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Gilt für SUSE Linux Enterprise Server 15 SP3

11 Ferninstallation

SUSE® Linux Enterprise Server kann vollständig über das Netzwerk installiert werden. In diesem Kapitel wird beschrieben, wie Sie die erforderliche Umgebung für den Boot-Vorgang, die Installation und die Steuerung über das Netzwerk bereitstellen.

11.1 Überblick

Bei einer Ferninstallation ist zu überlegen, wie der Bootvorgang und die Installationssteuerung erfolgen sollen und welche Installationsdatenquelle zu verwenden ist. Alle verfügbaren Optionen können miteinander kombiniert werden, sofern sie für Ihre Hardware-Plattform zur Verfügung stehen.

Boot-Methode

Je nach Hardware stehen verschiedene Optionen zum Booten eines Systems zur Auswahl. Gängige Optionen sind DVD, USB-Laufwerk oder PXE-Booten. Weitere Informationen zu Ihrer Plattform finden Sie in Teil I, „Installationsvorbereitung“.

Weitere Informationen zum Einrichten eines Servers für das Booten über PXE finden Sie in Kapitel 17, Vorbereiten der Netzwerk-Boot-Umgebung.

Datenquelle

In aller Regel fungieren DVDs oder USB-Laufwerke als Installationsquelle für SUSE Linux Enterprise Server. Alternativ können Sie einen Installationsserver heranziehen. In diesem Fall geben Sie die Quelle mit dem Boot-Parameter install an. Detaillierte Informationen finden Sie in Abschnitt 7.3.3, „Angeben der Installationsquelle“.

Soll die Installation über eine Netzwerkquelle erfolgen, bereiten Sie einen Server gemäß den Anweisungen in Kapitel 16, Einrichten einer Netzwerkinstallationsquelle vor.

Steuern der Installation

Sie können die Installation wahlweise über eine Tastatur und einen Monitor steuern, die direkt mit dem Zielcomputer verbunden sind, oder auch über SSH, VNC oder die serielle Konsole eines Computers. Dies wird in den Abschnitten Abschnitt 11.3, „Überwachen der Installation über VNC“, Abschnitt 11.4, „Überwachen der Installation über SSH“ und Abschnitt 11.5, „Überwachen der Installation über die serielle Konsole“ beschrieben.

Statt der manuellen Steuerung der Installation können Sie den Installationsvorgang auch mit AutoYaST vollständig automatisieren. Detaillierte Informationen finden Sie in AutoYaST Guide.

11.2 Szenarien einer Ferninstallation

In diesem Abschnitt werden die gängigsten Installationsszenarien für Installationen auf entfernten Systemen beschrieben. Prüfen Sie für jedes Szenario die Liste der Voraussetzungen und befolgen Sie das für dieses Szenario beschriebene Verfahren. Falls Sie für einen bestimmten Schritt ausführliche Anweisungen benötigen, folgen Sie den entsprechenden Links.

11.2.1 Installation von Quellenmedien über VNC

Diese Art der Installation erfordert physischen Zugriff auf das Zielsystem, um dieses für die Installation zu booten. Die Installation wird von einer entfernten Arbeitsstation gesteuert, die mit dem Installationsprogramm über VNC verbunden ist. Das Eingreifen des Benutzers ist wie bei der manuellen Installation erforderlich (siehe Kapitel 8, Installationsschritte).

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Zielsystem mit funktionierender Netzwerkverbindung

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und VNC-Viewer-Software oder JavaScript-fähigem Browser (Firefox, Chromium, Internet Explorer, Opera usw.)

  • Installations-DVD oder USB-Flash-Laufwerk

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation durchzuführen:

  1. Booten Sie das Zielsystem vom Installationsmedium (USB-Flash-Laufwerk) des Medienkits von SUSE Linux Enterprise Server.

