konfigurationen die US-Tastaturbelegung verwendet (siehe Abbildung):

US-Tastaturbelegung
Abbildung 36.3: US-Tastaturbelegung

36.2.5 Computer kann nicht gebootet werden

Bei bestimmter Hardware, insbesondere bei sehr alter bzw. sehr neuer, kann bei der Installation ein Fehler auftreten. In vielen Fällen ist dies darauf zurückzuführen, dass dieser Hardwaretyp im Installationskernel noch nicht oder nicht mehr unterstützt wird; oft führen auch bestimmte Funktionen dieses Kernel, beispielsweise ACPI (Advanced Configuration and Power Interface), bei bestimmter Hardware zu Problemen.

Wenn Ihr System über den standardmäßigen Modus für die Installation (Installation) im ersten Installations-Bootbildschirm nicht installiert werden kann, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Belassen Sie die DVD im Laufwerk und booten Sie den Computer über die Tastenkombination StrgAltEntf bzw. über den Reset-Knopf der Hardware neu.

  2. Drücken Sie, sobald der Boot-Bildschirm angezeigt wird, auf F5, navigieren Sie mithilfe der Pfeiltasten der Tastatur zu Kein ACPI und drücken Sie die Eingabetaste, um den Boot- und Installationsvorgang zu starten. Mit dieser Option wird die Unterstützung für ACPI-Energieverwaltungstechniken deaktiviert.

  3. Fahren Sie wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben mit der Installation fort.

Wenn es hierbei zu Problemen kommt, fahren Sie wie oben beschrieben fort, wählen Sie jedoch in diesem Fall Sichere Einstellungen aus. Mit dieser Option wird die Unterstützung für ACPI und DMA (Direct Memory Access) deaktiviert. Mit dieser Option kann die meiste Hardware gebootet werden.

Wenn bei diesen beiden Optionen Probleme auftauchen, versuchen Sie mithilfe der Bootoptionen-Eingabeaufforderung sämtliche zusätzlichen Parameter, die für die Unterstützung dieses Hardwaretyps erforderlich sind, an den Installationskernel zu übermitteln. Weitere Informationen zu den Parametern, die als Bootoptionen zur Verfügung stehen, finden Sie in der Kernel-Dokumentation unter /usr/src/linux/Documentation/kernel-parameters.txt.

Tipp
Tipp: Aufrufen der Kernel-Dokumentation

Installieren Sie das Paket kernel-source. Darin ist die Kernel-Dokumentation enthalten.

Es gibt noch einige andere mit ACPI in Zusammenhang stehende Kernel-Parameter, die vor dem Booten zu Installationszwecken an der Booteingabeaufforderung eingegeben werden können:

acpi=off

Mit diesem Parameter wird das vollständige ACPI-Subsystem auf Ihrem Computer deaktiviert. Dies kann hilfreich sein, wenn ACPI von Ihrem Computer nicht unterstützt wird bzw. Sie vermuten, dass ACPI auf Ihrem Computer zu Problemen führt.

acpi=force

Aktivieren Sie ACPI in jedem Fall, auch wenn das BIOS Ihres Computers von vor dem Jahre 2000 stammt. Mit diesem Parameter wird ACPI auch aktiviert, wenn die Festlegung zusätzlich zu acpi=off erfolgt.

acpi=noirq

ACPI nicht für IRQ-Routing verwenden.

acpi=ht

Nur genügend ACPI ausführen, um Hyper-Threading zu aktivieren.

acpi=strict

Geringere Toleranz von Plattformen, die nicht genau der ACPI-Spezifikation entsprechen.

pci=noacpi

Deaktiviert das PCI-IRQ-Routing des neuen ACPI-Systems.

pnpacpi=off

Diese Option ist für Probleme mit seriellen oder parallelen Ports vorgesehen, wenn Ihr BIOS-Setup falsche Interrupts oder Ports enthält.

notsc

Hiermit wird der Zeitstempelzähler deaktiviert. Diese Option dient der Umgehung von Timing-Problemen auf Ihren Systemen. Es handelt sich um eine recht neue Funktion, die insbesondere dann nützlich sein kann, wenn Sie auf Ihrem Rechner Rückwärtsentwicklungen bemerken, insbesondere zeitbezogene Rückwärtsentwicklungen. Gilt auch für Fälle, in denen keinerlei Reaktion mehr zu verzeichnen ist.

nohz=off

Hiermit wird die nohz-Funktion deaktiviert. Wenn der Rechner nicht mehr reagiert, ist diese Option vielleicht die Lösung. Andernfalls wird sie Ihnen kaum nützlich sein.

Nachdem Sie die richtige Parameterkombination ermittelt haben, schreibt YaST sie automatisch in die Bootloader-Konfiguration, um sicherzustellen, dass das System beim nächsten Mal vorschriftsmäßig gebootet wird.

Wenn beim Laden des Kernel oder bei der Installation unerwartete Fehler auftreten, wählen Sie im Bootmenü die Option Memory Test (Speichertest), um den Arbeitsspeicher zu überprüfen. Wenn von Memory Test (Speichertest) ein Fehler zurückgegeben wird, liegt in der Regel ein Hardware-Fehler vor.

36.2.6 Grafisches Installationsprogramm lässt sich nicht starten

Nachdem Sie das Medium in das Laufwerk eingelegt und den Computer neu gebootet haben, wird der Installationsbildschirm angezeigt, nach der Auswahl von Installation wird jedoch das grafische Installationsprogramm nicht aufgerufen.

In diesem Fall haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  • Wählen Sie eine andere Bildschirmauflösung für die installationsbezogenen Dialogfelder.

  • Wählen Sie den Text Mode (Expertenmodus) für die Installation aus.

  • Führen Sie über VNC und unter Verwendung des grafischen Installationsprogramms eine entfernte Installation durch.

Prozedur 36.3: Ändern der Bildschirmauflösung für die Installation
  1. Booten Sie zu Installationszwecken.

  2. Drücken Sie F3, um ein Menü zu öffnen, in dem Sie für Installationszwecke eine niedrigere Auflösung auswählen können.

  3. Wählen Sie Installation aus und fahren Sie, wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben, mit der Installation fort.

Prozedur 36.4: Installation im Textmodus
  1. Booten Sie zu Installationszwecken.

  2. Drücken Sie F3 und wählen Sie Text Mode (Expertenmodus) aus.

  3. Wählen Sie Installation aus und fahren Sie, wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben, mit der Installation fort.

Prozedur 36.5: VNC-Installation
  1. Booten Sie zu Installationszwecken.

  2. Geben Sie an der Bootoptionen-Eingabeaufforderung folgenden Text ein:

    vnc=1 vncpassword=some_password

    Ersetzen Sie beliebiges_passwort durch das für die VNC-Installation zu verwendende Passwort.

  3. Wählen Sie Installation (Installation) aus und drücken Sie dann die Eingabetaste, um die Installation zu starten.

    Anstatt direkt in die Routine für die grafische Installation einzusteigen, wird das System weiterhin im Textmodus ausgeführt und dann angehalten; in einer Meldung werden die IP-Adresse und die Portnummer angegeben, unter der über die Browserschnittstelle oder eine VNC-Viewer-Anwendung auf das Installationsprogramm zugegriffen werden kann.

  4. Wenn Sie über einen Browser auf das Installationsprogramm zugreifen, starten Sie den Browser, geben Sie die Adressinformationen ein, die von den Installationsroutinen auf dem zukünftigen SUSE Linux Enterprise Server-Computer bereitgestellt werden, und drücken Sie die Eingabetaste:

    http://ip_address_of_machine:5801

    Im Browserfenster wird ein Dialogfeld geöffnet, in dem Sie zur Eingabe des VNC-Passworts aufgefordert werden. Geben Sie das Passwort ein und fahren Sie, wie in Kapitel 6, Installation mit YaST beschrieben, mit der Installation fort.

    Wichtig
    Wichtig

    Die Installation über VNC kann mit jedem Browser und unter jedem beliebigen Betriebssystem vorgenommen werden, vorausgesetzt, die Java-Unterstützung ist aktiviert.

    Geben Sie auf Aufforderung die IP-Adresse und das Passwort für Ihren VNC-Viewer ein. Daraufhin wird ein Fenster mit den installationsbezogenen Dialogfeldern geöffnet. Fahren Sie wie gewohnt mit der Installation fort.

36.2.7 Nur ein minimalistischer Bootbildschirm wird eingeblendet

Sie haben das Medium in das Laufwerk eingelegt, die BIOS-Routinen sind abgeschlossen, das System zeigt jedoch den grafischen Bootbildschirm nicht an. Stattdessen wird eine sehr minimalistische textbasierte Oberfläche angezeigt. Dies kann auf Computern der Fall sein, die für die Darstellung eines grafischen Bootbildschirms nicht ausreichend Grafikspeicher aufweisen.

Obwohl der textbasierte Bootbildschirm minimalistisch wirkt, bietet er nahezu dieselbe Funktionalität wie der grafische:

Bootoptionen

Im Gegensatz zur grafischen Oberfläche können die unterschiedlichen Bootoptionen nicht mithilfe der Cursortasten der Tastatur ausgewählt werden. Das Bootmenü des Expertenmodus-Bootbildschirms ermöglicht die Eingabe einiger Schlüsselwörter an der Booteingabeaufforderung. Diese Schlüsselwörter sind den Optionen in der grafischen Version zugeordnet. Treffen Sie Ihre Wahl und drücken Sie die Eingabetaste, um den Bootprozess zu starten.

Benutzerdefinierte Bootoptionen

Geben Sie nach der Auswahl einer Bootoption das entsprechende Schlüsselwort an der Booteingabeaufforderung ein. Sie können auch einige benutzerdefinierte Bootoptionen eingeben (siehe Abschnitt 36.2.5, „Computer kann nicht gebootet werden“). Wenn Sie den Installationsvorgang starten möchten, drücken Sie die Eingabetaste.

Bildschirmauflösungen

Die Bildschirmauflösung für die Installation lässt sich mithilfe der F-Tasten bestimmen. Wenn Sie im Expertenmodus, also im Textmodus, booten müssen, drücken Sie F3.

36.3 Probleme beim Booten

Probleme beim Booten sind Fälle, in denen Ihr System nicht vorschriftsmäßig gebootet wird, das Booten also nicht mit dem erwarteten Runlevel und Anmeldebildschirm erfolgt.

36.3.1 Probleme beim Laden des GRUB -Bootloaders

Wenn die Hardware vorschriftsmäßig funktioniert, ist möglicherweise der Bootloader beschädigt und Linux kann auf dem Computer nicht gestartet werden. In diesem Fall muss der Bootloader neu installiert werden. Gehen Sie zur erneuten Installation des Bootloader wie folgt vor:

  1. Legen Sie das Installationsmedium in das Laufwerk ein.

  2. Booten Sie den Computer neu.

  3. Wählen Sie im Bootmenü die Option Installation (Installation) aus.

  4. Wählen Sie eine Sprache aus.

  5. Nehmen Sie die Lizenzvereinbarung an.

  6. Wählen Sie auf dem Bildschirm Installationsmodus die Option Reparatur des installierten Systems aus.

  7. Wenn Sie sich im YaST-Modul für die Systemreparatur befinden, wählen Sie zunächst Expertenwerkzeuge und dann Neuen Bootloader installieren aus.

