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Bezieht sich auf SUSE Linux Enterprise Server 12 SP5

5 Zugriff auf Netzwerkressourcen

Von Ihrem Desktop können Sie auf Dateien und Verzeichnisse oder bestimmte Dienste auf entfernten Hosts zugreifen. Außerdem können Sie Ihre eigenen Dateien und Verzeichnisse für andere Benutzer im Netzwerk freigeben. SUSE® Linux Enterprise Server bietet verschiedene Möglichkeiten für den Zugriff auf Ressourcen, die im Netzwerk freigegeben sind, und das Erstellen dieser Ressourcen.

Netzwerk-Browsing

Der Dateimanager GNOME Files ermöglicht die Suche im Netzwerk nach freigegebenen Ressourcen und Diensten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 5.3, „Zugriff auf Netzwerkfreigaben“.

Freigeben von Verzeichnissen in gemischten Umgebungen

In GNOME Files können Sie Ihre Dateien und Verzeichnisse für andere Mitglieder Ihres Netzwerks freigeben. Sie können Lese- oder Schreibzugriff auf Ihre Daten von jedem Windows- oder Linux-Arbeitsplatzrechner aus zulassen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 5.4, „Freigeben von Verzeichnissen“.

Verwalten von Windows-Daten

SUSE Linux Enterprise Server kann für die Integration in ein vorhandenes Windows-Netzwerk konfiguriert werden. Ihr Linux-Computer verhält sich dann wie ein Windows-Client. Wie alle anderen Windows-Clients übernimmt er die Kontodaten vom Active Directory-Domänencontroller. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 5.5, „Verwalten von Windows-Daten“.

Konfigurieren und Zugreifen auf einen Windows-Netzwerkdrucker

Einen Windows-Netzwerkdrucker können Sie über das GNOME-Kontrollzentrum konfigurieren. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 5.6, „Konfigurieren und Zugreifen auf einen Windows-Netzwerkdrucker“.

5.1 Verbinden mit einem Netzwerk

Sie können die Verbindung zu einem Netzwerk mit Kabel oder kabellos anschließen. Das Netzwerksymbol im rechten Bereich der Hauptkontrollleiste stellt die Netzwerkverbindung dar. Wenn Sie auf das Symbol klicken, erhalten Sie weitere Details in einem Menü. Zum Anzeigen weiterer Details und zum Zugreifen auf die Einstellungen klicken Sie auf den Namen der Verbindung.

Weitere Informationen zum Herstellen einer Verbindung mit einem Netzwerk finden Sie unter Kapitel 37, Verwendung von NetworkManager.

5.2 Allgemeine Hinweise zu Dateifreigabe und Netzwerk-Browsing

Wichtig
Wichtig: Vor Beginn der Einrichtung den Administrator befragen

Ob und in welchem Ausmaß Sie die Dateifreigabe und das Netzwerk-Browsing im Netzwerk verwenden können, hängt von der Netzwerkstruktur und der Konfiguration Ihres Computers ab.

Wenden Sie sich an den Systemadministrator, bevor Sie mit der Einrichtung beginnen. Fragen Sie, ob die Netzwerkstruktur die gewünschten Funktionen unterstützt und ob sie gemäß den Sicherheitsrichtlinien Ihres Unternehmens zulässig sind.

Sowohl bei SMB-Browsing für Windows-Freigaben als auch bei SLP-Browsing für entfernte Dienste hängt das Netzwerk-Browsing im höchsten Maße von der Fähigkeit des Computers ab, Broadcast-Nachrichten an alle Clients im Netzwerk senden zu können. Nur mithilfe dieser Nachrichten sowie der entsprechenden Antworten der Clients kann der Computer verfügbare Freigaben oder Dienste feststellen.

Für ein effektives Broadcasting muss Ihr Computer zum gleichen Subnetz gehören wie die abgefragten Computer. Wenn das Netzwerk-Browsing auf Ihrem Computer nicht funktioniert oder die festgestellten Freigaben und Dienste nicht Ihren Erwartungen entsprechen, erkundigen Sie sich bei Ihrem Systemadministrator, ob Sie mit dem richtigen Subnetz verbunden sind.

Für Netzwerk-Browsing müssen auf dem Computer mehrere Netzwerkports geöffnet sein, über die Netzwerknachrichten mit den Details über das Netzwerk und die Verfügbarkeit von Freigaben und Diensten gesendet und empfangen werden können. SUSE Linux Enterprise Server ist standardmäßig mit sehr strikten Sicherheitsrichtlinien konfiguriert. In der Standardeinstellung schützt eine Firewall Ihren Computer vor unerwünschten Zugriffen aus dem Internet.