  2. Wenn der Boot-Bildschirm des Ziel-Systems geöffnet wird, legen Sie die VNC-Optionen sowie ggf. die statische Netzwerkkonfiguration über die Eingabeanforderung für die Boot-Parameter fest. Weitere Informationen zu den Boot-Parametern finden Sie in Kapitel 7, Boot-Parameter

    1. Boot-Parameter für eine statische Netzwerkkonfiguration:

      netdevice=NETDEVICE hostip=IP_ADDRESS netmask=NETMASK gateway=IP_GATEWAY vnc=1 VNCPassword=PASSWORD
    2. Boot-Parameter für eine dynamische Netzwerkkonfiguration (DHCP):

      vnc=1 VNCPassword=PASSWORD
  3. Das Zielsystem bootet in eine textbasierte Umgebung und gibt die Netzwerkadresse und Anzeigenummer an, unter der die grafische Installationsumgebung über eine VNC-Viewer-Anwendung oder einen Browser erreichbar ist. VNC-Installationen werden über OpenSLP angekündigt, sofern dies in den Firewall-Einstellungen zulässig ist. Sie finden sie mit slptool, wie in Abschnitt 11.3.1, „Vorbereiten der VNC-Installation“ beschrieben.

  4. Öffnen Sie auf der steuernden Arbeitsstation eine VNC-Viewer-Anwendung oder einen Webbrowser und stellen Sie wie in Abschnitt 11.3, „Überwachen der Installation über VNC“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  5. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 8, Installationsschritte beschrieben aus.

  6. Sobald das Zielsystem zur anfänglichen Systemkonfiguration neu gebootet wurde, stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her. Weitere Informationen finden Sie im Teil V, „Erstkonfiguration des Systems“.

11.2.2 Installation vom Netzwerk über VNC

Bei dieser Installationsmethode ist keine direkte Interaktion mit dem Zielcomputer erforderlich. Das System wird über PXE gebootet und die Installationsdaten werden von einem Server abgerufen.

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Mindestens ein Computer, über den ein DHCP-, NFS-, HTTP-, FTP-, TFTP- oder SMB-Server installiert werden kann.

  • Zielsystem, das PXE-Boot-, Netzwerk- und Wake-on-LAN-fähig, angeschlossen und mit dem Netzwerk verbunden ist.

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und VNC-Viewer-Software oder JavaScript-fähiger Browser (Firefox, Chromium, Microsoft Edge, Opera usw.).

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation auszuführen:

  1. Richten Sie den Server ein, auf dem sich die Installationsdaten befinden. Weitere Informationen finden Sie im Teil IV, „Einrichten eines Installationsservers“.

  2. Richten Sie einen DHCP- und einen TFTP-Server für das Netzwerk ein. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Kapitel 17, Vorbereiten der Netzwerk-Boot-Umgebung beschrieben. Aktivieren Sie den VNC-Server mit den erforderlichen Boot-Parametern.

  3. Aktivieren Sie das PXE-Booten in der Firmware des Zielcomputers. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt 17.4, „Vorbereiten des Zielsystems für PXE-Boot“.

  4. Initiieren Sie den Bootvorgang des Zielsystems mithilfe von Wake-on-LAN. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Abschnitt 17.5, „Verwenden von Wake-on-LAN für Fernaktivierungen“ beschrieben.

  5. Öffnen Sie auf der steuernden Arbeitsstation eine VNC-Viewer-Anwendung oder einen Webbrowser und stellen Sie wie in Abschnitt 11.3, „Überwachen der Installation über VNC“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  6. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 8, Installationsschritte beschrieben aus.

  7. Sobald das Zielsystem zur anfänglichen Systemkonfiguration neu gebootet wurde, stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her. Weitere Informationen finden Sie im Teil V, „Erstkonfiguration des Systems“.

11.2.3 Installation von Quellenmedien über SSH

Diese Art der Installation erfordert physischen Zugriff auf das Zielsystem, um dieses für die Installation zu booten und um die IP-Adresse des Installationsziels zu ermitteln. Die Installation selbst wird vollständig von einer entfernten Arbeitsstation gesteuert, die mit dem Installationsprogramm über SSH verbunden ist. Das Eingreifen des Benutzers ist wie bei der regulären Installation erforderlich (siehe Kapitel 8, Installationsschritte).

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Zielsystem mit funktionierender Netzwerkverbindung

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und funktionierender SSH-Client-Software.

  • Installations-DVD oder USB-Flash-Laufwerk

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation durchzuführen:

  1. Richten Sie das Installationsziel und den Installationsserver gemäß Teil IV, „Einrichten eines Installationsservers“ ein.