  8. Stellen Sie die ursprünglichen Einstellungen wieder her und installieren Sie den Bootloader neu.

  9. Beenden Sie die YaST-Systemreparatur und booten Sie das System neu.

Die Grunde dafür, dass der Computer nicht gebootet werden kann, stehen möglicherweise in Zusammenhang mit dem BIOS.

BIOS-Einstellungen

Überprüfen Sie Ihr BIOS auf Verweise auf Ihre Festplatte hin. GRUB wird möglicherweise einfach deshalb nicht gestartet, weil die Festplatte bei den aktuellen BIOS-Einstellungen nicht gefunden wird.

BIOS-Bootreihenfolge

Überprüfen Sie, ob die Festplatte in der Bootreihenfolge Ihres Systems enthalten ist. Wenn die Festplatten-Option nicht aktiviert wurde, wird Ihr System möglicherweise vorschriftsmäßig installiert. Das Booten ist jedoch nicht möglich, wenn auf die Festplatte zugegriffen werden muss.

36.3.2 Keine grafische Anmeldung

Wenn der Computer hochfährt, jedoch der grafische Anmelde-Manager nicht gebootet wird, müssen Sie entweder hinsichtlich der Auswahl des standardmäßigen Runlevel oder der Konfiguration des X-Window-Systems mit Problemen rechnen. Wenn Sie die Runlevel-Konfiguration überprüfen möchten, melden Sie sich als root-Benutzer an und überprüfen Sie, ob der Computer so konfiguriert ist, dass das Booten in Runlevel 5 erfolgt (grafischer Desktop). Eine schnelle Möglichkeit stellt das Überprüfen des Inhalts von /etc/inittab dar, und zwar folgendermaßen:

tux@mercury:~> grep "id:" /etc/inittab 
id:5:initdefault:

Aus der zurückgegebenen Zeile geht hervor, dass der Standard-Runlevel des Computer (initdefault) auf 5 eingestellt ist und dass das Booten in den grafischen Desktop erfolgt. Wenn der Runlevel auf eine andere Nummer eingestellt ist, kann er über den YaST-Runlevel-Editor auf 5 eingestellt werden.

Wichtig
Wichtig

Bearbeiten Sie die Runlevel-Konfiguration nicht manuell. Andernfalls überschreibt SUSEconfig (durch YaST ausgeführt) diese Änderungen bei der nächsten Ausführung. Wenn Sie hier manuelle Änderungen vornehmen möchten, deaktivieren Sie zukünftige Änderungen, indem Sie CHECK_INITTAB in /etc/sysconfig/suseconfig auf no (Nein) festlegen.

Wenn Runlevel auf 5 gesetzt ist, ist vermutlich Ihre Desktop- oder X Windows-Software falsch konfiguriert oder beschädigt. Suchen Sie in den Protokolldateien von /var/log/Xorg.*.log nach detaillierten Meldungen vom X-Server beim versuchten Start. Wenn es beim Starten zu einem Problem mit dem Desktop kommt, werden möglicherweise Fehlermeldungen in /var/log/messages protokolliert. Wenn diese Fehlermeldungen auf ein Konfigurationsproblem mit dem X-Server hinweisen, versuchen Sie, diese Probleme zu beseitigen. Wenn das grafische System weiterhin nicht aktiviert wird, ziehen Sie die Neuinstallation des grafischen Desktop in Betracht.

Tipp
Tipp: Manueller Start von X Window System

Schneller Test: Durch das Kommando startx sollte das X-Windows-System mit den konfigurierten Standardeinstellungen gestartet werden, wenn der Benutzer derzeit bei der Konsole angemeldet ist. Wenn dies nicht funktioniert, sollten Fehler auf der Konsole protokolliert werden.

36.4 Probleme bei der Anmeldung

Probleme bei der Anmeldung sind Fälle, in denen Ihr Computer in den erwarteten Begrüßungsbildschirm bzw. die erwartete Anmelde-Eingabeaufforderung bootet, den Benutzernamen und das Passwort jedoch entweder nicht akzeptiert oder zunächst akzeptiert, sich dann aber nicht erwartungsgemäß verhält (der grafische Desktop wird nicht gestartet, es treten Fehler auf, es wird wieder eine Kommandozeile angezeigt usw.).

36.4.1 Benutzer kann sich trotz gültigem Benutzernamen und Passwort nicht anmelden

Dieser Fall tritt normalerweise ein, wenn das System zur Verwendung von Netzwerkauthentifizierung oder Verzeichnisdiensten konfiguriert wurde und aus unbekannten Gründen keine Ergebnisse von den zugehörigen konfigurierten Servern abrufen kann. Der root-Benutzer ist der einzige lokale Benutzer, der sich noch bei diesen Computern anmelden kann. Nachfolgend sind einige häufige Ursachen dafür aufgeführt, weshalb Anmeldungen nicht ordnungsgemäß verarbeitet werden können, obwohl der Computer funktionstüchtig zu sein scheint:

  • Es liegt ein Problem mit der Netzwerkfunktion vor. Weitere Anweisungen hierzu finden Sie in Abschnitt 36.5, „Probleme mit dem Netzwerk“.

  • DNS ist zurzeit nicht funktionsfähig (dadurch ist GNOME bzw. KDE nicht funktionsfähig und das System kann keine an sichere Server gerichteten bestätigten Anforderungen durchführen). Ein Hinweis, dass dies zutrifft, ist, dass der Computer auf sämtliche Aktionen ausgesprochen langsam reagiert. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in Abschnitt 36.5, „Probleme mit dem Netzwerk“.

  • Wenn das System für die Verwendung von Kerberos konfiguriert ist, hat die lokale Systemzeit möglicherweise die zulässige Abweichung zur Kerberos-Serverzeit (üblicherweise 300 Sekunden) überschritten. Wenn NTP (Network Time Protocol) nicht ordnungsgemäß funktioniert bzw. lokale NTP-Server nicht funktionieren, kann auch die Kerberos-Authentifizierung nicht mehr verwendet werden, da sie von der allgemeinen netzwerkübergreifenden Uhrsynchronisierung abhängt.

  • Die Authentifizierungskonfiguration des Systems ist fehlerhaft. Prüfen Sie die betroffenen PAM-Konfigurationsdateien auf Tippfehler oder falsche Anordnung von Direktiven hin. Zusätzliche Hintergrundinfomationen zu PAM (Password Authentification Module) und der Syntax der betroffenen Konfigurationsdateien finden Sie in Chapter 2, Authentication with PAM.

  • Die Home-Partition ist verschlüsselt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in Abschnitt 36.4.3, „Anmeldung bei verschlüsselter Home-Partition fehlgeschlagen“.

In allen Fällen, in denen keine externen Netzwerkprobleme vorliegen, besteht die Lösung darin, das System erneut im Einzelbenutzermodus zu booten und die Konfigurationsfehler zu beseitigen, bevor Sie erneut in den Betriebsmodus booten und erneut versuchen, sich anzumelden. So booten Sie in den Einzelbenutzerbetrieb:

  1. Booten Sie das System neu. Daraufhin wird der Bootbildschirm mit einer Eingabeaufforderung eingeblendet.

  2. Geben Sie an der Booteingabeaufforderung 1 ein, damit das System in den Einzelbenutzerbetrieb bootet.

  3. Geben Sie Benutzername und Passwort für root ein.

  4. Nehmen Sie alle erforderlichen Änderungen vor.

  5. Booten Sie in den vollen Mehrbenutzer- und Netzwerkbetrieb, indem Sie telinit 5 an der Kommandozeile eingeben.

36.4.2 Gültiger Benutzername/gültiges Passwort werden nicht akzeptiert

Dies ist das mit Abstand häufigste Problem, auf das Benutzer stoßen, da es hierfür zahlreiche Ursachen gibt. Je nachdem, ob Sie lokale Benutzerverwaltung und Authentifizierung oder Netzwerkauthentifizierung verwenden, treten Anmeldefehler aus verschiedenen Gründen auf.

Fehler bei der lokalen Benutzerverwaltung können aus folgenden Gründen auftreten:

  • Der Benutzer hat möglicherweise das falsche Passwort eingegeben.

  • Das Home-Verzeichnis des Benutzers, das die Desktopkonfigurationsdateien enthält, ist beschädigt oder schreibgeschützt.

  • Möglicherweise bestehen hinsichtlich der Authentifizierung dieses speziellen Benutzers durch das X Windows System Probleme, insbesondere, wenn das Home-Verzeichnis des Benutzers vor der Installation der aktuellen Distribution für andere Linux-Distributionen verwendet wurde.

Gehen Sie wie folgt vor, um den Grund für einen Fehler bei der lokalen Anmeldung ausfindig zu machen:

  1. Überprüfen Sie, ob der Benutzer sein Passwort richtig in Erinnerung hat, bevor Sie mit der Fehlersuche im gesamten Authentifizierungsmechanismus beginnen. Sollte sich der Benutzer nicht mehr an sein Passwort erinnern, können Sie es mithilfe des YaST-Moduls für die Benutzerverwaltung ändern. Achten Sie auf die Feststelltaste und deaktivieren Sie sie gegebenenfalls.

  2. Melden Sie sich als root-Benutzer an und untersuchen Sie /var/log/messages auf PAM-Fehlermeldungen und Fehlermeldungen aus dem Anmeldeprozess.

  3. Versuchen Sie, sich von der Konsole aus anzumelden (mit StrgAltF1). Wenn dies gelingt, liegt der Fehler nicht bei PAM, da die Authentifizierung dieses Benutzers auf diesem Computer möglich ist. Versuchen Sie, mögliche Probleme mit dem X-Window-System oder dem Desktop (GNOME bzw. KDE) zu ermitteln. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 36.4.4, „Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit GNOME-Desktop“ und Abschnitt 36.4.5, „Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit KDE-Desktop“.

  4. Wenn das Home-Verzeichnis des Benutzers für eine andere Linux-Distribution verwendet wurde, entfernten Sie die Datei Xauthority aus dem Heimverzeichnis des Benutzers. Melden Sie sich von der Konsole aus mit StrgAltF1 an und führen Sie rm .Xauthority als diesen Benutzer aus. Auf diese Weise sollten die X-Authentifizierungsprobleme dieses Benutzers beseitigt werden. Versuchen Sie erneut, sich beim grafischen Desktop anzumelden.

  5. Wenn die grafikbasierte Anmeldung nicht möglich ist, melden Sie sich mit StrgAltF1 bei der Konsole an. Versuchen Sie, eine X-Sitzung in einer anderen Anzeige zu starten; die erste (:0) wird bereits verwendet:

    startx -- :1

    Daraufhin sollten ein grafikbasierter Bildschirm und Ihr Desktop angezeigt werden. Prüfen Sie andernfalls die Protokolldateien des X-Window-Systems (/var/log/Xorg.anzeigennummer.log) bzw. die Protokolldateien Ihrer Desktop-Anwendungen (.xsession-errors im Home-Verzeichnis des Benutzers) auf Unregelmäßigkeiten hin.