Die Firewall-Konfiguration sollten Sie nur von Ihrem Systemadministrator ändern lassen. Um Netzwerk-Browsing zuzulassen, können Sie ihn bitten, Ihre Schnittstelle innerhalb der internen Zone zu platzieren oder die Firewall vollständig zu deaktivieren (sofern dies in den Sicherheitsrichtlinien Ihres Unternehmens zugelassen ist). Bei dem Versuch, mit einer sehr eng ausgelegten Firewall im Netzwerk zu browsen, gibt GNOME Files die Warnung aus, dass Ihre Sicherheitseinschränkungen keine Abfrage im Netzwerk zulassen.

5.3 Zugriff auf Netzwerkfreigaben

Arbeitsplatzrechner im Netzwerk können so eingerichtet werden, dass ihre Verzeichnisse untereinander ausgetauscht werden können. Typischerweise sind Dateien und Verzeichnisse gekennzeichnet, um Benutzern den Fernzugriff zu ermöglichen. Diese freigegebenen Ressourcen werden als Netzwerkfreigaben bezeichnet. Wenn Ihr System für den Zugriff auf Netzwerkfreigaben eingerichtet ist, können Sie über Ihren Dateimanager auf diese Freigaben zugreifen. Sie können die Freigaben genauso einfach durchsuchen und verwenden wie die Ordner und Dateien Ihres lokalen Dateisystems. Ihre Zugriffsstufe für freigegebene Verzeichnisse (schreibgeschützt und mit Schreibzugriff) hängt von den Berechtigungen ab, die Ihnen vom Eigentümer der Freigaben gewährt wurden.

Um auf Netzwerkfreigaben zuzugreifen, öffnen Sie GNOME Files und klicken Sie im Navigationsbereich auf Other Locations (Andere Speicherorte). In GNOME Files werden alle Server und Netzwerke angezeigt, auf die Sie Zugriff haben. Doppelklicken Sie auf einen Server oder ein Netzwerk, um auf dessen Freigaben zuzugreifen. Eventuell müssen Sie sich bei dem Server durch Angabe Ihres Benutzernamens und Passworts authentifizieren. Häufige Netzwerkfreigaben sind SFTP-Zugriffsressourcen (SSH-Dateiübertragungsprotokoll) oder Windows-Freigaben.

Netzwerk-Datei-Browser
Abbildung 5.1: Netzwerk-Datei-Browser
Prozedur 5.1: Hinzufügen eines Netzwerk-Links
  1. Öffnen Sie GNOME Files und klicken Sie im Navigationsbereich auf Other Locations (Andere Speicherorte). Das Textfeld Verbinden mit Server wird angezeigt.

  2. Geben Sie die Serveradresse ein.

  3. Klicken Sie auf Verbinden.

5.4 Freigeben von Verzeichnissen

Die Freigabe und der Austausch von Dokumenten ist ein absolutes Muss in Unternehmensumgebungen. GNOME Files bietet die Möglichkeit der Dateifreigabe, wodurch Ihre Dateien und Verzeichnisse sowohl unter Linux als auch unter Windows zur Verfügung gestellt werden.

5.4.1 Aktivieren der Freigabe auf dem Computer

Bevor Sie Verzeichnisse freigeben können, müssen Sie die Freigabe auf dem Computer aktivieren. So aktivieren Sie die Freigabe:

  1. Starten Sie YaST über das Hauptmenü.

  2. Geben Sie das root-Passwort ein.

  3. Klicken Sie in der Kategorie Netzwerkdienste auf Windows-Domänenmitgliedschaft.

  4. Klicken Sie auf Benutzern die Freigabe ihrer Verzeichnisse erlauben und danach auf OK.

5.4.2 Aktivieren der Freigabe für ein Verzeichnis

So konfigurieren Sie die Dateifreigabe für ein Verzeichnis:

  1. Öffnen Sie GNOME Files.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein Verzeichnis, wählen Sie Properties (Eigenschaften) und klicken Sie auf Share (Freigeben).

  3. Wählen Sie Share this folder (Diesen Ordner freigeben) aus.

  4. Damit andere Benutzer in dieses Verzeichnis schreiben können, wählen Sie Allow others to create and delete files in this folder (Anderen das Erstellen und Löschen von Dateien in diesem Ordner erlauben). Aktivieren Sie Gastzugriff, um Benutzern ohne Benutzerkonto den Zugriff zu erlauben.

  5. Klicken Sie auf Create Share (Freigabe erstellen).

  6. Wenn das Verzeichnis nicht bereits die Berechtigungen zur Freigabe enthält, wird ein Dialogfeld angezeigt. Klicken Sie auf Berechtigungen automatisch hinzufügen.

Das Verzeichnissymbol ändert sich und zeigt durch sein neues Aussehen an, dass das Verzeichnis freigegeben ist.