  2. Booten Sie das Zielsystem vom Installationsmedium (USB-Flash-Laufwerk) des Medienkits von SUSE Linux Enterprise Server.

  3. Wenn der Boot-Bildschirm des Zielsystems geöffnet wird, legen Sie die SSH-Optionen sowie ggf. die statische Netzwerkkonfiguration über die Boot-Parameter-Eingabeaufforderung fest. Weitere Informationen zu den Boot-Parametern finden Sie in Kapitel 7, Boot-Parameter

    1. Boot-Parameter für eine statische Netzwerkkonfiguration:

      netdevice=NETDEVICE hostip=IP_ADDRESS netmask=NETMASK gateway=IP_GATEWAY ssh=1 ssh.password=PASSWORD
    2. Boot-Parameter für eine dynamische Netzwerkkonfiguration (DHCP):

      ssh=1 ssh.password=PASSWORD
  4. Das Zielsystem bootet in eine textbasierte Umgebung und gibt die Netzwerkadresse an, unter der die grafische Installationsumgebung von einen beliebigen SSH-Client adressiert werden kann.

  5. Öffnen Sie auf der steuernden Arbeitsstation ein Terminalfenster und stellen Sie wie in Abschnitt 11.4.2, „Herstellen der Verbindung mit dem Installationsprogramm“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  6. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 8, Installationsschritte beschrieben aus.

  7. Sobald das Zielsystem zur anfänglichen Systemkonfiguration neu gebootet wurde, stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her. Weitere Informationen finden Sie im Teil V, „Erstkonfiguration des Systems“.

11.2.4 Installation vom Netzwerk über SSH

Bei dieser Installationsmethode ist keine direkte Interaktion mit dem Zielcomputer erforderlich. Das System wird über PXE gebootet und die Installationsdaten werden von einem Server abgerufen.

Stellen Sie bei dieser Art der Installation sicher, dass die folgenden Anforderungen erfüllt sind:

  • Mindestens ein Computer, über den ein DHCP-, NFS-, HTTP-, FTP-, TFTP- oder SMB-Server installiert werden kann.

  • Zielsystem, das PXE-Boot-, Netzwerk- und Wake-on-LAN-fähig, angeschlossen und mit dem Netzwerk verbunden ist.

  • Steuersystem mit funktionierender Netzwerkverbindung und SSH-Viewer-Software.

Gehen Sie wie folgt vor, um diese Art der Installation auszuführen:

  1. Richten Sie den Server ein, auf dem sich die Installationsdaten befinden. Weitere Informationen finden Sie im Teil IV, „Einrichten eines Installationsservers“.

  2. Richten Sie einen DHCP- und einen TFTP-Server für das Netzwerk ein. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Kapitel 17, Vorbereiten der Netzwerk-Boot-Umgebung beschrieben. Aktivieren Sie den SSH-Server mit den erforderlichen Boot-Parametern.

  3. Aktivieren Sie das PXE-Booten in der Firmware des Zielcomputers. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt 17.4, „Vorbereiten des Zielsystems für PXE-Boot“.

  4. Initiieren Sie den Bootvorgang des Zielsystems mithilfe von Wake-on-LAN. Die Konfiguration eines solchen Servers wird in Abschnitt 17.5, „Verwenden von Wake-on-LAN für Fernaktivierungen“ beschrieben.

  5. Öffnen Sie auf der steuernden Arbeitsstation eine SSH-Client-Software und stellen Sie wie in Abschnitt 11.4, „Überwachen der Installation über SSH“ beschrieben eine Verbindung zum Zielsystem her.

  6. Führen Sie die Installation wie in Kapitel 8, Installationsschritte beschrieben aus.

  7. Sobald das Zielsystem zur anfänglichen Systemkonfiguration neu gebootet wurde, stellen Sie die Verbindung zum Zielsystem wieder her. Weitere Informationen finden Sie im Teil V, „Erstkonfiguration des Systems“.

11.3 Überwachen der Installation über VNC

Mithilfe einer beliebigen VNC-Viewer-Software können Sie die Installation von SUSE Linux Enterprise Server von praktisch jedem Betriebssystem aus überwachen. In diesem Abschnitt wird das Setup mithilfe einer VNC-Viewer-Anwendung oder eines Webbrowsers beschrieben.