  6. Wenn der Desktop aufgrund beschädigter Konfigurationsdateien nicht aufgerufen werden konnte, fahren Sie mit Abschnitt 36.4.4, „Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit GNOME-Desktop“ oder Abschnitt 36.4.5, „Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit KDE-Desktop“ fort.

Nachfolgend sind einige häufige Ursachen dafür aufgeführt, weshalb es bei der Netzwerkauthentifizierung eines bestimmten Benutzers auf einem bestimmten Computer zu Problemen kommen kann:

  • Der Benutzer hat möglicherweise das falsche Passwort eingegeben.

  • Der Benutzername ist in den lokalen Authentifizierungsdateien des Computers vorhanden und wird zudem von einem Netzwerkauthentifizierungssystem bereitgestellt, was zu Konflikten führt.

  • Das Home-Verzeichnis ist zwar vorhanden, ist jedoch beschädigt oder nicht verfügbar. Es ist möglicherweise schreibgeschützt oder befindet sich auf einem Server, auf den momentan nicht zugegriffen werden kann.

  • Der Benutzer ist nicht berechtigt, sich bei diesem Host im Authentifizierungssystem anzumelden.

  • Der Hostname des Computers hat sich geändert und der Benutzer ist nicht zur Anmeldung bei diesem Host berechtigt.

  • Der Computer kann keine Verbindung mit dem Authentifizierungs- oder Verzeichnisserver herstellen, auf dem die Informationen dieses Benutzers gespeichert sind.

  • Möglicherweise bestehen hinsichtlich der Authentifizierung dieses speziellen Benutzers durch das X Window System Probleme, insbesondere, wenn das Home-Verzeichnis des Benutzers vor der Installation der aktuellen Distribution für andere Linux-Distributionen verwendet wurde.

Gehen Sie wie folgt vor, um die Ursache der Anmeldefehler bei der Netzwerkauthentifizierung zu ermitteln:

  1. Überprüfen Sie, ob der Benutzer sein Passwort richtig in Erinnerung hat, bevor Sie mit der Fehlersuche im gesamten Authentifizierungsmechanismus beginnen.

  2. Ermitteln Sie den Verzeichnisserver, den der Computer für die Authentifizierung verwendet, und vergewissern Sie sich, dass dieser ausgeführt wird und ordnungsgemäß mit den anderen Computern kommuniziert.

  3. Überprüfen Sie, ob der Benutzername und das Passwort des Benutzers auf anderen Computern funktionieren, um sicherzustellen, dass seine Authentifizierungsdaten vorhanden sind und ordnungsgemäß verteilt wurden.

  4. Finden Sie heraus, ob sich ein anderer Benutzer bei dem problembehafteten Computer anmelden kann. Wenn sich ein anderer Benutzer oder der root-Benutzer anmelden kann, melden Sie sich mit dessen Anmeldedaten an und überprüfen Sie die Datei /var/log/messages. Suchen Sie nach dem Zeitstempel, der sich auf die Anmeldeversuche bezieht, und finden Sie heraus, ob von PAM Fehlermeldungen generiert wurden.

  5. Versuchen Sie, sich von der Konsole aus anzumelden (mit StrgAltF1). Wenn dies gelingt, liegt der Fehler nicht bei PAM oder dem Verzeichnisserver mit dem Home-Verzeichnis des Benutzers, da die Authentifizierung dieses Benutzers auf diesem Computer möglich ist. Versuchen Sie, mögliche Probleme mit dem X-Window-System oder dem Desktop (GNOME bzw. KDE) zu ermitteln. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 36.4.4, „Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit GNOME-Desktop“ und Abschnitt 36.4.5, „Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit KDE-Desktop“.

  6. Wenn das Home-Verzeichnis des Benutzers für eine andere Linux-Distribution verwendet wurde, entfernten Sie die Datei Xauthority aus dem Heimverzeichnis des Benutzers. Melden Sie sich von der Konsole aus mit StrgAltF1 an und führen Sie rm .Xauthority als diesen Benutzer aus. Auf diese Weise sollten die X-Authentifizierungsprobleme dieses Benutzers beseitigt werden. Versuchen Sie erneut, sich beim grafischen Desktop anzumelden.

  7. Wenn die grafikbasierte Anmeldung nicht möglich ist, melden Sie sich mit StrgAltF1 bei der Konsole an. Versuchen Sie, eine X-Sitzung in einer anderen Anzeige zu starten; die erste (:0) wird bereits verwendet:

    startx -- :1

    Daraufhin sollten ein grafikbasierter Bildschirm und Ihr Desktop angezeigt werden. Prüfen Sie andernfalls die Protokolldateien des X-Window-Systems (/var/log/Xorg.anzeigennummer.log) bzw. die Protokolldateien Ihrer Desktop-Anwendungen (.xsession-errors im Home-Verzeichnis des Benutzers) auf Unregelmäßigkeiten hin.

  8. Wenn der Desktop aufgrund beschädigter Konfigurationsdateien nicht aufgerufen werden konnte, fahren Sie mit Abschnitt 36.4.4, „Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit GNOME-Desktop“ oder Abschnitt 36.4.5, „Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit KDE-Desktop“ fort.

36.4.3 Anmeldung bei verschlüsselter Home-Partition fehlgeschlagen

Bei Laptops ist es empfehlenswert, die Home-Partition zu verschlüsseln. Wenn Sie sich bei Ihrem Laptop nicht anmelden können, gibt es dafür normalerweise einen einfachen Grund: Ihre Partition konnte nicht entsperrt werden.

Beim Booten müssen Sie den Passwortsatz eingeben, damit Ihre verschlüsselte Partition entsperrt wird. Wenn Sie den Passwortsatz nicht eingeben, wird der Boot-Vorgang fortgesetzt und die Partition bleibt gesperrt.

Gehen Sie folgendermaßen vor, um die verschlüsselte Partition zu entsperren:

  1. Schalten Sie zur Textkonsole um, indem Sie auf StrgAltF1 drücken.

  2. Melden Sie sich als root an.

  3. Starten Sie den Entsperrvorgang erneut mit:

    /etc/init.d/boot.crypto restart
  4. Geben Sie Ihren Passwortsatz ein, um die verschlüsselte Partition zu entsperren.

  5. Beenden Sie die Textkonsole und wechseln Sie mit AltF7 zum Anmeldebildschirm.

  6. Melden Sie sich wie gewöhnlich an.

36.4.4 Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit GNOME-Desktop

Wenn dies der Fall ist, sind Ihre GNOME-Konfigurationsdateien vermutlich beschädigt. Mögliche Symptome: Die Tastatur funktioniert nicht, die Geometrie des Bildschirms ist verzerrt oder es ist nur noch ein leeres graues Feld zu sehen. Die wichtige Unterscheidung ist hierbei, dass der Computer normal funktioniert, wenn sich ein anderer Benutzer anmeldet. Das Problem kann in diesem Fall höchstwahrscheinlich verhältnismäßig schnell behoben werden, indem das GNOME-Konfigurationsverzeichnis des Benutzers an einen neuen Speicherort verschoben wird, da GNOME daraufhin ein neues initialisiert. Obwohl der Benutzer GNOME neu konfigurieren muss, gehen keine Daten verloren.

  1. Schalten Sie durch Drücken von StrgAltF1 auf eine Textkonsole um.

  2. Melden Sie sich mit Ihrem Benutzernamen an.

  3. Verschieben Sie die GNOME-Konfigurationsverzeichnisse des Benutzers an einen temporären Speicherort:

    mv .gconf  .gconf-ORIG-RECOVER
    mv .gnome2 .gnome2-ORIG-RECOVER
  4. Melden Sie sich ab.

  5. Melden Sie sich erneut an, führen Sie jedoch keine Anwendungen aus.

  6. Stellen Sie Ihre individuellen Anwendungskonfigurationsdaten wieder her (einschließlich der Daten des Evolution-E-Mail-Client), indem Sie das Verzeichnis ~/.gconf-ORIG-RECOVER/apps/ wie folgt in das neue Verzeichnis ~/.gconf zurückkopieren:

    cp -a .gconf-ORIG-RECOVER/apps .gconf/

    Wenn dies die Ursache für die Anmeldeprobleme ist, versuchen Sie, nur die kritischen Anwendungsdaten wiederherzustellen, und konfigurieren Sie die restlichen Anwendungen neu.

36.4.5 Anmeldung erfolgreich, jedoch Problem mit KDE-Desktop

Es gibt mehrere Gründe dafür, warum sich Benutzer nicht bei einem KDE-Desktop anmelden können. Beschädigte Cache-Daten sowie beschädigte KDE-Desktop-Konfigurationsdateien können zu Problemen bei der Anmeldung führen.

Cache-Daten werden beim Desktop-Start zur Leistungssteigerung herangezogen. Wenn diese Daten beschädigt sind, wird der Startvorgang nur sehr langsam oder gar nicht ausgeführt. Durch das Entfernen dieser Daten müssen die Desktop-Startroutinen ganz am Anfang beginnen. Dies nimmt mehr Zeit als ein normaler Startvorgang in Anspruch, die Daten sind jedoch im Anschluss intakt und der Benutzer kann sich anmelden.

Wenn die Cache-Dateien des KDE-Desktop entfernt werden sollen, geben Sie als root-Benutzer folgendes Kommando ein:

rm -rf /tmp/kde-user /tmp/ksocket-user

Ersetzen Sie user durch Ihren Benutzernamen. Durch das Entfernen dieser beiden Verzeichnisse werden lediglich die beschädigten Cache-Dateien entfernt. Andere Dateien werden durch dieses Verfahren nicht beeinträchtigt.

Beschädigte Desktop-Konfigurationsdateien können stets durch die anfänglichen Konfigurationsdateien ersetzt werden. Wenn die vom Benutzer vorgenommenen Anpassungen wiederhergestellt werden sollen, kopieren Sie sie, nachdem die Konfiguration mithilfe der standardmäßigen Konfigurationswerte wiederhergestellt wurde, sorgfältig von ihrem temporären Speicherort zurück.

Gehen Sie wie folgt vor, um die beschädigte Desktop-Konfiguration durch die anfänglichen Konfigurationswerte zu ersetzen:

  1. Schalten Sie durch Drücken von StrgAltF1 auf eine Textkonsole um.

  2. Melden Sie sich mit Ihrem Benutzernamen an.

  3. Verschieben Sie das KDE-Konfigurationsverzeichnis sowie die .skel-Dateien an einen temporären Speicherort:

    • Verwenden Sie die folgenden Kommandos für KDE3:

      mv .kde  .kde-ORIG-RECOVER 
      mv .skel .skel-ORIG-RECOVER
    • Verwenden Sie die folgenden Kommandos für KDE4:

      mv .kde4  .kde4-ORIG-RECOVER 
      mv .skel .skel-ORIG-RECOVER
  4. Melden Sie sich ab.