Wichtig
Wichtig: Samba-Domänen-Browsing und Firewalls

Das Browsen in Samba-Domänen funktioniert nur bei einer entsprechenden Konfiguration Ihrer System-Firewall. Hierzu muss die Firewall entweder vollständig deaktiviert werden oder der internen Firewall-Zone muss die Browsing-Schnittstelle zugewiesen werden. Das genaue Vorgehen sollten Sie mit Ihrem Systemadministrator absprechen.

5.5 Verwalten von Windows-Daten

Mit Ihrem SUSE Linux Enterprise Server-Rechner als Active Directory-Client können Sie die Daten auf Windows-Servern durchsuchen, anzeigen und bearbeiten. Hier eine Auswahl der häufigsten Aufgaben:

Durchsuchen von Windows-Dateien mit GNOME Files

Mit den Netzwerksuchfunktionen von GNOME Files können Sie die Windows-Daten durchsuchen.

Anzeigen von Windows-Dateien mit GNOME Files

Mit GNOME Files können Sie den Inhalt Ihrer Windows-Benutzerverzeichnisse genauso anzeigen wie den Inhalt Ihrer Linux-Verzeichnisse. Auf dem Windows-Server können Sie auch neue Dateien und Verzeichnisse erstellen.

Bearbeiten von Windows-Daten mit GNOME-Anwendungen

Mit vielen GNOME-Anwendungen können Dateien auf dem Windows-Server geöffnet, bearbeitet und anschließend wieder auf dem Windows-Server gespeichert werden.

Single Sign-on

Die GNOME-Anwendungen, also auch GNOME Files, unterstützen Single Sign-on (SSO). Dies bedeutet, dass Sie sich nicht erneut authentifizieren müssen, wenn Sie auf andere Windows-Ressourcen zugreifen. Dies sind beispielsweise Webserver, Proxy-Server oder Groupware-Server wie Microsoft Exchange*. Die Authentifizierung für diese Server wird mit dem Benutzernamen und Passwort, mit dem Sie sich angemeldet haben, im Hintergrund durchgeführt.

So greifen Sie mit GNOME Files auf Windows-Daten zu:

  1. Öffnen Sie GNOME Files und klicken Sie in der Kontrollleiste „Orte“ auf Netzwerk.

  2. Doppelklicken Sie auf Windows-Netzwerk.

  3. Doppelklicken Sie auf das Symbol der Arbeitsgruppe, die den Computer enthält, auf den Sie zugreifen möchten.

  4. Klicken Sie auf das Symbol des Computers (und authentifizieren Sie sich auf Aufforderung), und navigieren Sie zu dem freigegebenen Verzeichnis auf dem Rechner.

Zum Erstellen von Verzeichnissen in Ihrem Windows-Benutzerverzeichnis gehen Sie in GNOME Files genauso vor wie bei der Erstellung eines Linux-Verzeichnisses.

5.6 Konfigurieren und Zugreifen auf einen Windows-Netzwerkdrucker

Als Teil Ihres Unternehmensnetzwerks mit Authentifizierung über einen Windows Active Directory-Server können Sie auf unternehmensweite Ressourcen, beispielsweise auf Drucker, zugreifen. In GNOME können Sie die Druckfunktion so konfigurieren, dass Sie von Ihrem Linux-Client an einem Windows-Netzwerkdrucker ausdrucken können.

So konfigurieren Sie einen Windows-Netzwerkdrucker für Ihre Linux-Arbeitsplatzrechner:

  1. Starten Sie im Hauptmenü das GNOME-Kontrollzentrum. Klicken Sie hierzu auf Anwendungen › System Tools (Systemwerkzeuge) › Hardware › Drucker.

    Anmerkung
    Anmerkung: Starten des CUPS-Diensts

    Der CUPS-Dienst wird nach der Installation von SUSE Linux Enterprise Server nicht standardmäßig gestartet. Wenn im Dialogfeld Drucker die Meldung angezeigt wird, dass der Druckdienst derzeit nicht verfügbar ist, müssen Sie den CUPS-Dienst manuell starten.

    Öffnen Sie dazu eine Shell und geben Sie Folgendes ein:

    sudo systemctl start cups
  2. Klicken Sie auf Unlock (Entsperren), und geben Sie das root-Passwort ein.

  3. Klicken Sie auf das Plussymbol.

  4. Wählen Sie einen Windows-Drucker aus, der über Samba angeschlossen ist.

Wenn Sie nun einen Druckauftrag über den zuvor konfigurierten Windows-Netzwerkdrucker ausdrucken möchten, brauchen Sie ihn nur aus der Liste der verfügbaren Drucker auszuwählen.

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