11.3.1 Vorbereiten der VNC-Installation

Zum Aktivieren von VNC auf dem Installationsziel geben Sie die entsprechenden Boot-Parameter beim ersten Booten für die Installation an (siehe Kapitel 7, Boot-Parameter). Das Zielsystem bootet in eine textbasierte Umgebung und wartet darauf, dass ein VNC-Client eine Verbindung zum Installationsprogramm herstellt.

Das Installationsprogramm gibt die IP-Adresse bekannt und zeigt die für die Verbindung zum Installationsprogramm erforderliche Nummer an. Wenn Sie physischen Zugriff auf das Zielsystem haben, werden diese Informationen sofort nach dem Booten des Systems für die Installation zur Verfügung gestellt. Geben Sie diese Daten ein, wenn Sie von der VNC-Client-Software dazu aufgefordert werden, und geben Sie Ihr Passwort ein.

Das Installationsziel gibt sich selbst über OpenSLP bekannt, sodass Sie die Adressangaben des Installationsziels über einen SLP-Browser abrufen können. Sie müssen das Installationsziel nicht persönlich aufsuchen, sofern die Netzwerkeinrichtung und alle Computer OpenSLP unterstützen:

Vorgehen 11.1: Auffinden von VNC-Installationen über OpenSLP
  1. Führen Sie slptool findsrvtypes | grep vnc aus, um eine Liste aller Dienste zu erhalten, die VNC anbieten. Die VNC-Installationsziele müssen unter einem Dienst mit dem Namen YaST.installation.suse bereitstehen.

  2. Mit slptool findsrvs YaST.installation.suse erhalten Sie eine Liste der verfügbaren Installationen. Geben Sie die IP-Adresse und den Port (in der Regel 5901) an; diese Angaben sind dem VNC-Viewer beigelegt.

11.3.2 Herstellen der Verbindung mit dem Installationsprogramm

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Verbindung zu einem VNC-Server (dem Installationsziel in diesem Fall) herzustellen. Sie können entweder eine unabhängige VNC-Viewer-Anwendung unter einem beliebigen Betriebssystem starten oder die Verbindung über einen JavaScript-fähigen Webbrowser herstellen.

Mit VNC können Sie die Installation eines Linux-Systems von jedem Betriebssystem, einschließlich anderer Linux-, Windows- oder macOS-Betriebssysteme, aus steuern.

Stellen Sie auf einem Linux-Computer sicher, dass das Paket tightvnc installiert ist. Installieren Sie auf einem Windows-Computer den Windows-Port dieser Anwendung, der über die Homepage von TightVNC (http://www.tightvnc.com/download.html) erhältlich ist.

Gehen Sie wie folgt vor, um eine Verbindung zu dem auf dem Zielcomputer ausgeführten Installationsprogramm herzustellen:

  1. Starten Sie den VNC-Viewer.

  2. Geben Sie die IP-Adresse und die Anzeigenummer des Installationsziels wie vom SLP-Browser oder dem Installationsprogramm selbst zur Verfügung gestellt ein:

    IP_ADDRESS:DISPLAY_NUMBER

    Auf dem Desktop wird ein Fenster geöffnet, in dem die YaST-Bildschirme wie bei einer normalen lokalen Installation angezeigt werden.

Wenn Sie die Verbindung zum Installationsprogramm mithilfe eines Webbrowsers herstellen, sind Sie von der VNC-Software bzw. dem zu Grunde liegenden Betriebssystem vollkommen unabhängig. Sie können die Installation des Linux-Systems in einem beliebigen Browser (Firefox, Internet Explorer, Chromium, Opera usw.) ausführen, solange dieser JavaScript unterstützt.)

Die Browser-VNC-Verbindung ist nicht verschlüsselt.

Gehen Sie wie folgt vor, um eine VNC-Installation auszuführen:

  1. Starten Sie Ihren bevorzugten Webbrowser.

  2. Geben Sie in der Adressleiste Folgendes ein:

    http://IP_ADDRESS_OF_TARGET:5801
  3. Geben Sie Ihr VNC-Passwort ein, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Die YaST-Bildschirme werden im Browserfenster wie bei einer normalen lokalen Installation angezeigt.