  5. Melden Sie sich erneut an.

  6. Kopieren Sie nach dem erfolgreichen Aufruf des Desktop die Konfigurationen des Benutzers in das entsprechende Verzeichnis zurück:

    cp -a KDEDIR/share .kde/share

    Ersetzen Sie KDEDIR durch das Verzeichnis aus Schritt 3.

    Wichtig
    Wichtig

    Wenn die vom Benutzer vorgenommenen Anpassungen zu den Anmeldeproblemen geführt haben und dies auch weiterhin tun, wiederholen Sie die oben beschriebenen Prozeduren, unterlassen Sie jedoch das Kopieren des Verzeichnisses .kde/share.

36.5 Probleme mit dem Netzwerk

Zahlreiche Probleme Ihres Systems stehen möglicherweise mit dem Netzwerk in Verbindung, obwohl zunächst ein anderer Eindruck entsteht. So kann beispielsweise ein Netzwerkproblem die Ursache sein, wenn sich Benutzer bei einem System nicht anmelden können. In diesem Abschnitt finden Sie eine einfache Checkliste, anhand derer Sie die Ursache jeglicher Netzwerkprobleme ermitteln können.

Prozedur 36.6: Erkennen von Netzwerkproblemen

Gehen Sie zur Überprüfung der Netzwerkverbindung Ihres Computers folgendermaßen vor:

  1. Wenn Sie eine Ethernet-Verbindung nutzen, überprüfen Sie zunächst die Hardware. Vergewissern Sie sich, dass das Netzwerkkabel ordnungsgemäß am Computer und Router (oder Hub etc.) angeschlossen ist. Die Kontrolllämpchen neben dem Ethernet-Anschluss sollten beide leuchten.

    Wenn keine Verbindung hergestellt werden kann, testen Sie, ob Ihr Netzwerkkabel funktionstüchtig ist, wenn es mit einem anderen Computer verbunden wird. Wenn dies der Fall ist, ist das Problem auf Ihre Netzwerkkarte zurückzuführen. Wenn Ihre Netzwerkeinrichtung Hubs oder Switches enthält, sind diese möglicherweise auch fehlerhaft.

  2. Bei einer drahtlosen Verbindung testen Sie, ob die drahtlose Verbindung von anderen Computern hergestellt werden kann. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie das Problem an den Administrator des drahtlosen Netzwerks weiterleiten.

  3. Nachdem Sie die grundlegende Netzwerkkonnektivität sichergestellt haben, versuchen Sie zu ermitteln, welcher Dienst nicht reagiert. Tragen Sie die Adressinformationen aller Netzwerkserver zusammen, die Bestandteil Ihrer Einrichtung sind. Suchen Sie sie entweder im entsprechenden YaST-Modul oder wenden Sie sich an Ihren Systemadministrator. In der nachfolgenden Liste sind einige der typischen Netzwerkserver aufgeführt, die Bestandteil einer Einrichtung sind; außerdem finden Sie hier die Symptome eines Ausfalls.

    DNS (Namendienst)

    Ein Namendienst, der ausgefallen ist oder Fehlfunktionen aufweist, kann die Funktionalität des Netzwerks auf vielfältige Weise beeinträchtigen. Wenn der lokale Computer hinsichtlich der Authentifizierung von Netzwerkservern abhängig ist und diese Server aufgrund von Problemen bei der Namenauflösung nicht gefunden werden, können sich die Benutzer nicht einmal anmelden. Computer im Netzwerk, die von einem ausgefallenen Namenserver verwaltet werden, sind füreinander nicht sichtbar und können nicht kommunizieren.

    NTP (Zeitdienst)

    Ein NTP-Dienst, der ausgefallen ist oder Fehlfunktionen aufweist, kann die Kerberos-Authentifizierung und die X-Server-Funktionalität beeinträchtigen.

    NFS (Dateidienst)

    Wenn eine Anwendung Daten benötigt, die in einem NFS-eingehängten Verzeichnis gespeichert sind, kann sie nicht aufgerufen werden bzw. weist Fehlfunktionen auf, wenn dieser Dienst ausgefallen oder falsch konfiguriert ist. Im schlimmsten Fall wird die persönliche Desktop-Konfiguration eines Benutzers nicht angezeigt, wenn sein Home-Verzeichnis mit dem .gconf - bzw. .kde -Unterverzeichnis nicht gefunden wird, weil der NFS-Server ausgefallen ist.

    Samba (Dateidienst)

    Wenn eine Anwendung Daten benötigt, die in einem Verzeichnis auf einem fehlerhaften Samba-Server gespeichert sind, kann sie nicht aufgerufen werden oder weist Fehlfunktionen auf.

    NIS (Benutzerverwaltung)

    Wenn Ihr SUSE Linux Enterprise Server-System hinsichtlich der Bereitstellung der Benutzerdaten von einem fehlerhaften NIS-Server abhängig ist, können sich Benutzer nicht bei diesem Computer anmelden.

    LDAP (Benutzerverwaltung)

    Wenn Ihr SUSE Linux Enterprise Server-System hinsichtlich der Bereitstellung der Benutzerdaten von einem fehlerhaften LDAP-Server abhängig ist, können sich Benutzer nicht bei diesem Computer anmelden.

    Kerberos (Authentifizierung)

    Die Authentifizierung funktioniert nicht und die Anmeldung bei den Computern schlägt fehl.

    CUPS (Netzwerkdruck)

    Die Benutzer können nicht drucken.

  4. Überprüfen Sie, ob die Netzwerkserver aktiv sind und ob Ihre Netzwerkeinrichtung das Herstellern einer Verbindung ermöglicht:

    Wichtig
    Wichtig

    Das unten beschriebene Fehlersuchverfahren gilt nur für ein einfaches Setup aus Netzwerkserver/-Client, das kein internes Routing beinhaltet. Es wird davon ausgegangen, dass sowohl Server als auch Client Mitglieder desselben Subnetzes sind, ohne dass die Notwendigkeit für weiteres Routing besteht.

    1. Mit ping IP-adresse oder hostname (ersetzen Sie hostname durch den Hostnamen des Servers) können Sie überprüfen, ob die einzelnen Server verfügbar sind und ob vom Netzwerk aus auf sie zugegriffen werden kann. Wenn dieses Kommando erfolgreich ist, besagt dies, dass der von Ihnen gesuchte Host aktiv ist und dass der Namendienst für Ihr Netzwerk vorschriftsmäßig konfiguriert ist.

      Wenn beim Ping-Versuch die Meldung destination host unreachable zurückgegeben wird, also nicht auf den Ziel-Host zugegriffen werden kann, ist entweder Ihr System oder der gewünschte Server nicht vorschriftsmäßig konfiguriert oder ausgefallen. Überprüfen Sie, ob Ihr System erreichbar ist, indem Sie ping IP-adresse oder ihr_hostname von einem anderen Computer aus ausführen. Wenn Sie von einem anderen Computer aus auf Ihren Computer zugreifen können, ist der Server nicht aktiv oder nicht vorschriftsmäßig konfiguriert.

      Wenn beim Ping-Versuch die Meldung unknown host zurückgegeben wird, der Host also nicht bekannt ist, ist der Namendienst nicht vorschriftsmäßig konfiguriert oder der verwendete Hostname ist falsch. Weitere Prüfungen dieser Arten finden Sie unter Schritt 4.b. Wenn der Ping-Versuch weiterhin erfolglos ist, ist entweder Ihre Netzwerkkarte nicht vorschriftsmäßig konfiguriert bzw. Ihre Netzwerk-Hardware ist fehlerhaft.

    2. Mit host hostname können Sie überprüfen, ob der Hostname des Servers, mit dem Sie eine Verbindung herstellen möchten, vorschriftsmäßig in eine IP-Adresse übersetzt wird (und umgekehrt). Wenn bei diesem Kommando die IP-Adresse dieses Host zurückgegeben wird, ist der Namendienst aktiv. Wenn es bei diesem host-Kommando zu einem Problem kommt, überprüfen Sie alle Netzwerkkonfigurationsdateien, die für die Namen- und Adressauflösung auf Ihrem Host relevant sind:

      /etc/resolv.conf

      Mithilfe dieser Datei wissen Sie stets, welchen Namenserver und welche Domäne Sie zurzeit verwenden. Diese Datei kann manuell bearbeitet oder unter Verwendung von YaST oder DHCP automatisch angepasst werden. Die automatische Anpassung ist empfehlenswert. Stellen Sie jedoch sicher, dass diese Datei die nachfolgend angegebene Struktur aufweist und dass alle Netzwerkadressen und Domänennamen richtig sind:

      search fully_qualified_domain_name
      nameserver ipaddress_of_nameserver

      Diese Datei kann die Adresse eines oder mehrerer Namenserver enthalten, mindestens einer davon muss aber richtig sein, um die Namenauflösung für Ihren Host bereitzustellen. Wenn nötig, können Sie diese Datei auf der Registerkarte „Hostname/DNS“ des YaST-Moduls „Netzwerkeinstellungen“ anpassen.

      Wenn Ihre Netzwerkverbindung über DHCP erfolgt, aktivieren Sie DHCP, um die Informationen zum Hostnamen und Namendienst zu ändern, indem Sie im YaST-Modul für den DNS- und Hostnamen die Optionen Hostnamen über DHCP ändern und Namenserver und Suchliste über DHCP aktualisieren auswählen.

      /etc/nsswitch.conf

      Aus dieser Datei geht hervor, wo Linux nach Namendienstinformationen suchen soll. Sie sollte folgendes Format aufweisen:

       ...
      hosts: files dns
      networks: files dns
      ...

      Der Eintrag dns ist von großer Bedeutung. Hiermit wird Linux angewiesen, einen externen Namenserver zu verwenden. Normalerweise werden diese Einträge automatisch von YaST verwaltet, es empfiehlt sich jedoch, dies zu überprüfen.

      Wenn alle relevanten Einträge auf dem Host richtig sind, lassen Sie Ihren Systemadministrator die DNS-Serverkonfiguration auf die richtigen Zoneninformationen hin prüfen. Detaillierte Informationen zu DNS finden Sie in Kapitel 25, Domain Name System (DNS). Wenn Sie sichergestellt haben, dass die DNS-Konfiguration auf Ihrem Host und dem DNS-Server richtig ist, überprüfen Sie als Nächstes die Konfiguration Ihres Netzwerks und Netzwerkgeräts.

    3. Wenn von Ihrem System keine Verbindung mit dem Netzwerk hergestellt werden kann und Sie Probleme mit dem Namendienst mit Sicherheit als Ursache ausschließen können, überprüfen Sie die Konfiguration Ihrer Netzwerkkarte.

      Verwenden Sie das Kommando ifconfig netzwerkgerät (Ausführung als root), um zu überprüfen, ob dieses Gerät vorschriftsmäßig konfiguriert ist. Stellen Sie sicher, dass sowohl die inet address (inet-Adresse) als auch die Mask (Maske) ordnungsgemäß konfiguriert sind. Wenn die IP-Adresse einen Fehler enthält oder die Netzwerkmaske unvollständig ist, kann Ihre Netzwerkkonfiguration nicht verwendet werden. Führen Sie diese Überprüfung im Bedarfsfall auch auf dem Server durch.