11.4 Überwachen der Installation über SSH

Mithilfe von SSH können Sie die Installation des Linux-Computers unter Verwendung einer beliebigen SSH-Client-Software von einem entfernten Standort aus überwachen.

11.4.1 Vorbereiten der SSH-Installation

Zusätzlich zum Installieren des erforderlichen Softwarepakets (OpenSSH für Linux und PuTTY für Windows) müssen Sie die entsprechenden Boot-Parameter angeben, um SSH für die Installation zu aktivieren. Weitere Informationen finden Sie in Kapitel 7, Boot-Parameter. OpenSSH wird auf allen SUSE Linux-basierten Betriebssystemen standardmäßig installiert.

11.4.2 Herstellen der Verbindung mit dem Installationsprogramm

Sobald Sie die SSH-Installation gestartet haben, stellen Sie mit diesem Verfahren die Verbindung zur SSH-Sitzung her.

  1. Rufen Sie die IP-Adresse des Installationsziels ab. Wenn Sie physischen Zugriff auf den Zielrechner haben, verwenden Sie die IP-Adresse, die von der Installationsroutine nach dem anfänglichen Bootvorgang in der Konsole angezeigt wird. Verwenden Sie andernfalls die IP-Adresse, die diesem Host in der DHCP-Serverkonfiguration zugewiesen wurde.

  2. Geben Sie in eine Kommandozeile das folgende Kommando ein:

    ssh -X root@TARGET_IP_ADDRESS

    Ersetzen Sie TARGET_IP_ADDRESS durch die IP-Adresse des Installationsziels.

  3. Wenn Sie zur Eingabe eines Benutzernamens aufgefordert werden, geben Sie root ein.

  4. Wenn Sie zur Eingabe eines Passworts aufgefordert werden, geben Sie das Passwort ein, das mit dem SSH-Boot-Parameter festgelegt wurde. Wenn Sie sich erfolgreich authentifiziert haben, wird eine Kommandozeilenaufforderung für das Installationsziel angezeigt.

  5. Geben Sie yast ein, um das Installationsprogramm zu starten. Es wird ein Fenster geöffnet, in dem die üblichen YaST-Bildschirme wie in Kapitel 8, Installationsschritte beschrieben angezeigt werden.

11.5 Überwachen der Installation über die serielle Konsole

Für diese Installationsmethode ist ein zweiter Computer erforderlich, der über ein Null-Modem-Kabel mit dem Computer verbunden ist, auf dem SUSE Linux Enterprise Server installiert werden soll. Die Hardware und Firmware beider Computer muss die serielle Konsole unterstützen. Einige Firmware-Implementierungen sind bereits so konfiguriert, dass die Ausgabe der Bootkonsole an eine serielle Konsole gesendet wird (durch entsprechende Angabe einer Geräte-Baumstruktur mit „/chosen/stdout-path“). In diesem Fall ist keine zusätzliche Konfiguration erforderlich.

Falls die Firmware nicht die serielle Konsole für die Ausgabe der Boot-Konsole heranzieht, legen Sie den folgenden Boot-Parameter für die Installation fest: console=TTY,BAUDRATE. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 14.2.5, „Ändern von Menüeinträgen während des Bootvorgangs“ und Kapitel 7, Boot-Parameter.

Ersetzen Sie BAUDRATE durch die Baudrate der Schnittstelle. Gültige Werte: 115200, 38400 oder 9600. Ersetzen Sie TTY durch den Namen der Schnittstelle. Die meisten Computer verfügen über mindestens eine serielle Schnittstelle. Die Namen der Schnittstellen können je nach Hardware variieren:

  • ttyS0 bei APM

  • ttyAMA0 bei Server Base System Architecture (SBSA)

  • ttyPS0 bei Xilinx

Für die Installation benötigen Sie ein Terminalprogramm, z. B. minicom oder screen. Initiieren Sie die serielle Verbindung, indem Sie das screen-Programm in einer lokalen Konsole durch die Eingabe des folgenden Kommandos starten:

tux > screen /dev/ttyUSB0 115200

Das bedeutet, dass screen den ersten seriellen Port mit einer Baudrate von 115200 überwacht. Von nun an fährt die Installation ähnlich der textbasierten Installation über dieses Terminal fort.