    4. Wenn der Namensdienst und die Netzwerk-Hardware ordnungsgemäß konfiguriert und aktiv/verfügbar sind, bei einigen externen Netzwerkverbindungen jedoch nach wie vor lange Zeitüberschreitungen auftreten bzw. der Verbindungsaufbau überhaupt nicht möglich ist, können Sie mit traceroute vollständiger_domänenname (Ausführung als root) die Netzwerkroute dieser Anforderungen überwachen. Mit diesem Kommando werden sämtliche Gateways (Sprünge) aufgelistet, die eine Anforderung von Ihrem Computer auf ihrem Weg zu ihrem Ziel passiert. Mit ihm wird die Antwortzeit der einzelnen Sprünge (Hops) aufgelistet und es wird ersichtlich, ob dieser Sprung überhaupt erreichbar ist. Verwenden Sie eine Kombination von „traceroute“ und „ping“, um die Ursache des Problems ausfindig zu machen, und informieren Sie die Administratoren.

Nachdem Sie die Ursache Ihres Netzwerkproblems ermittelt haben, können Sie es selbst beheben (wenn es auf Ihrem Computer vorliegt) oder die Administratoren Ihres Netzwerks entsprechend informieren, damit sie die Dienste neu konfigurieren bzw. die betroffenen Systeme reparieren können.

36.5.1 Probleme mit NetworkManager

Grenzen Sie Probleme mit der Netzwerkkonnektivität wie unter Prozedur 36.6, „Erkennen von Netzwerkproblemen“ beschrieben ein. Wenn die Ursache bei NetworkManager zu liegen scheint, gehen Sie wie folgt vor, um Protokolle abzurufen, die Hinweise für den Grund der NetworkManager-Probleme enthalten:

  1. Öffnen Sie eine Shell und melden Sie sich als root an.

  2. Starten Sie NetworkManager neu.

    rcnetwork restart -o nm
  3. Öffnen Sie eine Website, beispielsweise http://www.opensuse.org, als normaler Benutzer, um zu überprüfen, ob Sie eine Verbindung herstellen können.

  4. Erfassen Sie sämtliche Informationen zum Status von NetworkManager in /var/log/NetworkManager.

Weitere Informationen zu NetworkManager finden Sie unterKapitel 27, Verwendung von NetworkManager.

36.6 Probleme mit Daten

Probleme mit Daten treten auf, wenn der Computer entweder ordnungsgemäß gebootet werden kann oder nicht, in jedem Fall jedoch offensichtlich ist, dass Daten auf dem System beschädigt wurden und das System wiederhergestellt werden muss. In dieser Situation muss eine Sicherung Ihrer kritischen Daten durchgeführt werden, damit Sie wieder zu dem Zustand zurückkehren können, in dem sich Ihr System befand, als das Problem auftrat. SUSE Linux Enterprise Server bietet spezielle YaST-Module für Systemsicherung und -wiederherstellung sowie ein Rettungssystem, das die externe Wiederherstellung eines beschädigten Systems ermöglicht.

36.6.1 Verwalten von Partitions-Images

In manchen Fällen müssen Sie eine Sicherung einer ganzen Partition oder sogar der gesamten Festplatte erstellen. Im Lieferumfang von Linux ist das Werkzeug dd enthalten, das eine exakte Kopie Ihrer Festplatte erstellen kann. In Kombination mit gzip wird dabei Speicherplatz gespart.

Prozedur 36.7: Festplatten sichern und wiederherstellen
  1. Starten Sie eine Shell als root-Benutzer.

  2. Wählen Sie das Quellgerät aus. Typischerweise lautet es wie /dev/sda (bezeichnet als SOURCE).

  3. Entscheiden Sie, wo das Image gespeichert werden soll (bezeichnet als BACKUP_PATH). Der Speicherort darf sich nicht auf dem Quellgerät befinden. Mit anderen Worten: Wenn Sie eine Sicherung von /dev/sda erstellen, muss das Image nicht unter /dev/sda gespeichert werden.

  4. Führen Sie die Kommandos zur Erstellung einer komprimierten Image-Datei aus:

    dd if=/dev/SOURCE | gzip > /BACKUP_PATH/image.gz
  5. Stellen Sie die Festplatte mithilfe der folgenden Kommandos wieder her:

    gzip -dc /BACKUP_PATH/image.gz | dd of=/dev/SOURCE

Wenn Sie nur eine Partition sichern müssen, ersetzen Sie den Platzhalter SOURCE durch die entsprechende Partition. In diesem Fall kann sich Ihre Image-Datei auf derselben Festplatte befinden, allerdings in einer anderen Partition.

36.6.2 Sichern kritischer Daten

Systemsicherungen können mithilfe des Yast-Moduls für Systemsicherungen problemlos vorgenommen werden.

  1. Rufen Sie YaST als root -Benutzer auf und wählen Sie System › Sicherungskopie der Systembereiche.

  2. Erstellen Sie ein Sicherungsprofil mit allen für die Sicherung erforderlichen Details, dem Dateinamen der Archivdatei, dem Umfang sowie dem Sicherungstyp:

    1. Wählen Sie Profilverwaltung › Hinzufügen.

    2. Geben Sie einen Namen für das Archiv ein.

    3. Geben Sie den Pfad für den Speicherort der Sicherung ein, wenn Sie lokal über eine Sicherung verfügen möchten. Damit Ihre Sicherung auf einem Netzwerkserver archiviert werden kann (über NFS), geben Sie die IP-Adresse oder den Namen des Servers und des Verzeichnisses für die Speicherung Ihres Archivs an.

    4. Bestimmen Sie den Archivtyp und klicken Sie dann auf Weiter.

    5. Bestimmen Sie die zu verwendenden Sicherungsoptionen; geben Sie beispielsweise an, ob Dateien gesichert werden sollen, die keinem Paket zugehörig sind, und ob vor der Erstellung des Archivs eine Liste der Dateien angezeigt werden soll. Legen Sie außerdem fest, ob geänderte Dateien durch den zeitintensiven MDS-Mechanismus identifiziert werden sollen.

      Mit Erweitert gelangen Sie in ein Dialogfeld für die Sicherung ganzer Festplattenbereiche. Diese Option hat zurzeit nur für das Ext2-Dateisystem Gültigkeit.

    6. Legen Sie abschließend die Suchoptionen fest, um bestimmte Systembereiche von der Sicherung auszuschließen, die nicht gesichert werden müssen, beispielsweise Lock- oder Cache-Dateien. Fügen Sie Einträge hinzu, bearbeiten oder löschen Sie sie, bis die Liste Ihren Vorstellungen entspricht, und schließen Sie das Dialogfeld mit OK.

  3. Nachdem Sie die Profileinstellungen festgelegt haben, können Sie die Sicherung umgehend mit Sicherungskopie erstellen beginnen oder die automatische Sicherung konfigurieren. Sie können auch weitere Profile erstellen, die auf andere Zwecke zugeschnitten sind.

Zum Konfigurieren der automatischen Sicherung für ein bestimmtes Profil gehen Sie wie folgt vor:

  1. Wählen Sie im Menü Profilverwaltung die Option Automatische Sicherungskopie aus.

  2. Wählen Sie Sicherungskopie automatisch starten aus.

  3. Legen Sie die Sicherungshäufigkeit fest. Wählen Sie Täglich, Wöchentlich oder Monatlich aus.

  4. Legen Sie die Startzeit für die Sicherung fest. Diese Einstellungen werden durch die ausgewählte Sicherungshäufigkeit bestimmt.

  5. Geben Sie an, ob alte Sicherungen beibehalten werden sollen, und wenn ja, wie viele. Wenn eine automatisch generierte Statusmeldung bezüglich des Sicherungsvorgangs ausgegeben werden soll, aktivieren Sie Mail mit Zusammenfassung an Benutzer 'root' senden.

  6. Klicken Sie auf OK, um die Einstellungen zu speichern. Danach wird die erste Sicherung zum angegebenen Zeitpunkt gestartet.

36.6.3 Wiederherstellen einer Systemsicherung

Mithilfe des YaST-Moduls für die Systemwiederherstellung kann die Systemkonfiguration anhand einer Sicherung wiederhergestellt werden. Sie können entweder die gesamte Sicherung wiederherstellen oder bestimmte Komponenten auswählen, die beschädigt wurden und wieder in ihren alten Zustand zurückversetzt werden sollen.

  1. Wählen Sie die Optionsfolge YaST › System › System wiederherstellen.

  2. Geben Sie den Speicherort der Sicherungsdatei ein. Hierbei kann es sich um eine lokale Datei, um eine im Netzwerk eingehängte Datei oder um eine Datei auf einem Wechselmedium handeln, beispielsweise einer Diskette oder DVD. Klicken Sie anschließend auf Weiter.

    Im nachfolgenden Dialogfeld ist eine Zusammenfasung der Archiveigenschaften zu sehen, beispielsweise Dateinamen, Erstellungsdatum, Sicherungstyp sowie optionale Kommentare.

  3. Überprüfen Sie den archivierten Inhalt, indem Sie auf Inhalt des Archivs klicken. Mit OK kehren Sie zum Dialogfeld Eigenschaften des Archivs zurück.

  4. Mit Optionen für Experten gelangen Sie in ein Dialogfeld, in dem Sie den Wiederherstellungsvorgang präzisieren können. Kehren Sie zum Dialogfeld Eigenschaften des Archivs zurück, indem Sie auf OK klicken.

  5. Klicken Sie auf Weiter, um die wiederherzustellenden Pakete anzuzeigen. Mit Übernehmen werden alle Dateien im Archiv wiederhergestellt. Mit den Schaltflächen Alle auswählen, Alle abwählen und Dateien wählen können Sie Ihre Auswahl präzisieren. Verwenden Sie die Option RPM-Datenbank wiederherstellen nur, wenn die RPM-Datenbank beschädigt oder gelöscht wurde und in der Sicherung enthalten ist.

  6. Wenn Sie auf Übernehmen klicken, wird die Sicherung wiederhergestellt. Wenn der Wiederherstellungsvorgang abgeschlossen ist, schließen Sie das Modul mit Verlassen.

36.6.4 Wiederherstellen eines beschädigten Systems

Ein System kann aus mehreren Gründen nicht aktiviert und ordnungsgemäß betrieben werden. Zu den häufigsten Gründen zählen ein beschädigtes Dateisystem nach einem Systemabsturz, beschädigte Konfigurationsdateien oder eine beschädigte Bootloader-Konfiguration.

SUSE Linux Enterprise Server bietet zwei verschiedene Methoden zur Behebung dieser Situationen. Sie können entweder die YaST-Systemreparatur verwenden oder das Rettungssystem booten. Die folgenden Abschnitte befassen sich mit beiden Methoden zur Systemreparatur.

36.6.4.1 Verwenden der YaST-Systemreparatur

Anmerkung
Anmerkung: Tastatur- und Spracheinstellungen

Wenn Sie die Spracheinstellungen nach dem Booten ändern, wird Ihre Tastatur ebenfalls angepasst.

Vor dem Start des YaST-Moduls zur Systemreparatur sollten Sie ermitteln, in welchem Modus das Modul ausgeführt werden sollte, damit es am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Je nach dem Schweregrad und der Ursache des Systemausfalls (sowie Ihren Fachkenntnissen) können Sie zwischen drei verschiedenen Modi wählen.

Automatische Reparatur

Wenn Ihr System aufgrund einer unbekannten Ursache ausgefallen ist und Sie nicht wissen, welcher Teil des Systems für den Ausfall verantwortlich ist, sollten Sie die Automatische Reparatur verwenden. Eine umfassende automatische Prüfung wird an allen Komponenten des installierten Systems durchgeführt. Eine detaillierte Beschreibung dieses Verfahrens finden Sie in Abschnitt 36.6.4.1.1, „Automatische Reparatur“.

Benutzerdefinierte Reparatur

Wenn Ihr System ausgefallen ist und Sie bereits wissen, an welcher Komponente es liegt, können Sie die langwierige Systemprüfung von Automatische Reparatur abkürzen, indem Sie den Bereich der Systemanalyse auf die betreffenden Komponenten beschränken. Wenn die Systemmeldungen vor dem Ausfall beispielsweise auf einen Fehler mit der Paketdatenbank hindeuten, können Sie das Analyse- und Reparaturverfahren so einschränken, dass nur dieser Aspekt des Systems überprüft und wiederhergestellt wird. Eine detaillierte Beschreibung dieses Verfahrens finden Sie in Abschnitt 36.6.4.1.2, „Benutzerdefinierte Reparatur“.

Expertenwerkzeuge

Wenn Sie bereits eine klare Vorstellung davon haben, welche Komponente ausgefallen ist und wie dieser Fehler behoben werden kann, können Sie die Analyseläufe überspringen und die für die Reparatur der betreffenden Komponente erforderlichen Werkzeuge unmittelbar anwenden. Detaillierte Informationen finden Sie in Abschnitt 36.6.4.1.3, „Expertenwerkzeuge“.

Wählen Sie einen der oben beschriebenen Reparaturmodi aus und setzen Sie die Systemreparatur, wie in den folgenden Abschnitten beschrieben, fort.

36.6.4.1.1 Automatische Reparatur

Um den Modus für automatische Reparatur der YaST-Systemreparatur zu starten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Legen Sie das Installationsmedium von SUSE Linux Enterprise Server in das DVD-Laufwerk ein.

  2. Booten Sie das System neu.

  3. Wählen Sie im Boot-Fenster die Option Installiertes System reparieren aus.

  4. Bestätigen Sie die Lizenzvereinbarung, und klicken Sie auf Weiter.

  5. Wählen Sie Automatische Reparatur.

    YaST startet nun eine umfassende Analyse des installierten Systems. Der Verlauf des Vorgangs wird unten auf dem Bildschirm mit zwei Verlaufsbalken angezeigt. Der obere Balken zeigt den Verlauf des aktuell ausgeführten Tests. Der untere Balken zeigt den Gesamtverlauf des Analysevorgangs. Im Protokollfenster im oberen Abschnitt werden der aktuell ausgeführte Test und sein Ergebnis aufgezeichnet. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Abbildung 36.4, „Modus „Automatische Reparatur““.

    Modus „Automatische Reparatur“
    Abbildung 36.4: Modus „Automatische Reparatur“

    Die folgenden Haupttestläufe werden bei jeder Ausführung durchgeführt. Sie enthalten jeweils eine Reihe einzelner Untertests:

    Partitionstabellen prüfen

    Überprüft Validität und Kohärenz der Partitionstabellen aller erkannten Festplatten.

    Prüfen des Swap-Bereichs

    Die Swap-Partitionen des installierten Systems werden erkannt, getestet und gegebenenfalls zur Aktivierung angeboten. Dieses Angebot sollte angenommen werden, um eine höhere Geschwindigkeit für die Systemreparatur zu erreichen.

    Prüfen der Dateisysteme

    Alle gefundenen Dateisysteme werden einer dateisystem-spezifischen Prüfung unterworfen.

    Prüfen der fstab-Einträge

    Die Einträge in der Datei werden auf Vollständigkeit und Konsistenz überprüft. Alle gültigen Partitionen werden eingehängt.

    Paketdatenbank prüfen

    Mit dieser Option wird überprüft, ob alle für den Betrieb einer Minimalinstallation erforderlichen Pakete vorliegen. Es ist zwar möglich, die Basispakete ebenfalls zu analysieren, dies dauert jedoch aufgrund ihrer großen Anzahl sehr lange.

    Prüfen der Bootloader-Konfiguration

    Die Bootloader-Konfiguration des installierten Systems (GRUB oder LILO) wird auf Vollständigkeit und Kohärenz überprüft. Boot- und Root-Geräte werden untersucht, und die Verfügbarkeit der initrd-Module wird überprüft.

  6. Immer wenn ein Fehler gefunden wird, wird der Vorgang angehalten und es öffnet sich ein Dialogfeld, in dem die Details und die möglichen Lösungen beschrieben werden.

    Lesen Sie die Bildschirmmeldungen genau durch, bevor Sie die vorgeschlagene Reparaturmöglichkeit akzeptieren. Wenn Sie eine vorgeschlagene Lösung ablehnen, werden keine Änderungen am System vorgenommen.

  7. Klicken Sie nach erfolgreicher Beendigung des Reparaturvorgangs auf OK und Verlassen und entfernen Sie die Installationsmedien. Das System wird automatisch neu gebootet.

36.6.4.1.2 Benutzerdefinierte Reparatur

Um den Modus Benutzerdefinierte Reparatur zu starten und ausgewählte Komponenten des installierten Systems zu prüfen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Legen Sie das Installationsmedium von SUSE Linux Enterprise Server in das DVD-Laufwerk ein.

  2. Booten Sie das System neu.

  3. Wählen Sie im Boot-Fenster die Option Installiertes System reparieren aus.

  4. Bestätigen Sie die Lizenzvereinbarung, und klicken Sie auf Weiter.

  5. Wählen Sie Benutzerdefinierte Reparatur.

    Bei Auswahl von Benutzerdefinierte Reparatur wird eine Liste der Testläufe angezeigt, die zunächst alle für die Ausführung markiert sind. Der Gesamttestbereich entspricht dem der automatischen Reparatur. Wenn Sie bereits Systembereiche kennen, in denen kein Schaden vorliegt, heben Sie die Markierung der entsprechenden Tests auf. Beim Klicken auf Weiter wird ein engeres Testverfahren gestartet, für dessen Ausführung vermutlich wesentlich weniger Zeit erforderlich ist.

    Nicht alle Testgruppen können individuell angewendet werden. Die Analyse der fstab-Einträge ist stets an eine Untersuchung der Dateisysteme gebunden, einschließlich bestehender Swap-Partitionen. YaST löst solche Abhängigkeiten automatisch auf, indem es die kleinste Zahl an erforderlichen Testläufen auswählt. YaST unterstützt keine verschlüsselten Partitionen. Falls eine verschlüsselte Partition vorhanden ist, informiert YaST Sie darüber.

  6. Immer wenn ein Fehler gefunden wird, wird der Vorgang angehalten und es öffnet sich ein Dialogfeld, in dem die Details und die möglichen Lösungen beschrieben werden.

    Lesen Sie die Bildschirmmeldungen genau durch, bevor Sie die vorgeschlagene Reparaturmöglichkeit akzeptieren. Wenn Sie eine vorgeschlagene Lösung ablehnen, werden keine Änderungen am System vorgenommen.

  7. Klicken Sie nach erfolgreicher Beendigung des Reparaturvorgangs auf OK und Verlassen und entfernen Sie die Installationsmedien. Das System wird automatisch neu gebootet.

36.6.4.1.3 Expertenwerkzeuge

Wenn Sie mit SUSE Linux Enterprise Server vertraut sind und bereits eine genaue Vorstellung davon haben, welche Komponenten in Ihrem System repariert werden müssen, können Sie die Systemanalyse überspringen und die Werkzeuge direkt anwenden.

Um die Funktion Expertenwerkzeuge der YaST-Systemreparatur zu verwenden, fahren Sie wie folgt fort:

  1. Legen Sie das Installationsmedium von SUSE Linux Enterprise Server in das DVD-Laufwerk ein.

  2. Booten Sie das System neu.

  3. Wählen Sie im Boot-Fenster die Option Installiertes System reparieren aus.

  4. Bestätigen Sie die Lizenzvereinbarung, und klicken Sie auf Weiter.

  5. Klicken Sie auf Expertenwerkzeuge und wählen Sie dann eine Reparaturoption aus.

  6. Klicken Sie nach erfolgreicher Beendigung des Reparaturvorgangs auf OK und Verlassen und entfernen Sie die Installationsmedien. Das System wird automatisch neu gebootet.

Unter Expertenwerkzeugen stehen folgende Optionen zum Reparieren des fehlerhaften Systems zur Verfügung:

Neuen Bootloader installieren

Dadurch wird das Konfigurationsmodul für den YaST-Bootloader gestartet. Einzelheiten finden Sie in Abschnitt 11.2, „Konfigurieren des Bootloaders mit YaST“.

Installiertes System booten

Versuchen Sie, ein bereits installiertes Linux-System zu booten.

Partitionierer starten

Mit dieser Option wird das Expertenwerkzeug für die Partitionierung in YaST gestartet.

Reparatur des Dateisystems

Mit dieser Option werden die Dateisysteme Ihrer installierten Systeme überprüft. Ihnen wird zunächst eine Auswahl aller erkannten Partitionen angeboten, aus denen Sie die zu überprüfenden auswählen können.

Verlorene Partitionen wiederherstellen

Sie können versuchen, beschädigte Partitionstabellen zu rekonstruieren. Zunächst wird eine Liste der erkannten Festplatten zur Auswahl angeboten. Durch Klicken auf OK wird die Untersuchung gestartet. Dies kann je nach der Geschwindigkeit Ihres Computers und der Größe und Geschwindigkeit der Festplatte einige Zeit in Anspruch nehmen.

Wichtig
Wichtig: Rekonstruktion von Partitionstabellen

Die Rekonstruktion einer Partitionstabellen ist ein komplizierter Vorgang. YaST versucht, verloren gegangene Partitionen durch Analyse der Datensektoren der Festplatte wiederherzustellen. Die verlorenen Partitionen werden, wenn sie erkannt werden, zur neu erstellten Partitionstabelle hinzugefügt. Dies ist jedoch nicht in allen vorstellbaren Fällen erfolgreich.

Systemeinstellungen auf Diskette speichern

Mit dieser Option werden wichtige Systemdateien auf eine Diskette gespeichert. Wenn eine dieser Dateien beschädigt wird, kann Sie von der Diskette wiederhergestellt werden.

Installierte Software prüfen

Mit dieser Option werden die Konsistenz der Paketdatenbank und die Verfügbarkeit der wichtigsten Pakete überprüft. Mit diesem Werkzeug können alle beschädigten Installationspakete wiederhergestellt werden.

36.6.4.2 Verwenden des Rettungssystems

SUSE Linux Enterprise Server umfasst ein Rettungssystem. Das Rettungssystem ist ein kleines Linux-System, das auf einen RAM-Datenträger geladen und als Root-Dateisystem eingehängt werden kann. Es ermöglicht Ihnen so den externen Zugriff auf Ihre Linux-Partitionen. Mithilfe des Rettungssystems kann jeder wichtige Aspekt Ihres Systems wiederhergestellt oder geändert werden:

  • Jede Art von Konfigurationsdatei kann bearbeitet werden.

  • Das Dateisystem kann auf Fehler hin überprüft und automatische Reparaturvorgänge können gestartet werden.

  • Der Zugriff auf das installierte System kann in einer change-root-Umgebung erfolgen.

  • Die Bootloader-Konfiguration kann überprüft, geändert und neu installiert werden.

  • Eine Wiederherstellung ab einem fehlerhaft installierten Gerätetreiber oder einem nicht verwendbaren Kernel kann durchgeführt werden.

  • Die Größe von Partitionen kann mithilfe des parted-Kommandos verändert werden. Weitere Informationen zu diesem Werkzeug finden Sie auf der Website von GNU Parted http://www.gnu.org/software/parted/parted.html.

Das Rettungssystem kann aus verschiedenen Quellen und von verschiedenen Speicherorten geladen werden. Am einfachsten lässt sich das Rettungssystem vom Original-Installationsmedium booten:

  1. Legen Sie das Installationsmedium in Ihr DVD-Laufwerk ein.

  2. Booten Sie das System neu.

  3. Drücken Sie im Boot-Fenster F4 und wählen Sie DVD-ROM. Wählen Sie dann im Hauptmenü die Option Rettungssystem.

  4. Geben Sie an der Eingabeaufforderung Rescue:root ein. Ein Passwort ist nicht erforderlich.

Wenn Ihnen kein DVD-Laufwerk zur Verfügung steht, können Sie das Rettungssystem von einer Netzwerkquelle booten. Das nachfolgende Beispiel bezieht sich auf das entfernte Booten – wenn Sie ein anderes Boot-Medium verwenden, beispielsweise eine DVD, ändern Sie die Datei info entsprechend, und führen Sie den Boot-Vorgang wie bei einer normalen Installation aus.

  1. Geben Sie die Konfiguration Ihres PXE-Boot-Setups ein und fügen Sie die Zeilen install=protocol://instsource und rescue=1 hinzu. Wenn das Reparatursystem gestartet werden soll, verwenden Sie stattdessen repair=1. Wie bei einer normalen Installation steht protokoll für eines der unterstützten Netzwerkprotokolle (NFS, HTTP, FTP usw.) und instquelle für den Pfad zur Netzwerkinstallationsquelle.

  2. Booten Sie das System mit Wake on LAN, wie im Abschnitt 14.3.7, „Wake-on-LAN“ erläutert.

  3. Geben Sie an der Eingabeaufforderung Rescue:root ein. Ein Passwort ist nicht erforderlich.

Sobald Sie sich im Rettungssystem befinden, können Sie die virtuellen Konsolen verwenden, die über die Tasten AltF1 bis AltF6 aufgerufen werden.

Eine Shell und viele andere hilfreiche Dienstprogramme, beispielsweise das mount-Programm, stehen im Verzeichnis /bin zur Verfügung. Das Verzeichnis sbin enthält wichtige Datei- und Netzwerkdienstprogramme, mit denen das Dateisystem überprüft und repariert werden kann. In diesem Verzeichnis finden Sie auch die wichtigsten Binärdateien für die Systemwartung, beispielsweise fdisk, mkfs, mkswap, mount, mount, init und shutdown sowie ifconfig, ip, route und netstat für die Netzwerkwartung. Das Verzeichnis /usr/bin enthält den vi-Editor, find, less sowie ssh.

Die Systemmeldungen können über das Kommando dmesg angezeigt werden; Sie können auch die Datei /var/log/messages zurate ziehen.

36.6.4.2.1 Überprüfen und Bearbeiten von Konfigurationsdateien

Als Beispiel für eine Konfiguration, die mithilfe des Rettungssystems repariert werden kann, soll eine beschädigte Konfigurationsdatei dienen, die das ordnungsgemäße Booten des Systems verhindert. Dieses Problem kann mit dem Rettungssystem behoben werden.

Gehen Sie zum Bearbeiten einer Konfigurationsdatei folgendermaßen vor:

  1. Starten Sie das Rettungssystem mithilfe einer der oben erläuterten Methoden.

  2. Verwenden Sie zum Einhängen eines Root-Dateisystems unter /dev/sda6 in das Rettungssystem folgendes Kommando:

    mount /dev/sda6 /mnt

    Sämtliche Verzeichnisse des Systems befinden sich nun unter /mnt

  3. Wechseln Sie in das eingehängte Root -Dateisystem:

    cd /mnt
  4. Öffnen Sie die fehlerhafte Konfigurationsdatei im vi-Editor. Passen Sie die Konfiguration an und speichern Sie sie.

  5. Hängen Sie das Root-Dateisystem aus dem Rettungssystem aus:

    umount /mnt
  6. Booten Sie den Computer neu.

36.6.4.2.2 Reparieren und Überprüfen von Dateisystemen

Generell ist das Reparieren von Dateisystemen auf einem zurzeit aktiven System nicht möglich. Bei ernsthaften Problemen ist möglicherweise nicht einmal das Einhängen Ihres Root-Dateisystems möglich und das Booten des Systems endet unter Umständen mit einer so genannten Kernel-Panic. In diesem Fall ist nur die externe Reparatur des Systems möglich. Für diese Aufgabe wird die Verwendung der YaST-Systemreparatur dringend empfohlen (siehe Abschnitt 36.6.4.1, „Verwenden der YaST-Systemreparatur“). Wenn Sie jedoch die manuelle Überprüfung bzw. Reparatur des Dateisystems durchführen müssen, booten Sie das Rettungssystem. Es enthält die Dienstprogramme für die Überprüfung und Reparatur der Dateisysteme btrfs, ext2, ext3, ext4, reiserfs, xfs, dosfs und vfat.

36.6.4.2.3 Zugriff auf das installierte System

Wenn Sie vom Rettungssystem aus auf das installierte System zugreifen müssen, ist dazu eine change-root-Umgebung erforderlich. Beispiele: Bearbeiten der Bootloader-Konfiguration oder Ausführen eines Dienstprogramms zur Hardwarekonfiguration.

Gehen Sie zur Einrichtung einer change-root-Umgebung, die auf dem installierten System basiert, folgendermaßen vor:

  1. Hängen Sie zunächst die Root-Partition des installierten Systems und des Gerätedateisystems ein (ändern Sie den Gerätenamen entsprechend Ihren aktuellen Einstellungen):

    mount /dev/sda6 /mnt
    mount --bind /dev /mnt/dev
  2. Nun können Sie per change-root in die neue Umgebung wechseln:

    chroot /mnt
  3. Hängen Sie dann /proc und /sys ein:

    mount /proc
    mount /sys
  4. Abschließend hängen Sie die restlichen Partitionen vom installierten System ein:

    mount -a
  5. Nun können Sie auf das installierte System zugreifen. Hängen Sie vor dem Reboot des Systems die Partitionen mit umount -a aus und verlassen Sie die change-root-Umgebung mit exit.

Warnung
Warnung: Einschränkungen

Obwohl Sie über uneingeschränkten Zugriff auf die Dateien und Anwendungen des installierten Systems verfügen, gibt es einige Beschränkungen. Der Kernel, der ausgeführt wird, ist der Kernel, der mit dem Rettungssystem gebootet wurde, nicht mit der change-root-Umgebung. Er unterstützt nur essenzielle Hardware, und das Hinzufügen von Kernel-Modulen über das installierte System ist nur möglich, wenn die Kernel-Versionen genau übereinstimmen. Überprüfen Sie immer die Version des aktuell ausgeführten (Rettungssytem-) Kernels mit uname -r und stellen Sie fest, ob im Verzeichnis /lib/modules in der change-root-Umgebung passende Unterverzeichnisse vorhanden sind. Wenn dies der Fall ist, können Sie die installierten Module verwenden. Andernfalls müssen Sie diese in den richtigen Version von einem anderen Medium, z. B. einem USB-Stick, bereitstellen. In den meisten Fällen weicht die Kernel-Version des Rettungssystems von der des installierten ab – dann können Sie z. B. nicht einfach auf eine Soundkarte zugreifen. Der Aufruf einer grafischen Bedienoberfläche ist ebenfalls nicht möglich.

Beachten Sie außerdem, dass Sie die change-root-Umgebung verlassen, wenn Sie die Konsole mit AltF1 bis AltF6 umschalten.

36.6.4.2.4 Bearbeiten und erneutes Installieren des Bootloader

In einigen Fällen kann ein System aufgrund einer beschädigten Bootloader-Konfiguration nicht gebootet werden. Die Start-Routinen sind beispielsweise nicht in der Lage, physische Geräte in die tatsächlichen Speicherorte im Linux-Dateisystem zu übersetzen, wenn der Bootloader nicht ordnungsgemäß funktioniert.

Gehen Sie wie folgt vor, um die Bootloader-Konfiguration zu überprüfen und den Bootloader neu zu installieren:

  1. Führen Sie die unter Abschnitt 36.6.4.2.3, „Zugriff auf das installierte System“ erläuterten erforderlichen Schritte für den Zugriff auf das installierte System aus.

  2. Vergewissern Sie sich, dass die nachfolgend angegebenen Dateien gemäß den in Kapitel 11, Der Bootloader GRUB erläuterten GRUB-Konfigurationsgrundlagen ordnungsgemäß konfiguriert sind, und wenden Sie Fixes an, falls erforderlich.

    • /etc/grub.conf

    • /boot/grub/device.map

    • /boot/grub/menu.lst

    • /etc/sysconfig/bootloader

  3. Installieren Sie den Bootloader mit folgender Kommandosequenz neu:

    grub --batch < /etc/grub.conf
  4. Hängen Sie die Partitionen aus, melden Sie sich von der change-root-Umgebung ab und führen Sie den Reboot des Systems durch:

    umount -a
    exit
    reboot
36.6.4.2.5 Korrektur der Kernel-Installation

Ein Kernel-Update kann einen neuen Fehler verursachen, der sich auf Ihr System auswirken kann. Es kann z. B. ein Treiber für eine Hardwarekomponente in Ihrem System falsch sein, weshalb Sie nicht auf die Komponente zugreifen und diese nicht verwenden können. Kehren Sie in diesem Fall zum letzten funktionierenden Kernel zurück (sofern er im System verfügbar ist) oder installieren Sie den Original-Kernel vom Installationsmedium.

Tipp
Tipp: So erhalten Sie die aktuellsten Kernels nach dem Update

Um Fehler beim Booten durch eine fehlerhaften Kernel-Aktualisierung zu vermeiden, können Sie die Multiversionsfunktion für Kernel nutzen und libzypp mitteilen, welche Kernel Sie nach der Aktualisierung erhalten möchten.

Damit z. B. immer die beiden letzten Kernels und der aktuell ausgeführte erhalten bleiben, fügen Sie

multiversion.kernels = latest,latest-1,running

zur Datei /etc/zypp/zypp.conf hinzu.

Ähnlich verhält es sich, wenn Sie einen defekten Treiber für ein nicht durch SUSE Linux Enterprise Server unterstütztes Gerät neu installieren oder aktualisieren müssen. Wenn z. B. ein Hardwarehersteller ein bestimmtes Gerät verwendet, wie einen Hardware-RAID-Controller, für den es erforderlich ist, dass ein Binärtreiber durch das Betriebssystem erkannt wird. Der Hersteller veröffentlicht in der Regel ein Treiberupdate mit der korrigierten oder aktualisierten Version des benötigten Treibers.

In beiden Fällen müssen Sie im Rettungsmodus auf das installierte System zugreifen und das mit dem Kernel zusammenhängende Problem beheben, da das System andernfalls nicht korrekt booten wird:

  1. Booten Sie von den SUSE Linux Enterprise Server-Installationsmedien.

  2. Überspringen Sie diese Schritt, wenn Sie eine Wiederherstellung nach einer fehlerhaften Kernel-Aktualisierung durchführen. Wenn Sie eine Driver Update Disk (DUD) verwenden, drücken Sie F6, um die Treiberaktualisierung nach der Anzeige des Bootmenüs zu laden, wählen Sie den Pfad oder die URL für die Treiberaktualisierung aus und bestätigen Sie die Auswahl mit Ja.

  3. Wählen Sie im Bootmenü Rettungssystem aus und drücken Sie die Eingabetaste. Wenn Sie eine DUD verwenden, werden Sie aufgefordert, den Speicherplatz der Treiberaktualisierung anzugeben.

  4. Geben Sie an der Eingabeaufforderung Rescue:root ein. Ein Passwort ist nicht erforderlich.

  5. Hängen Sie das Zielsystem manuell ein und führen Sie change root in die neue Umgebung durch. Weitere Informationen finden Sie unter Abschnitt 36.6.4.2.3, „Zugriff auf das installierte System“.

  6. Wenn Sie eine DUD verwenden, installieren oder aktualisieren Sie das fehlerhafte Treiberpaket. Stellen Sie stets sicher, dass die installierte Kernel-Version exakt mit der Version des Treibers übereinstimmt, den Sie installieren möchten.

    Wenn Sie eine fehlerhafte Installation einer Treiberaktualisierung korrigieren, können Sie nach dem folgenden Verfahren den Originaltreiber vom Installationsmedium installieren.

    1. Identifizieren Sie Ihr DVD-Laufwerk mit hwinfo --cdrom und hängen Sie es mit mount /dev/sr0 /mnt ein.

    2. Navigieren Sie zum Verzeichnis, in dem Ihre Kernel-Dateien auf der DVD gespeichert sind, z. B. cd /mnt/suse/x86_64/.

    3. Installieren Sie die benötigten kernel-*-, kernel-*-base- und kernel-*-extra-Pakete mit dem Kommando rpm -i.

    4. Prüfen Sie nach Abschluss der Installation, ob für den neu installierten Kernel ein neuer Menüeintrag zur Bootloader-Konfigurationsdatei (/boot/grub/menu.lst für grub) hinzugefügt wurde.

  7. Aktualisieren Sie Konfigurationsdateien und initialisieren Sie den Bootloader gegebenenfalls neu. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 36.6.4.2.4, „Bearbeiten und erneutes Installieren des Bootloader“.

  8. Entfernen Sie alle bootbaren Medien aus dem Systemlaufwerk und booten Sie neu.

36.7 IBM System z: Verwenden von initrd als Rettungssystem

Wenn der Kernel von SUSE® Linux Enterprise Server für IBM System z aktualisiert oder geändert wird, kann es zu einem versehentlichen Neustart des Systems in einem instabilen Zustand kommen, sodass Fehler bei Standardprozeduren von IPLing im installierten System auftreten. Dies tritt häufig dann auf, wenn ein neuer oder aktualisierter SUSE Linux Enterprise Server-Kernel installiert und der IPL-Datensatz nicht mit dem Programm zipl aktualisiert wurde. Verwenden Sie in diesem Fall das Standardinstallationspaket als Rettungssystem, von dem aus das Programm zipl zur Aktualisierung des IPL-Datensatzes ausgeführt werden kann.

36.7.1 Rettungssystem IPLing

Wichtig
Wichtig: Bereitstellen der Installationsdaten

Damit diese Methode funktioniert, müssen die SUSE Linux Enterprise Server-Installationsdaten für IBM-System z verfügbar sein. Detaillierte Informationen finden Sie in Abschnitt 4.2.1, „Bereitstellen der Installationsdaten“. Darüber hinaus benötigen Sie die Kanalnummer des Geräts und die Nummer der Partition innerhalb des Geräts, die das Stammdateisystem der SUSE Linux Enterprise Server-Installation enthält.

Führen Sie zunächst den IPL-Vorgang für SUSE Linux Enterprise Server für das IBM System z-Installationssystem gemäß den Anweisungen in Abschnitt 4.2, „Vorbereitung der Installation“ aus. Anschließend wird eine Liste der Auswahlmöglichkeiten für den Netzwerkadapter angezeigt.

Wählen Sie Installation oder System starten und anschließend Start Rescue System (Rettungssystem starten) aus, um das Rettungssystem zu starten. Je nach Installationsumgebung müssen Sie jetzt die Parameter für den Netzwerkadapter und die Installationsquelle angeben. Das Rettungssystem wird geladen und abschließend wird folgende Anmeldeeingabeaufforderung angezeigt:

Skipped services in runlevel 3:  nfs nfsboot

Rescue login:

Nun können Sie sich ohne Passwort als Benutzer root anmelden.

36.7.2 Konfigurieren von Festplatten

Zu diesem Zeitpunkt sind noch keine Festplatten konfiguriert. Sie müssen Sie konfigurieren, um fortfahren zu können.

Prozedur 36.8: Konfigurieren von DASDs
  1. Konfigurieren Sie DASDs mit folgendem Befehl:

    dasd_configure 0.0.0150 1 0

    DASD wird an den Kanal 0.0.0150 angeschlossen. Mit 1 wird die Festplatte aktiviert (durch eine 0 an dieser Stelle würde die Festplatte deaktiviert). Die 0 steht für kein DIAG-Modus für den Datenträger (mit einer 1 würde DAIG an dieser Stelle für den Zugriff auf die Festplatte aktiviert).

  2. Nun ist DASD online (dies kann mit dem Befehl cat /proc/partitions überprüft werden) und kann für nachfolgende Befehle verwendet werden.

Prozedur 36.9: Konfigurieren einer zFCP-Festplatte
  1. Für die Konfiguration einer zFCP-Festplatte muss zunächst der zFCP-Adapter konfiguriert werden. Das geschieht mit folgendem Befehl:

    zfcp_host_configure 0.0.4000 1

    0.0.4000 ist der Kanal, an den der Adapter angeschlossen ist. Die 1 steht für „aktivieren“ (mit einer 0 an dieser Stelle würde der Adapter deaktiviert).

  2. Nach dem Aktivieren des Adapters kann die Festplatte konfiguriert werden. Das geschieht mit folgendem Befehl:

    zfcp_disk_configure 0.0.4000 1234567887654321 8765432100000000  1

    0.0.4000 ist die zuvor verwendete Kanal-ID, 1234567887654321 ist die WWPN (World wide Port Number) und 8765432100000000 die LUN (logical unit number). Mit 1 wird die Festplatte aktiviert (durch eine 0 an dieser Stelle würde die Festplatte deaktiviert).

  3. Nun ist die zFCP-Festplatte online (dies kann mit dem Befehl cat /proc/partitions überprüft werden) und kann für nachfolgende Befehle verwendet werden.

36.7.3 Einhängen des Root-Geräts

Wenn alle benötigten Festplatten online sind, kann das Root-Gerät eingehängt werden. Wenn sich das Root-Gerät beispielsweise auf der zweiten Partition des DASD-Geräts (/dev/dasda2) befindet, lautet der entsprechende Befehl mount /dev/dasda2 /mnt.

Wichtig
Wichtig: Dateisystemkonsistenz

Wenn das installierte System nicht richtig heruntergefahren wurde, empfiehlt es sich, vor dem Einhängen die Dateisystemkonsistenz zu überprüfen. Dadurch werden unerwünschte Datenverluste vermieden. Geben Sie für dieses Beispiel den Befehl fsck/dev/dasda2 ein, um sicherzustellen, dass sich das System in einem konsistenten Zustand befindet.

Mit dem Befehl mount können Sie überprüfen, ob das Dateisystem richtig eingehängt werden konnte.

Beispiel 36.1: Ausgabe des Befehls „mount“
SuSE Instsys suse:/ # mount
shmfs on /newroot type shm (rw,nr_inodes=10240)
devpts on /dev/pts type devpts (rw)
virtual-proc-filesystem on /proc type proc (rw)
/dev/dasda2 on /mnt type reiserfs (rw)

36.7.4 Ändern des eingehängten Dateisystems

Ändern Sie das auf dem System installierte Root-Gerät mit dem Befehl chroot, damit die Konfigurationsdatei mit dem Befehl zipl aus der Konfiguration des installierten Root-Geräts und nicht vom Rettungssystem abgelesen wird:

Beispiel 36.2: Ausführen des Befehls „chroot“ für das eingehängte Dateisystem
SuSE Instsys suse:/ # cd /mnt 
SuSE Instsys suse:/mnt # chroot /mnt

36.7.5 Ausführen des Befehls „zipl“

Führen Sie jetzt den Befehl zipl aus, um den IPL-Datensatz erneut mit den richtigen Werten zu speichern:

Beispiel 36.3: Installieren des IPL-Datensatzes mit dem Befehl „zipl“
sh-2.05b# zipl 
building bootmap : /boot/zipl/bootmap 
adding Kernel Image : /boot/kernel/image located at 0x00010000 
adding Ramdisk : /boot/initrd located at 0x00800000 
adding Parmline : /boot/zipl/parmfile located at 0x00001000 
Bootloader for ECKD type devices with z/OS compatible layout installed. 
Syncing disks.... 
...done

36.7.6 Beenden des Rettungssystems

Schließen Sie zum Beenden des Rettungssystems die mit dem Befehl chroot geöffnete Shell mit exit. Um Datenverluste zu vermeiden, leeren Sie alle nicht gespeicherten Puffer, indem Sie die darin enthaltenen Daten mit dem Befehl sync auf der Festplatte speichern. Ändern Sie jetzt das root-Verzeichnis des Rettungssystems und hängen Sie das Root-Gerät der SUSE Linux Enterprise Server-Installation für IBM-System z aus.

Beispiel 36.4: Aushängen des Dateisystems
SuSE Instsys suse:/mnt # cd / 
SuSE Instsys suse:/ # umount /mnt

Halten Sie das Rettungssystem mit dem Befehl halt an. Für das SUSE Linux Enterprise Server-System kann jetzt IPLed ausgeführt werden, wie unter Abschnitt 6.15.1, „IBM System z: Ausführen eines IPL für das installierte System“ beschrieben.

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